Der Stern von Elon Musk in Washington sinkt. Gleichzeitig verkauft Tesla weniger Autos. Mal wieder verspricht der Tech-Milliardär Millionen selbstfahrender Teslas. Skeptiker haben jedoch Zweifel.
Tesla-Chef Elon Musk will seine politischen Aktivitäten zurückfahren.
(Bild: Tesla)
Tech-Milliardär Elon Musk leitet den Rückzug aus Washington ein. Ab Mai werde er „erheblich“ weniger Zeit als Kostensenker von Präsident Donald Trump im Regierungsapparat verbringen, sagte der Tesla-Chef. Stattdessen werde er sich wieder mehr um die Belange des Elektroauto-Herstellers kümmern. Tesla meldete zuvor einen Umsatzrückgang und einen Gewinneinbruch für das vergangene Quartal.
Ganz aus der Umlaufbahn des US-Präsidenten will Musk aber nicht verschwinden. Er wolle sich weiterhin an einem bis zwei Tagen pro Woche mit Regierungsaufgaben beschäftigen – jedenfalls so lange Trump das möchte. Die politischen Aktivitäten und rechten Positionen machten Musk unpopulärer – und das schlug auf Tesla durch.
Analyst Dan Ives von Wedbush Securities, der sich lange sehr optimistisch über die Zukunft von Tesla äußerte, schätzt, dass der Schaden für die Marke durch Musks Aktionen die Tesla-Nachfrage dauerhaft um 15 bis 20 Prozent drücken könnte. In einer Umfrage des US-Wirtschaftssenders CNBC äußerten sich rund 50 Prozent negativ über Musk – und mehr als 47 Prozent hatten eine negative Einstellung zu Tesla. Im ersten Quartal sanken Teslas Auslieferungen um 13 Prozent.
Gewinneinbruch von 71 Prozent
Die Erlöse von Tesla fielen im Jahresvergleich um neun Prozent auf gut 19 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn brach um 71 Prozent auf etwas mehr als 400 Millionen Dollar ein. Tesla verfehlte damit die Erwartungen der Analysten.
Das Unternehmen bestätigte zugleich, dass noch im ersten Halbjahr 2025 die Produktion günstigerer Modellvarianten beginnen solle. Allerdings wurde klar, dass sie den aktuellen Fahrzeugen wie Model Y und Model 3 ähnlich sehen werden.
Die Ergebnisse kommen nicht überraschend: Teslas Auslieferungen waren im ersten Quartal um 13 Prozent auf unter 340.000 Fahrzeuge gefallen. Wie stark einzelne Gründe zu dem Rückgang beitrugen, ist schwer festzumachen. Neben den Kontroversen um Musk dürfte ein Faktor der Umstieg auf eine erneuerte Generation des Bestsellers Model Y sein.
Tesla rüstete Anfang des Jahres die Produktionslinien um. Dafür pausierte die Fertigung für einige Wochen. Zugleich war für Kaufinteressenten der Anreiz geringer, sich ein Fahrzeug der vorherigen Y-Variante zu kaufen.
Tesla betreibt Steuervermeidung
Jüngst berichtete Der Standard über das Finanzgebaren des Herstellers. Dem Bericht zufolge hat Tesla in den Niederlanden eine Fabrik registriert. Dort würden jedoch keine Autos produziert, sondern die Aufträge an die Tochtergesellschaft in Grünheide vergeben. Über dieses Modell soll Tesla in den Niederlanden nur geringe Steuern und in Deutschland keine Abgaben zahlen.
Ende Dezember 2024 habe Tesla eine Stiftung mit Sitz in der Schweiz gegründet, berichtet Der Standard weiter. An Silvester seien die niederländischen Betriebsgesellschaften in die Stiftung übertragen worden.
Millionen selbstfahrende Teslas?
