Software EU nickt die Fusion von Synopsys und Ansys ab – unter Auflagen

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Synopsys will Ansys übernehmen. Die EU-Kommission genehmigt die Transaktion, wenn einzelne Bereiche an Dritte veräußert werden.

Die EU-Kommission stimmt den Fusionsbestrebungen zwischen Synopsys und Ansys zu, sofern die Software-Tätigkeiten zu Code V, LightTools, LucidShape, RSoft, ImSym und Power Artist veräußert werden.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Die EU-Kommission stimmt den Fusionsbestrebungen zwischen Synopsys und Ansys zu, sofern die Software-Tätigkeiten zu Code V, LightTools, LucidShape, RSoft, ImSym und Power Artist veräußert werden.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Für etwa 35 Milliarden US-Dollar will Synopsys, ein Anbieter von EDA-Software, das Unternehmen Ansys (Simulationssoftware) übernehmen. Die Transaktion soll die Marktposition von Synopsys stärken, die möglicherweise nur von den Mitbewerbern Cadence und Siemens EDA (vormals Mentor Graphics) ansatzweise streitig gemacht werden kann. Zum Vergleich: Siemens wird für circa zehn Milliarden Dollar Altair Engineering übernehmen.

Während kleine und mittelgroße Unternehmen mit Bedarf an EDA-Werkzeugen die oligopolistische Entwicklung auf dem Markt kritisch sehen könnten, winkt die EU-Kommission die anstehende Fusion unter Auflagen durch, wie sie am 10. Januar 2025 bekannt gegeben hat. „Die Kommission untersuchte die Auswirkungen der Übernahme auf den Weltmärkten für die Bereitstellung von i) Optik-Software, ii) Photonik-Software und iii) Software-Tools für Electronic Design Automation (EDA) für die Chipentwicklung, wo sich die Tätigkeiten von Synopsys und Ansys tatsächlich oder potenziell überschneiden“, heißt es darin.

Bedenken zum Wettbewerb

Die Untersuchung ergab demnach, dass sich die Tätigkeiten der Unternehmen weitgehend ergänzen. Die Fusion würde sich aber teilweise beschränkend auf den Wettbewerb auf den Märkten der Optik-Software, Photonik-Software und EDA-Software auswirken. Genauer heißt es: auf den „i) Markt für Optik-Software zur Simulation des Verhaltens von Licht in großen makroskopischen Systemen (z. B. Bildschirme oder Autoscheinwerfer), ii) Markt für Photonik-Software zur Simulation des Verhaltens von Licht in kleineren nanoskopischen optischen Systemen (z. B. Digitalkameras oder Solarpaneele) und iii) Markt für Software zur Analyse des Energieverbrauchs auf Register-Transfer-Ebene, ein EDA-Software-Tool, das in der ersten Phase der Chipentwicklung zur Ermittlung des Energieverbrauchs eingesetzt wird.“

Deswegen stellte die Kommission fest, dass die Übernahme zu den angekündigten Bedingungen zu einer zu hohen Konzentration gemeinsamer Marktanteile führen würde. Gleichzeitig verblieben nicht genügend andere Wettbewerber, um regulierend auf den Markt einzuwirken und eine Auswahl für den Kunden zu bieten.

Die Abhilfemaßnahmen der EU-Kommission

Die Kommission empfiehlt die Veräußerung von unternehmenseigenen Software-Tätigkeiten, nämlich

  • die Optik- und Photonik-Software von Synopsys, einschließlich Code V, LightTools, LucidShape, RSoft und ImSym und
  • die Software zur Analyse des Energieverbrauchs auf Register-Transfer-Ebene Power Artist von Ansys.

Sofern das geschieht, würden die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der EU-Kommission vollständig ausgeräumt werden. „Über die Genehmigung eines geeigneten Erwerbers der zu veräußernden Geschäftsbereiche wird die Kommission in einem gesonderten Verfahren entscheiden. Synopsys kann die Übernahme von Ansys erst nach dieser Genehmigung vollziehen“, merkt die Kommission an.

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