Nutzfahrzeuge Halbjahresergebnis: Daimler Truck verkauft weniger Lkw

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Der Absatz von Daimler Truck ist im ersten Halbjahr deutlich zurückgegangen. Zudem hat sich der Konzern offenbar Feinde in Russland gemacht.

Daimler Truck leidet unter der allgemeinen wirtschaftlichen Abkühlung.(Bild:  Daimler Truck)
Daimler Truck leidet unter der allgemeinen wirtschaftlichen Abkühlung.
(Bild: Daimler Truck)

Daimler Truck kämpft derzeit mit Widerständen aus verschiedenen Richtungen. Im Ergebnis hat der Lkw- und Bushersteller im zweiten Quartal weniger Nutzfahrzeuge verkauft. Der Absatz sank nach Angaben des Konzerns im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf 106.715 Stück. Bereits im ersten Quartal war der Absatz gesunken, sodass der Absatz im ersten Halbjahr um knapp sieben Prozent auf 206.527 Fahrzeuge rückläufig war.

Ein wesentlicher Grund für die Entwicklung ist das schwache Nordamerika-Geschäft, wo der Absatz um 20 Prozent absackte. Bei Mercedes-Benz Trucks blieb er hingegen fast stabil, und Trucks Asia legte sogar um 13 Prozent zu. Der Verkauf von Bussen wuchs um fünf Prozent.

Von Russlands Regierung sanktioniert

Dagegen fällt kaum ins Gewicht, dass Daimler Truck seit Kurzem auf der Sanktionsliste der russischen Regierung steht. Eine Begründung für den Schritt nannte Russland offiziell nicht. Die Regierungszeitung „Rossiskaja Gaseta“ berichtet aber, dass der Konzern Lkw an die ukrainischen Streitkräfte geliefert habe. Daimler Truck hat seine Tätigkeit in Russland nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine eingestellt.

Entsprechend entspannt sieht die Unternehmensführung die Sanktionen. „Wir haben keinerlei Geschäftsaktivitäten in Russland mehr“, teilte ein Sprecher des Dax-Konzerns mit. Der frühere Daimler-Konzern, inklusive des Truck-Geschäfts, hatte einen Anteil von 15 Prozent am russischen Lkw-Produzenten Kamaz, der auch Armeefahrzeuge baut. Dieser Anteil konnte erst im Jahr 2024 durch die Mercedes-Benz-Group verkauft werden. Die Verkaufssumme ist nicht bekannt.

Software-Entwicklung mit Volvo Trucks

Um Kosten zu senken, arbeiten Daimler Truck und Volvo in der Software-Entwicklung zusammen. Sie gründeten dafür ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen Coretura. Es soll künftig eine gemeinsame softwaredefinierte Fahrzeugplattform sowie ein Lkw-Betriebssystem entwickeln.

Zudem hat der Nutzfahrzeughersteller angekündigt, weitere Aktien zurückkaufen zu wollen. Ab dem zweiten Halbjahr 2025 sollen für bis zu zwei Milliarden Euro eigene Anteile am Markt erworben werden. Das Programm soll über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren laufen. Vorstand und Aufsichtsrat stützen ihre Entscheidung auf die Ermächtigung der Hauptversammlung im Mai.

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