Musk verkündet aber, selbstfahrende Autos würden die Zukunft von Tesla sichern. Ende Juni soll ein Robotaxi-Dienst im texanischen Austin starten. Zunächst sollen dafür zehn bis 20 Fahrzeuge des Kompakt-SUV Model Y eingesetzt werden – die Produktion eines Tesla-Robotaxis ohne Lenkrad und Pedale ist erst für das Jahr 2026 angekündigt. Im Fall von Problemen will Tesla zu Fernsteuerung greifen.
Musk Position ist, dass sehr viele Tesla-Fahrzeuge bereits alles Nötige an Bord haben, um ein selbstfahrendes Auto zu sein. Man wolle die Funktion zum autonomen Fahren in mehreren US-Städten noch in diesem Jahr für Privatleute freischalten. Dann werde man sich dort schlafend zum Zielort fahren lassen können, sagte er. Das hatte Musk bereits 2017 binnen zwei Jahren in Aussicht gestellt.
Mitte April berichtete Electrek, dass bei ungefähr vier Millionen Tesla-Fahrzeugen die Hardware – entgegen der Ankündigungen – nicht für hochautomatisiertes Fahren geeignet sei. Es gehe laut Bericht um die Kunden, die das Software-Paket „Full-Self Driving“ erworben haben. Demnach müsse das Unternehmen die Steuereinheit für Assistenzsysteme (HW3 genannt) bei den betroffenen Fahrzeugen austauschen oder deren Besitzer entschädigen. Schätzungsweise geht es um eine halbe Millionen Einheiten.
Skepsis in der Branche
Branchenexperten und Konkurrenten äußern seit Jahren große Zweifel an Musks Versprechen selbstfahrender Autos. Einer der Gründe: Musk beharrt darauf, das nur mit Kameras und KI-Software erreichen zu können, ohne die teureren Laser-Sensore (Lidar), auf die Rivalen wie die Google-Schwesterfirma Waymo setzen. Musks Ansatz ist deutlich günstiger, Kritiker warnen jedoch, dass Kameras allein nicht ausreichend Sicherheit böten.
Stand: 08.12.2025
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Andere Hersteller lehnen es kategorisch ab, autonome Autos nur mit Kameras auf die Straße zu schicken. So hakte BMW-Entwicklungsvorstand Frank Weber dies jüngst ab: „Für uns ist das völlig klar, dass das nicht geht.“ Eine Kamera würde etwa eine Palette nicht erkennen, die vor dem Auto auf der Fahrbahn liege, argumentierte er am Rande der Technik-Messe CES im Januar.
Musk hält sich Schlupfloch offen
Das Dilemma für Waymo: Die fahrerlosen Robotaxis der Firma sind zwar erfolgreich in mehreren Städten unterwegs, die hohen Kosten der Fahrzeuge bedeuten aber, dass es schwieriger ist, damit Geld zu verdienen. Musk behauptete deshalb, der Preisvorteil werde Tesla in kurzer Zeit einen Marktanteil von mehr als 90 Prozent im Robotaxi-Markt sichern. Er bestritt ausdrücklich, dass grelles Sonnenlicht die Kameras blenden könne.
Zugleich schränkte der Tesla-Chef aber ein, dass die großen Autonomie-Pläne noch von der „regulatorischen Situation“ blockiert werden könnten. US-Verkehrsbehörden zögerten in der Vergangenheit nicht, bei Problemen Erlaubnisse für selbstfahrende Autos auszusetzen.
Uhr für Musk in Washington tickte ohnehin
Musk ging nach Washington formell als „besonderer Regierungsangestellter“. Diesen Status kann man höchstens für 130 Tage haben, insofern müsste seine Zeit in der US-Hauptstadt eigentlich ohnehin Ende Mai ablaufen. Andererseits kann sich die Dauer verlängern, wenn man in Teilzeit aktiv ist.
Musks Position im Trump-Umfeld wirkte schon in den vergangenen Wochen geschwächt, insbesondere nachdem er sein Gewicht in den Wahlkampf um einen wichtigen Richterposten im Bundesstaat Wisconsin warf – und der von ihm unterstützte Kandidat der Republikaner verlor.