Didi war der gefallene Stern unter den chinesischen Mobilitäts-Providern. Nun feiert das Unternehmen ein Comeback mit einer Robotaxi-Studie und hofft auf frisches Investorengeld.
Bisher war Volvo der Kooperationspartner bei Didis Feldversuchen zum autonomen Fahren.
(Bild: Volvo)
Einen Fahrer braucht das Taxi nicht mehr, hat dafür aber Roboterarme für das Gepäck. Falls nötig, kitzelt der Roboterarm die Fahrgäste auch wach, sobald das Ziel erreicht ist. So oder ähnlich stellt sich Didi, auch „Chinas Uber“ genannt, die Zukunft der Mobilität vor.
Das in einem Video vorgestellte Konzept-Auto namens „Neuron“ ist bislang nur ein futuristisch aussehender Prototyp, der noch nicht in Aktion gezeigt wurde. Auf der gerade zu Ende gegangenen Automesse „Auto Shanghai“ sorgte die Premiere dennoch für einiges Aufsehen. Denn zum einen sollen diese autonom fahrenden, fahrerlosen Taxis schon in etwa zwei Jahren auf Chinas Straßen unterwegs sein. Zum anderen war diese Show auf der Automesse für Didi ein wichtiges und auch deshalb viel beachtetes Comeback.
Strafen und Einschränkungen nach versuchtem Börsengang
Das Unternehmen, das mit seinem Taxi-per-App-Service erfolgreich den amerikanischen Konkurrenten Uber aus dem Land drängen konnte, hatte gegen den Wunsch der kommunistischen Führung des Landes einen Börsengang in New York versucht, war daraufhin 2020 zur Zielscheibe einer ausgedehnten Untersuchung unter dem Vorwand von Verstößen gegen Chinas neue Cybersecurity-Gesetze geworden.
Das ganze hatte sich zu einem mehrjährigen Internet-Crackdown ausgeweitet, der die gesamte Internet-Industrie und auch an China interessierte Investoren in anderen Sparten nachhaltig verunsicherte. Nachdem Didi mit einer Strafe von mehr als einer Milliarde Euro belegt worden war, scheint der Crackdown nun vorerst beendet.
Die Apps der Firma, auch die zum Bestellen eines Taxis mit Fahrer, die in ganz China nach wie vor enorm populär ist, funktionieren wieder ohne Einschränkungen.
Mit dem neuen Konzept-Auto will Didi signalisieren, dass es „back in Business“ ist und seine großen Ambitionen im Bereich autonomes Fahren demonstrieren. Das Unternehmen setzt unter anderem deswegen auf die neue Technologie, weil Löhne für die Taxifahrer zu seinen größten Kosten gehören. Ähnliches gilt für seine Sparte Frachtverkehr.
Außerdem, wie Marktbeobachter in Peking und Shanghai anmerkten, dürften innovative Geschäftsfelder wie das fahrerlose Fahren bei Investoren gerade gut ankommen. Das könnte Geld bringen, das Didi nach seinem Ärger mit der chinesischen Führung und dem abgesagten Börsengang in New York gut gebrauchen kann.
Roboterarm der weckt und auspackt
Meng Xing, der Chef des von Didi zur eigenständigen Unternehmenstochter gekürten ehemaligen Geschäftsbereiches Autonomes Fahren, stellte das weiße Konzept-Auto mit den Roboterarmen persönlich vor. Weil kein Fahrer mehr benötigt wird, also auch kein Lenkrad und kein Fahrersitz, habe das vom Design her schachtelförmige und daher vom Aussehen gewöhnungsbedürftige Gefährt etwa einen halben Meter mehr Beinfreiheit zu bieten, sagte Meng.
Wer wolle, könne sich damit während künftiger Taxifahrten durch den Berufsverkehr in Shanghai oder anderswo auch schon mal Schlafen legen. Der Roboterarm übernimmt dann den Weckdienst. Er kann auch Wasser reichen und den Koffer aus dem Kofferraum heben – alles Dinge, die man in China sonst nur von besonders freundlichen Taxifahrern erwarten sollte.
Wer nicht schlafen will, soll dagegen während der automatisch gesteuerten Fahrt gut unterhalten werden. Das 4,5 Meter lange Fahrzeug ist außen mit einer Reihe von Kameras und Sensoren bestückt, im Inneren hat es vorne drei und hinten zwei Bildschirme.
Chinesischer OEM als Kooperationspartner
Schon jetzt testet Didi in Shanghai und Guangzhou in einigen Bezirken seine Robotaxi-Flotte. Mehr als 1.000 Tage sind diese nun schon unfallfrei unterwegs, können von einer App aus gerufen werden und setzen die Passagiere dann am gewünschten Ort ab. Für diesen Service soll dann also ab 2025 vielerorts der „Didi Neuron“ eingesetzt werden. Für den Bau kooperiert Didi mit chinesischen Autoherstellern. Mit welchen, wurde nicht erwähnt. In der Vergangenheit hat Didi für seine Robotaxi-Flotte Autos von Volvo eingesetzt.
Für fahrerlose Lkw, einen weiteren Fokus des Unternehmens, hat Didi in Shanghai gerade seinen neuen Service „Kargobot“ vorgestellt. Mehr als 100 autonom fahrende Trucks testet das Unternehmen schon auf den langen Autobahnen zwischen Tianjin und der Inneren Mongolei.
Auch hier präsentierte Didi für die Zukunft ein Konzept, das dem Platooning stark ähnelt: Die autonom fahrenden Lastwagen sollen in einem Konvoi fahren, der von einem bemannten Pilotfahrzeug begleitet wird. Der Fahrer soll dann nur noch in kniffligen Situationen helfen, etwa an Mautstellen oder beim Einparken am Zielort. (thg)
Stand: 08.12.2025
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