Dekra-Test Akkus in E-Autos auch nach Jahren zuverlässig

Von Thomas Günnel 3 min Lesedauer

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Viele Kilometer, schnell und voll Laden: Hochvoltakkus von Elektroautos sind dennoch robust. Das hat die Dekra ermittelt – unter anderem mit Taxis, die in München unterwegs sind.

Die Dekra hat an mehreren E-Taxis den Zustand der Hochvoltbatterien getestet.(Bild:  Münchener Taxi Zentrale)
Die Dekra hat an mehreren E-Taxis den Zustand der Hochvoltbatterien getestet.
(Bild: Münchener Taxi Zentrale)

Inzwischen sind es mehr als 25.000 der sogenannten „State-of-Health“-Tests, die die Prüforganisation Dekra an Hochvoltakkus von E-Autos durchgeführt hat. Selbst bei höheren Laufleistungen sind laut der Organisation die meisten Antriebsbatterien immer noch in einem guten Zustand. 
Konkretes Beispiel: Seit dem Jahr 2018 fahren in München mehrere elektrisch angetriebene Taxis von Jaguar. Sechs der I-Pace hat die Dekra im ersten Halbjahr 2024 getestet. Die Modelle haben zwischen knapp 180.000 Kilometern und mehr als 260.000 Kilometern Laufleistung auf der Uhr. Der State of Health der Antriebsbatterien lag in den Tests zwischen 95 und 97 Prozent.

Am pfleglichen Umgang lag es nicht: „Wir haben die Fahrzeuge im Schnitt etwa eineinhalbmal pro Tag geladen, und zwar nicht besonders schonend, sondern immer ganz voll, um den Fahrern die entsprechende Sicherheit mit Blick auf die Reichweite zu geben. Unsere Erfahrungen mit den Elektrofahrzeugen sind ausgesprochen positiv“, sagt Gregor Beiner, Geschäftsführer Münchener Taxi Zentrum. „Die Batterien sind sehr, sehr langlebig, und erst recht mit den Sicherheitspuffern, die die Hersteller einbauen, halten sie die Kapazität sehr lange“, beschreibt der Unternehmer.

Größere E-Taxi-Flotte nach positiven Erfahrungen

Beiner hat seine Flotte nach den positiven Erfahrungen entsprechend ausgebaut: „Heute haben wir rund 70 Fahrzeuge in der Flotte, gut ein Drittel davon sind Elektrofahrzeuge verschiedener Marken. Bis 2029 wollen wir unsere gesamte Flotte elektrifiziert haben“, beschreibt der Taxichef.

Privatpersonen können von diesen Erfahrungen lernen. Sie sind häufig skeptisch gegenüber gebrauchten E-Autos. „Viele Menschen übertragen zum Beispiel ihre Erfahrungen mit Smartphone-Akkus auf das Thema Elektromobilität. Sie haben bei mobilen Endgeräten erlebt, dass sie schon nach wenigen Jahren eine spürbar geringere Akku-Kapazität haben, und befürchten bei Elektrofahrzeugen den gleichen Effekt“, erklärt Christoph Nolte von der Dekra die Zurückhaltung. Nolte ist Vizepräsident der Dekra und leitet den Servicebereich „Vehicles“ – dazu gehören unter anderem das Prüfen und Bewerten von Fahrzeugen.
„Unsere Erfahrungen mit dem Batterie-Schnelltest belegen deutlich höhere Nutzungsdauern. Die Antriebsbatterien sind insgesamt sehr gut. Wir stellen auch bei höheren Laufleistungen in den meisten Fällen noch einen ‚State of Health‘ über 90 Prozent fest.“

E-Auto-Akku testen in 15 Minuten

Den Schnelltest, von dem Nolte spricht, hat die Dekra selbst entwickelt. Es gibt ihn aktuell für rund 130 Fahrzeugmodelle. Der Test dauert 15 Minuten. Dazu gehören ein statischer Test und eine Beschleunigungsfahrt von rund 50 bis 100 Metern, um die Leistungsfähigkeit der Batterie zu testen.

Die Testergebnisse basieren auf der sogenannten Parametrierung der Fahrzeugmodelle. Das heißt: Die jeweilige Batterie wird im Neuzustand bei Messfahrten unter verschiedenen Bedingungen belastet und ausgewertet. „So entsteht eine Art Koordinatenstruktur, anhand dessen unser System die eigentlichen Messwerte beim Test analysiert und bewertet“, erklärt Christoph Nolte.
Ausreißer gab es in den über 25.000 Tests natürlich auch. Je nach Fahrstil, Klima und Ladeverhalten kann eine Antriebsbatterie langsamer oder schneller altern. Insgesamt bewerten die Prüfingenieure die Lebensdauer von E-Fahrzeugakkus aber positiv.

Schnelltest für E-Auto-Akkus

Den Schnelltest entwickelt die Prüforganisation derzeit weiter.  Die nächste Version soll den Akkuzustand des Autos im Stand bewerten können. Der Beschleunigungstest entfällt, stattdessen simuliert ein kurzer Ladevorgang die Batterielast. 
„Das weiterentwickelte Testverfahren wollen wir im Lauf des kommenden Jahres nach und nach für verschiedene Fahrzeugmodelle auf den Markt bringen“, grenzt Christoph Experte Nolte den Zeitraum ein.
Den aktuellen Batterie-Schnelltest bieten laut Dekra alle 74 Niederlassungen bundesweit mit Termin an. Eine Übersicht über die aktuell testfähigen Modelle gibt es bei der Dekra auf www​.dekra​.de/batterie-schnelltest.

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