Kreislaufwirtschaft EU-Länder planen Recyclingquote für neue Autos

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Neue Autos in der EU sollen künftig mehr recycelte Materialien enthalten. Außerdem sollen die Demontage und der Tausch von Teilen leichter möglich sein.

Die EU-Länder wollen in Neufahrzeugen mehr recycelte Materialien vorschreiben.(Bild:  BMW)
Die EU-Länder wollen in Neufahrzeugen mehr recycelte Materialien vorschreiben.
(Bild: BMW)

In neuen Autos in der EU soll künftig mehr recyceltes Material verbaut werden müssen. Darauf verständigten sich die EU-Umweltminister bei einem Treffen in Luxemburg. Darüber hinaus sollen Autos künftig so konzipiert werden müssen, dass Teile leichter entfernt und ersetzt werden können. Bundesumweltminister Carsten Schneider sieht darin eine wichtige Entscheidung, die unter anderem der deutschen Autoindustrie wichtige Rohstoffe sichere. Zudem würden Reparaturen für Bürgerinnen und Bürger günstiger, weil Ersatzteile besser verfügbar seien, sagte der SPD-Politiker.

Stahl, Aluminium und Kunststoff besser zurückgewinnen

Der Kompromiss der EU-Staaten sieht vor, dass der Mindestanteil an recyceltem Kunststoff in Fahrzeugen in drei Schritten steigen soll. Demnach sind 15 Prozent bis sechs Jahre nach dem Inkrafttreten der Verordnung vorgesehen. Nach acht Jahren soll der Anteil bei 20 und nach zehn Jahren bei 25 Prozent liegen. Die Verständigung der Länder geht auf einen Vorschlag der EU-Kommission zurück. Diese hatte die neuen Vorgaben bei der Konstruktion von Fahrzeugen unter anderem vorgeschlagen, um Rohstoffe wie Stahl, Aluminium oder Kunststoffe besser zurückzugewinnen.

Gleiche Regeln für Lkw und Motorräder

Die Gesamtkosten der vorgeschlagenen Verordnung für Wirtschaft und Verbraucher zusammen schätzte die Kommission, als sie den Vorschlag vor rund zwei Jahren präsentierte, auf weniger als 70 Euro pro Fahrzeug, das in den Verkehr gebracht wird. Der Preis für ein neues Auto soll um weniger als 40 Euro steigen. Nun muss in Verhandlungen mit dem Europaparlament ein Kompromiss gefunden werden, bevor neue Regeln in Kraft treten können. Die EU-Staaten machen sich dafür stark, dass auch Motorräder und Lkw von den neuen Regeln erfasst werden sollen. „Wie bei Autos und Kleintransportern sollte die Konstruktion dieser Fahrzeuge die Entfernung von Teilen ermöglichen“, heißt es in einer Mitteilung.

Automobilfertigung braucht viele Ressourcen

Die Fahrzeugfertigung gehört zu den ressourcenintensivsten Wirtschaftszweigen. Nach Angaben der EU-Kommission entfallen auf die europäische Automobilindustrie zum Beispiel 19 Prozent der Nachfrage in der EU-Stahlindustrie – mehr als sieben Millionen Tonnen pro Jahr, zehn Prozent des Gesamtverbrauchs von Kunststoffen – sechs Millionen Tonnen pro Jahr, sowie ein großer Anteil der Nachfrage nach Aluminium – 42 Prozent für sämtliche Fahrzeuge, etwa zwei Millionen Tonnen jährlich.

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