Elektromobilität Prognose: Bis 2030 deutlich mehr Umsatz mit E-Antrieben

Von Thomas Günnel 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Bis zum Jahr 2030 könnten E-Antriebe für deutlich mehr Umsatz sorgen. Außerdem sinken die Ladezeiten. Und: Europa muss in die Zellproduktion investieren.

EnBW hat in Deutschland mit knapp 32 Prozent den größten Marktanteil beim DC-Laden.(Bild:  Endre Dulic)
EnBW hat in Deutschland mit knapp 32 Prozent den größten Marktanteil beim DC-Laden.
(Bild: Endre Dulic)

Bis zum Jahr 2030 könnte sich der weltweite Umsatz mit elektrischen Antriebssystemen für E-Autos mehr als verdoppeln – auf über 630 Milliarden Euro jährlich. Das wäre mehr als die heutigen drei größten europäischen Autohersteller insgesamt erlösen. Das zeigt die Powertrain-Studie 2025 des Beratungsunternehmens „Strategy&“ von PwC.

Demnach steigt der Anteil reiner BEV-Plattformen unter den weltweit verkauften Pkw bis 2030 auf rund 40 Prozent. Bis 2035 sogar auf etwa 60 Prozent. Parallel dazu dürfte sich laut der Berater die weltweite Batterienachfrage von heute 1,15 Terawattstunden auf rund fünf Terawattstunden im Jahr 2035 nahezu verfünffachen.

E-Autos werden effizienter, das Laden schneller

Vor allem technische Fortschritte befördern laut der Studie die E-Wende – mit direkten Effekten auf Reichweite, Ladegeschwindigkeit und Wirtschaftlichkeit. Bis 2030 sollen Ladeleistungen von bis zu 400 Kilometern in zehn Minuten flächendeckend möglich sein. Das wäre ein Niveau, das dem Tanken von Benzin oder Diesel nahekommt. Gleichzeitig sinkt der durchschnittliche Energieverbrauch der E-Fahrzeuge deutlich und könnte sich auf rund 14 Kilowattstunden pro 100 Kilometer einpendeln, im Durchschnitt der Plattformen.

Möglich machen das neue Zellchemien, optimierte Batteriearchitekturen und effiziente Antriebssysteme. Auch die Kosten sinken laut der Prognose: Mehr Wettbewerb, Skaleneffekte in der Produktion und fallende Rohstoffpreise drücken schon heute spürbar auf die Preise. Innerhalb der nächsten fünf Jahre erscheint laut Studie ein weiterer Rückgang der Zellpreise um bis zu 15 Prozent möglich.

Gleiche Gesamtkosten mit Verbrennungs-Modellen

Beim Gesamtkostenniveau sind schon heute rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge in vielen Segmenten gleichauf mit Modellen mit Verbrennungsmotoren. „Bis 2030 dürften sie in sämtlichen Segmenten wirtschaftlich gleichziehen – und damit den Durchbruch zur dominierenden Antriebsform der nächsten Mobilitätsära markieren“, prognostizieren die Autoren der Studie.

Die Transformation verläuft laut der Studie nicht einheitlich. „Während China beim BEV-Hochlauf weiter Tempo macht, fehlt es in Europa und den USA insbesondere im ländlichen Raum an erschwinglichen und flächendeckenden Schnellladeangeboten. Hinzu kommen regulatorische Hürden und uneinheitliche Förderkulissen“, beschreibt Jörn Neuhausen, Senior Director und Leiter Elektromobilität bei Strategy& Deutschland. Multi-Energy-Plattformen und Plug-in-Hybride sind daher laut Neuhausen eine flexible Antwort auf fragmentierte Märkte. „Langfristig jedoch werden sich dedizierte BEV-Plattformen durchsetzen“, beschreibt er.

Batteriezellen: Europa und USA abhängig von China

Chinas Vorsprung bei der Elektrifizierung zeigt sich in der Marktdurchdringung. Im ersten Quartal 2025 lag der BEV-Anteil am gesamten Pkw-Absatz in China bei 26 Prozent. In Europa waren es 15 Prozent. In den USA lediglich acht Prozent. Die absoluten Verkaufszahlen zeichnen ebenfalls ein klares Bild: Im Jahr 2024 wurden in China laut der Studienautoren rund 6,7 Millionen BEVs verkauft – mehr als dreimal so viele wie in Europa mit zwei Millionen, und mehr als fünfmal so viele wie in den USA mit 1,2 Millionen.

Besonders deutlich wird Chinas Dominanz bei der Batteriezellproduktion. Rund 70 Prozent der weltweiten Kapazitäten entfallen auf Unternehmen mit Hauptsitz in China. Es folgen Unternehmen aus Südkorea mit 15 Prozent und Japan mit fünf Prozent. Europäische und US-amerikanische Hersteller sind damit stark abhängig von asiatischen Zulieferern. Batteriezellen sind damit laut der Berater kein rein technologisches Thema mehr, sondern ein strategisches Gut.

Das Fazit der Studienautoren: Europa muss jetzt handeln: mit konstanten Investitionen in eigene Zellfertigung, Forschung und Entwicklung; und in standortübergreifende Partnerschaften mit Industrie, Politik und Kapitalmärkten. Nur dann können Unternehmen einen Platz in der Wertschöpfung der nächsten Mobilitätsära besetzen.

Weitere Informationen und die vollständige Studie „Powertrain study 2025“ sind bei dem Beratungsunternehmen downloadbar.

(ID:50532733)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung