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Antriebstechnik Was ist ein Plug-in-Hybrid?

| Autor: Sven Prawitz

Immer mehr Plug-in-Hybridfahrzeuge kommen auf den Markt. Die Auswahl ist deutlich größer als bei Elektroautos. Wir erklären die Technik und ihre Vorteile.

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Plug-in-Hybride beherrschen auch das Schnellladen.
Plug-in-Hybride beherrschen auch das Schnellladen.
(Bild: Daimler)

Von Januar bis Oktober 2019 wurden etwas mehr als drei Millionen Neufahrzeuge in Deutschland zugelassen. Davon verfügen 190.000 Fahrzeuge über einen Hybridantrieb.[1] Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Varianten des Hybridantriebs: den sogenannten Vollhybrid, wie er zum Beispiel von Toyota im Prius eingesetzt wird, und den Plug-in-Hybrid. Letzterer wird auf Englisch auch PHEV (Plug-in Hybrid Electric Vehicle) genannt.

Was ist der Unterschied zwischen Hybrid und Plug-in-Hybrid

Das Bild zeigt die fünf wichtigen Komponenten, die ein Plug-in-Hybridfahrzeug zusätzlich zur Verbrennertechnik verbaut hat.
Das Bild zeigt die fünf wichtigen Komponenten, die ein Plug-in-Hybridfahrzeug zusätzlich zur Verbrennertechnik verbaut hat.
(Bild: Bosch)

Entscheidendes Unterscheidungsmerkmal zwischen den Hybriden und den Plug-in-Fahrzeugen ist die Lademöglichkeit: Plug-in-Hybride können zum Beispiel an der Haushaltssteckdose oder an Laudesäulen elektrisch geladen werden. Daher die Bezeichnung Plug-in: vom „Einstecken des Ladekabels“. Um eine gewisse Strecke rein elektrisch fahren zu können, haben die Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge zudem deutlich größere Batterien als die nicht ladbaren Hybridvarianten. Je nach Modell kann ein Plug-in-Hybrid zwischen etwa 40 und 60 Kilometer rein elektrisch fahren. Beim Vollhybrid hingegen unterstützt der E-Antrieb den Verbrennungsmotor lediglich kurzzeitig.

Interessant wurde die Plug-in-Hybridtechnik für die Automobilhersteller, als die ersten Einfahrverbote in Großstädten drohten. Die Grundidee dabei: Die Fahrzeugnutzer können lange Distanzen wie gewohnt mit dem Verbrenner zurücklegen. Die Fahrt in die Innenstädte kann bei Bedarf rein elektrisch erfolgen.

Ist ein Plug-in-Hybrid sinnvoll?

Hybride, egal in welcher Ausführung, haben den Nachteil, dass sie durch die zusätzliche Antriebstechnik mehr wiegen als konventionelle Fahrzeuge. Der Elektromotor inklusive Inverter und Motorsteuerung sowie die zusätzliche Batterie erhöhen das Fahrzeuggewicht. Auf der Seite des Verbrennungsmotors kann hingegen nichts eingespart werden.

Der Vorteil ergibt sich aus der Möglichkeit der Rekuperation. Hier ist damit das Rückgewinnen von Bewegungsenergie beim Bremsen gemeint. Statt das Fahrzeug durch die Bremsen zu verzögern, wird der Elektromotor als Generator genutzt. Die Bewegungsenergie kann so teilweise in elektrische Energie umgewandelt und in der Batterie gespeichert werden. Dieser Vorgang verlangsamt das Fahrzeug und schont dabei die Bremsen, die in der Folge weniger verschleißen.

Ob sich in Summe Kraftstoff sparen lässt, hängt stark von der Fahrweise ab: Vereinfacht gesagt ist die Ersparnis umso größer, je mehr man die Funktion der Rekuperation im Alltag nutzt. Interessenten dürfen sich jedoch nicht von den Verbrauchsangaben der Automobilhersteller täuschen lassen. Der Verbrauch wird in einem standardisierten Verfahren (WLTP genannt) ermittelt. Dabei fahren alle Fahrzeuge eine definierte Strecke – im Falle von Plug-in-Hybridfahrzeugen wird der erste Teil rein elektrisch gefahren, bis die Batterie entladen ist. Das verfälscht den Kraftstoffverbrauch. In den offiziellen Angaben führt das teilweise zu Werten unter zwei Liter Benzin je 100 Kilometer.

Elektromobilitätsgesetz und Dienstwagenbesteuerung

Um den Absatz von Hybridfahrzeugen zu fördern, hat die Bundesregierung diverse Gesetze erlassen. Als Elektrofahrzeug im Sinne des Elektromobilitätsgesetzes gilt ein PHEV, wenn der Antrieb entweder maximal 50 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt oder eine rein elektrische Reichweite von mindestens 40 Kilometern hat.[3] In diesem Fall bekommen auch Plug-in-Hybride ein sogenanntes E-Kennzeichen mit allen Bevorrechtigungen für E-Autos.

Der wohl größte Hebel für die Absatzsteuerung ist die Dienstwagenbesteuerung: Plug-in-Hybridfahrzeuge mit E-Kennzeichen müssen nur mit 0,5 Prozent des Neuwagenpreises versteuert werden. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle hat alle förderfähigen Fahrzeuge in einer Liste zusammengefasst.

Auswahl einiger Plug-in-Hybrid-Modelle

  • Hyundai Ioniq Plug-in-Hybrid
  • Kia Niro Plug-in-Hybrid
  • Mini Countryman
  • VW Golf GTE
  • VW Passat GTE
  • Toyota Prius Plug-in-Hybrid

Quellen:

  • [3] Müller, Johannes/Schmidt, Edgar/Steber, Werner (2017): Elektromobilität. Würzburg

(ID:46232854)

Über den Autor

 Sven Prawitz

Sven Prawitz

Technikjournalist