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Die Hirschvogel-Strategie
Mit welcher Strategie und mit welcher Organisationsstruktur wollen Sie das Familienunternehmen Hirschvogel international auf Kurs halten?
Hätscher: Neben den Gesellschaftern gibt es seit einigen Jahren einen Beirat. Dieser fungiert quasi als Sparringspartner für uns Geschäftsführer der Hirschvogel Holding und für die Gesellschafter. Außerdem nimmt er uns gegenüber eine Kontrollfunktion wahr. Die Holding übt eine Management- und Strategierolle aus und übernimmt zusammen mit den dort angesiedelten Zentralfunktionen eine koordinierende Funktion. Mit den Zentralfunktionen wiederum setzen wir Standards für den Konzern, etwa um unser international ausgerichtetes Wachstum effizient und effektiv weiterentwickeln und abbilden zu können. Die Ebene unterhalb der Geschäftsführung setzt sich zusammen aus den Leitern der Zentralfunktionen sowie den Leitern der in- und ausländischen Werke. Letztere tragen auch die Verantwortung für ihr operatives Geschäft.
Brücher: Diese Matrixorganisation mit den Werken auf der einen Seite und den Zentralfunktionen auf der anderen Seite ist die richtige Struktur, um international wachsen zu können. Hinzu kommen unsere Centers of Excellence, kurz CoE. Hirschvogel Umformtechnik in Denklingen ist zum Beispiel das CoE für die Massivumformung von Stahl und damit das sogenannte Leitwerk für diese Fertigungstechnik im Konzern.

Was sehen Sie als die größte Herausforderung für Hirschvogel in den nächsten fünf Jahren?
Anisits: Zum einen sicher die steigenden Rohstoff-, Energie- und Personalkosten und zum anderen den anhaltenden Preisdruck der Kunden. Gleichzeitig müssen wir als Zulieferer immer mehr Verantwortung übernehmen. Aber das ist auch eine große Chance für uns.
Hätscher: Darüber hinaus muss es uns gelingen, die notwendigen Ressourcen bereitzustellen bzw. einzustellen, um das geplante Wachstum stemmen zu können.
Damit sprechen Sie auch den Wettbewerb um Fachkräfte an. Gelingt es Ihnen, die richtigen Köpfe zu finden?
Hätscher: Der Kampf um die besten Fachkräfte hat längst eingesetzt. In manchen Bereichen tun wir uns etwas schwerer, die richtigen Köpfe zu finden, in anderen wiederum nicht. Insbesondere in der Massivumformung hat Hirschvogel einen sehr guten Namen.
Brücher: Als Familienunternehmen hilft uns auch das nachhaltige Interesse unserer Gesellschafter und deren hohe Identifikation mit dem Unternehmen, qualifizierte Mitarbeiter zu finden und zu binden – vor allem in Deutschland. Im Ausland ist es noch einmal schwieriger, die qualifizierten Leute in der Menge zu bekommen, wie wir sie für das geplante Wachstum brauchen.
2013 ist für Hirschvogel ein besonderes Jahr: Wie feiern Sie Ihr 75-jähriges Jubiläum?
Hätscher: Das 75-jährige Jubiläum werden wir am Stammsitz in Denklingen vom 13. bis 15. Juni gebührend feiern. Den Anfang macht ein Festakt, wozu wir unsere Kunden und Lieferanten sowie Geschäftspartner aus der Region, aus den Verbänden und aus der Politik einladen werden. Am Freitag folgt die Mitarbeiterfeier und am Samstag ein Tag der offenen Tür, an dem wir die breite Öffentlichkeit herzlich einladen, sich den Standort anzusehen. Außerdem feiern wir in diesem Jahr auch noch das 25-jährige Jubiläum der Hirschvogel Incorporated in den USA.
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