Autogipfel in Brüssel EU soll CO2-Strafzahlungen aussetzen

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die EU soll die CO2-Strafzahlungen aussetzen, um die Autobranche nicht länger zu gefährden, forderte der VDIK im Vorfeld des EU-Autogipfels. Warnungen gab es auch vom ZDK.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte heute in Brüssel zum europäischen Autogipfel eingeladen. Bis 5. März will die Kommission aus dem Ergebnis einen Aktionsplan erarbeiten und vorlegen, mit dem die Autoindustrie bei der Transformation unterstützt werden soll.(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte heute in Brüssel zum europäischen Autogipfel eingeladen. Bis 5. März will die Kommission aus dem Ergebnis einen Aktionsplan erarbeiten und vorlegen, mit dem die Autoindustrie bei der Transformation unterstützt werden soll.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

In Brüssel ist heute (30. Januar) der von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen initiierte EU-Strategie-Dialog gestartet. 22 Vertreter aus Industrie, Gewerkschaften, der Kommission und Umweltorganisationen kamen dabei zusammen, um gemeinsam Lösungen zu finden, um die europäische Automobilindustrie aus ihrer Krise zu führen.

VDIK: Rahmenbedingungen passen nicht

Imelda Labbé, Präsidentin des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), appellierte an von der Leyen, die drohenden CO2-Strafzahlungen für Autohersteller sofort auszusetzen. „Solange die Rahmenbedingungen nicht ausreichen, um das Kundenvertrauen in die Elektromobilität zu stärken, führen die Androhungen von Strafzahlungen zu einem ruinösen Wettbewerb“, warnte Labbé. Der VDIK halte an seinem Bekenntnis zur EU-Klimaneutralität bis 2050 fest, fordert von der Politik jedoch die erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen: Dazu gehöre der Ausbau der Ladeinfrastruktur, planbare Anreize für alle Kunden sowie wettbewerbsfähige Ladestrompreise und Vorteile für E-Fahrzeugfahrer.

Auch Arne Joswig, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), meldete sich mit einem Appell an die EU. „Mobilität muss bezahlbar bleiben und darf nicht zur sozialen Frage werden!“, so Joswig. Das gefährde die Wirtschaftskraft. Er wies auf die Bedeutung des europäischen Kfz-Gewerbes hin, das 4,5 Millionen Beschäftigte in Autohäusern und Werkstätten umfasst. Ohne sie sei die Transformation hin zur klimaneutralen individuellen Mobilität nicht möglich.

Um die Absatzkrise zu bewältigen, fordert der ZDK ein Umdenken in der EU-Politik hin zu einem technologieoffenen Ansatz und warnte vor der „zwanghaften Fokussierung auf E-Mobilität“. Der Kunde sei verunsichert. Das ambitionierte Ziel der EU, bis 2035 Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren zu verbannen, sei riskant.

ZDK warnt vor Gefahren, wenn Klimaziele nicht erreicht werden

Regenerative Kraftstoffe müssten neben elektrischen Antrieben in die Strategie integriert werden, um die Klimaziele zu erreichen. Nach Schätzungen werden bis 2030 in Deutschland nur halb so viele Elektrofahrzeuge wie die anvisierten 15 Millionen auf den Straßen sein. Daher bestehe die Gefahr, dass die EU ihre Zielvorgaben zum Ausbau von einer Millionen Ladepunkten bis 2030 um 40 Prozent verfehlen werde. Das habe Folgen für die die individuelle Mobilität darstellt.

Joswig warnte: „Wenn die E-Mobilität nicht vorankommt und die Klimaziele bestehen bleiben, könnte sich der CO2-Preis so stark verteuern, dass Autofahren zu einem Luxus wird, den sich immer weniger Menschen leisten können.“ Er forderte auch schnelle Lösungen für bezahlbare Elektrofahrzeuge und alternative Kraftstoffe, was nicht nur eine Herausforderung für die Politik, sondern auch für die Automobilhersteller und die mineralölverarbeitende Industrie darstellt. „Unsere Kunden erwarten Lösungen – und zwar jetzt!“

EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat angekündigt, bis zum 5. März aus dem Ergebnis einen Aktionsplan zu erarbeiten und vorzulegen, mit dem die Autoindustrie bei der Transformation unterstützt werden kann.

Anlass der Gespräche ist die Sorge der EU um die Situation des Autobranche. „Die Automobilindustrie ist ein wichtiger Motor für den Wohlstand in Europa. Sie sichert über 13 Millionen direkte und indirekte Arbeitsplätze und trägt mit rund 1 Billion Euro zu unserem Bruttoinlandsprodukt bei. Über die wirtschaftlichen Auswirkungen hinaus gewährleistet die Branche die sichere und erschwingliche Mobilität unserer Bürger und Unternehmen und stellt Produkte her, die weltweit Anerkennung finden“, beschreibt die EU die Bedeutung der Branche.

(ID:50304601)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung