E-Mobilität EU-Extrazölle auf Elektroautos aus China in Kraft getreten

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die angekündigten Zusatzzölle sind nun in Kraft getreten. Betroffen sind E-Autos, die in China produziert und nach Europa importiert werden.

Die „BYD Explorer No 1“ hat Anfang 2024 erstmals in Bremerhaven angelegt. Der Import chinesischer Hersteller in die EU nimmt stetig zu.(Bild:  BLG/Jan Sieg Photography)
Die „BYD Explorer No 1“ hat Anfang 2024 erstmals in Bremerhaven angelegt. Der Import chinesischer Hersteller in die EU nimmt stetig zu.
(Bild: BLG/Jan Sieg Photography)

Die EU-Zusatzzölle auf aus China importierte Elektroautos sind seit wenigen Stunden in Kraft. Die von der Europäischen Kommission beschlossene Verordnung wurde am Dienstagabend im Amtsblatt der EU veröffentlicht und am folgenden Tag gültig. Die zusätzlichen Abgaben sollen fünf Jahre lang gelten. Aus Deutschland kommt starke Kritik an der Neuregelung.

Vor dem Beschluss der EU-Kommission hatte Anfang des Monats eine ausreichend große Mehrheit der EU-Staaten für die Strafzölle gestimmt. Deutschland votierte gegen die Maßnahme, aus Sorge vor einem neuen großen Handelskonflikt und möglichen Vergeltungsmaßnahmen gegen deutsche Hersteller.

EU-Kommission: Chinas Hersteller können 20 Prozent günstiger produzieren

Aus Sicht der Europäischen Kommission sind die Ausgleichszölle notwendig, um langfristig die Zukunft der Autoindustrie in der EU zu sichern. Sie kam bei einer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass chinesische Hersteller von unfairen Subventionen profitieren, die ihnen einen erheblichen Vorteil auf dem europäischen Markt verschaffen.

Demnach können chinesische Elektroautos normalerweise rund 20 Prozent günstiger angeboten werden als in der EU hergestellte Modelle. Bereits im Juli hatte die EU-Kommission deswegen vorläufige Ausgleichszölle eingeführt.

Maximaler Aufschlag für MG und Maxus

Für E-Autos des Herstellers BYD gilt nun künftig eine Extra-Abgabe in Höhe von 17 Prozent, wie aus der Verordnung hervorgeht. Für Elektrofahrzeuge des Produzenten Geely sind demnach 18,8 Prozent fällig. Der Höchstsatz beträgt 35,3 Prozent – z. B. für SAIC (MG Motor, Maxus). Die Zölle kommen auf einen bereits bestehenden Zollsatz von zehn Prozent hinzu. Zum Vergleich: China setzt bei importierten Fahrzeugen 15 Prozent an.

Verhandlungen über eine mögliche einvernehmliche Lösung des Handelsstreits blieben bis zuletzt erfolglos. Als eine Option wird gesehen, dass E-Auto-Händler Preisverpflichtungen eingehen und damit die Zölle abwenden können. Auf technischer Ebene liefen die Verhandlungen auch nach der Entscheidung für die Ausgleichsabgaben weiter, hieß es aus der Kommission.

Chinas Regierung an Verhandlung interessiert

Auch die chinesische Regierung will weiter verhandeln. Man hoffe, dass die EU mit China daran arbeiten werde, „schnell eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden, um eine Eskalation der Handelskonflikte zu vermeiden“, teilte das chinesische Handelsministerium mit. China hat das Thema zudem bei der Welthandelsorganisation eingebracht und erhofft sich von dort Unterstützung.

China habe wiederholt darauf hingewiesen, dass die Anti-Subventionsuntersuchung „viele unfaire und unrechtmäßige Aspekte“ aufweise. Man werde weiterhin alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die legitimen Rechte und Interessen chinesischer Unternehmen entschieden zu verteidigen. Gleichzeitig habe man bemerkt, dass die EU ihre Bereitschaft zu weiteren Verhandlungen signalisiert habe, so das Ministerium weiter.

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