Siemens VDO Durch dick und dünn mit dem Airbag
Siemens VDO will noch 2003 zwei neue Sensorsysteme in Serie produzieren, die dafür sorgen, dass bei einem Unfall die verschiedenen Airbags für den Beifahrer angepasst auf sein Gewicht gezündet werden.
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Siemens VDO Automotive will noch in diesem Jahr zwei neue Sensorsysteme in Serie produzieren, die dafür sorgen, dass bei einem Unfall die verschiedenen Airbags für den Beifahrer angepasst auf sein Gewicht gezündet werden. Das Sensorsystem von Siemens VDO Automotive soll dabei verschiedene Aufgaben lösen. Zunächst erkennen die Sensoren, ob ein Sitz überhaupt belegt ist. Zusätzlich klassifizieren sie die Insassen. In Zukunft sollen die Sensoren auch erkennen, ob sich die Insassen im Moment des Unfalls außerhalb einer normalen Sitzposition befinden.
So wird verhindert, dass sich der Front-Airbag mit maximaler Energie öffnet, wenn sich der Beifahrer weit nach vorne beugt. Ein Sensorsystem von Siemens VDO Automotive zur Klassifizierung der Insassen ist das OCS. Das Occupant Classification System besteht aus einer im Sitz integrierten Sensormatte und einer Kontrolleinheit (ECU) mit der entsprechenden Analysesoftware. In der Sensormatte befinden sich eine Vielzahl resistiver Sensorelemente, die den jeweiligen Druck auf dem Sitz erkennen. So wird für die verschiedenen Bereiche der Sitzfläche die jeweilige Gewichtsbelastung gemessen.
Aus diesen Daten errechnet das System, ob sich ein Kind, ein besonders leichter oder schwerer Erwachsener oder nur ein Gegenstand auf dem Sitz befindet. Einen anderen Weg zur Insassenklassifizierung geht das AWS. Beim Advanced Weight Sensing messen vier Sensoren in den Befestigungsschienen des Sitzes das jeweils aufliegende Gewicht. Eine metallische Feder im Sensor verformt sich entsprechend der auf dem Sitz lastenden Kräfte. Der Sensor misst die Verformung und gibt diese Daten an die Kontrolleinheit weiter. Die Software ermittelt daraus die gesamte Gewichtsbelastung. Für die Zukunft entwickelt das Unternehmen derzeit zwei optische Systeme.
Zum einen wird eine CMOS-basierte 3D-Kamera mehrmals pro Sekunde den Fahrgastraum aufnehmen und auf Basis dieser Bilder die Sitzposition der Passagiere analysieren. Die Software wird nicht nur erkennen, ob sich auf einem Sitz ein Kind oder ein Erwachsener befindet, sondern auch genau in welcher Position im Moment des Unfalls. Siemens VDO Automotive forscht außerdem an einem laserbasierten System. Hierbei wird mit einem sehr schwachen Laser-Lichtpuls kontinuierlich der Innenraum abgetastet. Auf Basis der Laufzeit der Lichtreflexionen berechnet das System ein dreidimensionales Bild des Innenraums.