Elektrisch angetriebene Lkw rollen in immer mehr Speditionen im Fernverkehr. Wie das finanzielle Risiko für die neuen E-Lkw im Rahmen bleiben kann, demonstriert Scania mit zwei Partnern.
Elektrisch angetriebene Lkw für den Fernverkehr fahren inzwischen in etlichen Speditionen.
(Bild: Daimler Truck)
Anfang Juli meldete Daimler Truck, dass die Spedition Nanno Janssen aus Leer in Niedersachsen nur noch Elektro-Lkw nutzen will. Ausnahme sind Transporte von Pyrotechnik der Gefahrgutklasse 1 – das ist bisher mit Elektro-Lkw größtenteils nicht erlaubt. Mitte Juni übernahm das Familienunternehmen die ersten fünf von zehn bestellten Mercedes-Benz E-Actros 600. Die Flotte besteht heute schon aus 27 elektrisch angetriebenen Lkw. Bis Jahresende sollen es 50 sein. Insgesamt betreibt Nanno Janssen 75 Lkw.
Mit dem E-Actros 600 hat Daimler Truck einen fernverkehrstauglichen E-Lkw im Programm – und mehr Speditionen nutzen die elektrischen Modelle. Nach Unternehmensangaben rollen E-Actros 600 bei Kunden in mehr als 15 europäischen Ländern. Das plakativste Beispiel ist Amazon. Der Versandhändler hat im Januar mehr als 200 E-Actros 600 bestellt. Die Elektro-Trucks fahren künftig zwischen Logistikzentren und städtischen Gebieten. Mehr als 140 der E-Lkw sollen in Großbritannien rollen, über 50 in Deutschland. Es gibt aber noch mehr, kleinere Logistikdienstleister, die elektrische Lkw nutzen.
Beispiel aus Deutschland: Logistik Schmitt
Der Transport- und Kontraktlogistikdienstleister Logistik Schmitt nutzt seit mehreren Jahren batterieelektrische Lkw von Mercedes-Benz Trucks und testet Prototypen und Vorserienfahrzeuge. Im Juli übernahm das Unternehmen die ersten fünf von insgesamt 23 E-Actros 600 und erweitert damit seine elektrifizierten Transporte auf den internationalen Fernverkehr.
Beispiel aus den Niederlanden: Simon Loos
Die Spedition Simon Loos Logistik fährt seit Juli mit ihren beiden ersten E-Actros 600 und beliefert damit den Einzelhandel der Discounter-Kette Lidl in den Niederlanden. Simon Loos nutzte bislang E-Actros 300 auf Strecken von bis zu 300 Kilometern. Mit dem 600er steigt der mögliche Einsatzradius auf Reichweiten von bis zu 500 Kilometer.
Beispiel aus Belgien: Milktrans
Der Logistiker VM-Milktrans und dessen Schwesterunternehmen Sovedo Logistics haben im Juli die ersten zwei von insgesamt sechs E-Actros 600 in Belgien erhalten. Die in der Milchsammellogistik tätige Unternehmensgruppe ist der erste Kunde des Herstellers in Belgien, der den elektrisch angetriebenen Truck einsetzt.
Beispiel aus Österreich: Friedl
Das familiengeführte Unternehmen Friedl führt temperaturgeführte Transporte durch – und übernahm im Juli seinen ersten vollelektrischen E-Actros 600. Das Familienunternehmen war bereits in der Testphase mit dem neuen E-Lkw unterwegs.
Beispiel aus Frankreich: Transports Derocq
Transports Derocq Nordfrankreich nutzt seit Juli seinen ersten E-Actros 600. Das familiengeführte Unternehmen ist auf Kühltransporte spezialisiert.
Beispiel aus dem Vereinigten Königreich: HIVED
Hived ist ein junges Unternehmen für Paketzustellung. Es erweiterte seine rein elektrische Flotte im Juli um zwei von insgesamt neun E-Actros 600. Die Lkw nutzt das Unternehmen im Mittelstreckennetz im gesamten Vereinigten Königreich.
Beispiel aus der Schweiz: Emmi Group
Die Emmi Group, ein Schweizer Milchverarbeitungsunternehmen, nahm im Juni den ersten vollelektrischen E-Actros 600 in Betrieb.
Beispiel aus Italien: BRIGO
Brigo erweiterte seine Flotte im Juni um fünf E-Actros. Drei 600er und zwei 300er rollen künftig in der Flotte des Unternehmens. Die Übergabe erfolgte anlässlich der Eröffnung des ersten Ladehubs von Milence in Italien.
