Tesla-Ausblick Musk-Aussagen verschrecken immer mehr potenzielle Käufer

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Einen Tesla zu fahren, war mal cool. Inzwischen sehen sich die Käufer kritischen Fragen zur Politik von Elon Musk ausgesetzt – oder fremdeln selbst mit dem Fabrikat. Das Kundenpotenzial könnte stark schrumpfen, glaubt Autoanalyst Jürgen Pieper.

Noch anschlussfähig? Autoanalyst Jürgen Pieper erwartet, dass sich ein wesentlicher Teil der Tesla-Kunden wegen Elon Musk vom E-Auto-Bauer abwenden wird.(Bild:  Grimm / »kfz-betrieb«)
Noch anschlussfähig? Autoanalyst Jürgen Pieper erwartet, dass sich ein wesentlicher Teil der Tesla-Kunden wegen Elon Musk vom E-Auto-Bauer abwenden wird.
(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Tesla hat zunehmend ein Imageproblem. Die Anbiederung von Gründer Elon Musk an US-Präsident Donald Trump und seine aus europäischer Sicht oft merkwürdigen Aussagen lassen sich schlecht in Einklang bringen mit den Grundwerten vieler Tesla-Käufer. Aus gutem Grund haben zahlreiche Unternehmen bereits öffentlich bekanntgegeben, keine Tesla-Fahrzeuge mehr für ihre Fuhrparks anzuschaffen. Prominentes Beispiel dafür war Rossmann.

Dieser Trend könnte anhalten, ist der Autoanalyst Jürgen Pieper überzeugt. Er war 24 Jahre lang beim renommierten Bankhaus Metzler in leitenden Funktionen tätig, gilt als ausgewiesener Experte der Automobilbranche und wurde in der Vergangenheit oft von Agenturen wie der dpa zu Branchentrends befragt. Er rechnet nun damit, dass ein relevanter Teil der Tesla-Fahrer wegen der politischen Positionierung des Tesla-Chefs Elon Musk künftig eine andere Marke fahren wird.

Generell befindet sich die Marke in Deutschland im Abwärtstrend. Im Jahr 2024 brach der Tesla-Absatz um 41 Prozent ein, was natürlich auch im Kontext des generellen Rückgangs der Elektrozulassungen um 27 Prozent steht. Aber die Strahlkraft des einstigen E-Auto-Pioniers, der früher mit klimaschützender Mobilität geworben hatte, scheint beschädigt zu sein.

Jeder dritte Kunde könnte sich abwenden

Im Gespräch mit der Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ sagt Analyst Pieper: „Das Autogeschäft hat sich politisiert. Auf der einen Seite steht das Lager der eher konservativen Verbrenner-Anhänger, dem gegenüber die meist linke, grüne oder liberale Elektro-Fraktion.“ Die Folgen treffen nun Tesla, da aus seiner Sicht zwischen 10 und 30 Prozent der Tesla-Käufer mit der politischen Richtung von Musk nichts zu tun haben wollen. In der Folge würden sie sich beim Autokauf umorientieren. Denn Angebote für progressive und technikaffine Käufer gibt es inzwischen genügend im Neuwagenmarkt.

Pieper hält es zugleich nicht für ausgeschlossen, dass sich Musk mittel- oder langfristig von Tesla trennen wird, möglicherweise um sich in seinen anderen Projekten stärker zu engagieren. „Musk verkauft eben nicht nur E-Autos, sondern engagiert sich auch im Weltraum, ist nach dem Kauf von Twitter/X Medienunternehmer, zudem Teil der kommenden US-Regierung und so auch in der Weltpolitik aktiv“, sagt Pieper. Und er erinnert an ein früheres Ziel von Elon Musk, nämlich einmal 20 Millionen Tesla pro Jahr zu verkaufen. Die werde er „selbst mit massiver Unterstützung der Trump-Regierung niemals schaffen“.

Wenn diese Erkenntnis in Musk reift, könnte sie ein Grund für ihn werden auszusteigen, damit er für den geplatzten Traum nicht selbst verantwortlich ist.

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