MAN berichtete Anfang Juli ebenfalls vom erfolgreichen Start seines E-TGX. Die ersten sechs von insgesamt zwölf vollelektrischen Fernverkehrs-Lkw der Behrens-Gruppe mit Sitz in Rotenburg (Wümme) sind über 50.000 Kilometer im täglichen Logistikbetrieb gefahren. „Zwischen 80 und 90 kWh pro 100 Kilometer verbrauchen unsere E-TGX im Schnitt – rund zehn Prozent weniger als wir angenommen hatten“, sagte dazu laut einer Mitteilung Andreas Jedamzik, Fuhrparkmanager der Behrens-Gruppe. Fahrerinnen und Fahrer loben demnach Fahrkomfort, Geräuscharmut und Reichweite. Die Trucks rollen seit Januar 2025 im Verteiler- und Shuttleverkehr. Tagestouren bis zu 350 Kilometer funktionieren ohne Zwischenladung.
An den Standorten Rotenburg und Großenhain hat Behrens je sechs Schnellladepunkte mit einer Megawatt-Trafostation installiert.
(Bild: MAN)
Rund 500 Kilometer Reichweite sind mit sechs verbauten Batterie-Paketen möglich. Ein Fahrzeug fährt laut MAN nachts auf einer 650 Kilometer langen Strecke zwischen Rotenburg und Osnabrück mit Ladestopp an der firmeneigenen Infrastruktur. Vor dem Serienstart im Juni 2025 hatte der Lkw-Hersteller rund 200 elektrische Vorserien-Lkw an Kunden übergeben. Darunter die Trucks für Behrens. Die gesamte Test-Flotte ist über zwei Millionen Kilometer im realen Einsatz gefahren. Der durchschnittliche Verbrauch lag bei 97 kWh pro 100 Kilometer.
Stand: 08.12.2025
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Volvo Trucks ab 2026 elektrisch auf Langstrecke
Volvo Trucks meldete Ende April, über 5.000 batterieelektrische Lkw an Kunden in 50 Ländern ausgeliefert zu haben. Fast 170 Millionen Kilometer haben diese im gewerblichen Einsatz zurückgelegt. Das aktuelle Angebot an E-Lkw des Herstellers umfasst den städtischen und regionalen Verteilerverkehr und die Bau- und Abfallbranche. Die fünf wichtigsten Märkte sind Deutschland, die Niederlande, die Vereinigten Staaten, Norwegen und Schweden. Im zweiten Quartal 2026 will der Lkw-Hersteller eine Langstreckenversion seines schweren FH Electric auf den Markt bringen. Reichweite: bis zu 600 Kilometer.
Scania, SKF und die LOTS Group
Scania, SKF und die LOTS Group wollen noch in diesem Jahr eine der längsten Routen Europas für batteriebetriebene Elektrofahrzeuge einrichten. Auf der in Partnerschaft mit der Spedition Ahréns Åkeri betriebenen Route sollen die Fahrzeuge 85 Prozent der jährlichen Fahrleistung voll beladen zurücklegen. Die Strecke soll jährlich 221.000 Kilometer umfassen.
In dem Projekt geht es aber nicht nur um den Einsatz elektrisch angetriebener Lkw, die schrittweise in die Flotten kommen. „Ziel ist es, wiederkehrende Kreisläufe mit garantierten Volumina und hoher Fahrzeugauslastung zu schaffen, um das finanzielle Risiko von Investitionen in grüne Technologien zu reduzieren“, teilte Scania im Januar mit. Das heißt: Die Partner validieren Betriebsparameter wie den Energieverbrauch, die Strompreise und wie sie die Fahrzeugauslastung maximieren können. „Wir bei Scania sind begeistert, wie die Zusammenarbeit führender Industrieunternehmen den Weg für den Elektrotransport ebnet und das Logistiksystem als Ganzes neu definiert. Die Partnerschaft zwischen SKF, LOTS und Scania zeigt, dass Gütertransport mit batterieelektrischen Fahrzeugen machbar ist, nicht nur für kürzere Stadtstrecken, sondern auch für den Fern- und Schwertransport“, kommentierte Gustaf Sundell, Leiter von Scania Ventures and New Business.
Wie bewähren sich E-Lkw in der Praxis? Neben den genannten Beispielen zeigt das der auf Social Media bekannte Elektrotrucker Tobias. Der Berufskraftfahrer bei Nanno Janssen ist mit einem elektrisch angetriebenen Lkw im Fernverkehr unterwegs – mit Hund Krümelix und Kamera.