Automatisierung Humanoide Roboter in der Serienfertigung bei BMW in Leipzig

Von Thomas Günnel 3 min Lesedauer

Ab Sommer 2026 arbeiten humanoide Roboter in der Serienfertigung des BMW-Werkes Leipzig. Ihre Akkus wechseln sie selbst.

Ab Sommer 2026 soll „AEON“ die Menschen im BMW-Werk Leipzig unterstützen.(Bild:  diephotodesigner.de/BMW)
Ab Sommer 2026 soll „AEON“ die Menschen im BMW-Werk Leipzig unterstützen.
(Bild: diephotodesigner.de/BMW)

BMW startet ein Pilotprojekt mit humanoiden Robotern im Werk Leipzig. Während des Tests und später in der Pilotphase sollen die Roboter in der Montage von Hochvoltbatterien und in der Komponentenfertigung für Exterieur-Teile arbeiten. Die Humanoiden „AEON“ liefert das in Zürich ansässige Unternehmen Hexagon Robotics.

Im Juni 2025 hatte Hexagon Aeon vorgestellt. Es ist der erste humanoide Roboter des Unternehmens. Im Dezember 2025 testete BMW den Roboter in Leipzig. Jetzt steht Aeon vor einem zweiten Test im April 2026 – mit dem Ziel, ihn ab Sommer 2026 vollständig in die Fertigung zu integrieren.

Das kann der Humanoide „AEON“

Der Humanoide bewegt sich auf Rädern und mit maximal 2,4 m/s. Zum Vergleich: Menschen gehen mit etwa 1,35 bis 1,65 m/s, also etwa 4,9 bis 6 Kilometer pro Stunde. Der Roboter wiegt 60 Kilogramm und ist 1,65 Meter hoch. Die Nutzlast beziffert Hexagon Robotics auf 15 Kilogramm kurzfristig und acht Kilogramm Dauerlast. Die Akkulaufzeit beträgt laut Hersteller vier Stunden. Hand- und Greifelemente oder Scan-Werkzeuge sind laut BMW flexibel andockbar.

Den Akku wechselt Aeon an einer Station selbst. Dafür verbindet er eine Hand mit dem zu wechselnden Akku. Verbaut sind diese in zwei Schächten an der Front des Humanoiden. Der Akku gleitet heraus – der Roboter steckt ihn in einen Schacht an der Ladestation. Nächster Schritt: Aeon greift den geladenen Akku aus der Station und setzt ihn in seine Front ein. Nach 26 Sekunden ist alles erledigt.

Aeon im BMW-Werk Leipzig

Humanoide Roboter in Spartanburg

Im Jahr 2025 hatte BMW den ersten humanoiden Roboter in einem seiner Werke. Im amerikanischen Werk Spartanburg arbeitete „Figure 02“ des Unternehmens Figure AI im Rohbau. Der Roboter entnahm Blechteile aus Kisten und positionierte diese millimetergenau in Schweißanlagen. Insgesamt bewegte der Humanoide laut BMW über 90.000 Bauteile und legte in rund 1.250 Betriebsstunden etwa 1,2 Millionen Schritte zurück.

Innerhalb von zehn Monaten baute der Roboter an mehr als 30.000 BMW X3 mit. Sein Schichtplan: Montag bis Freitag, zehn Stunden. „Der Einsatz der humanoiden Roboter stieß bei den Mitarbeitenden auf großes Interesse und entwickelte sich im Projektverlauf schnell zu einem selbstverständlichen Teil des Arbeitsalltags“, beschreibt BMW in einer Mitteilung. Aktuell prüfen die Unternehmen weitere Einsätze für den Nachfolger Figure 03.

„Physical AI für Production“

Für den Einsatz von Physical AI, also der Kombination aus KI-Agenten und Robotern, nutzt BMW ein einheitliches IT- und Datenmodell im Produktionssystem, das auf einer Datenplattform läuft. Bedeutet: Alle Daten sind konsistent, standardisiert und jederzeit verfügbar. So können zum Beispiel KI-Agenten Aufgaben autonom und in komplexen Umgebungen übernehmen. Gleichzeitig lernen sie kontinuierlich hinzu und qualifizieren sich für weitere Einsatzbereiche.

In einem „Center of Competence for Physical AI in Production“ bündelt BMW die Expertise zu Künstlicher Intelligenz und Robotik. „Bereits in den letzten Jahren konnten wir ein internationales Expertenteam aufbauen, welches sich neben der Inhouse-Forschung und ‑Programmierung die sukzessive Integration von KI in das bestehende Produktionssystem zur Aufgabe gemacht hat“, beschreibt Felix Haeckel, Gruppenleiter des Center of Competence. Das Ziel: Pilotprojekte mit Physical AI in weiteren Werken aufsetzen und entwickeln.

Smart Factory Day in Berlin

Wie entwickelt Mercedes-Benz Software und Prozesse für die Produktion? Und wie entsteht der neue Axialflussmotor? Wir schauen uns beides an: In einer individuellen Werksführung im Digital Factory Campus in Berlin-Marienfelde. Wann? Am 10. und 11. Juni beim Smart Factory Day.

Wir diskutieren außerdem darüber, welche neuen Aufgaben Beschäftigte benötigen, um mit humanoiden Robotern und Künstlicher Intelligenz zu arbeiten. Zusätzlich: Automatisierte Kabelsatzproduktion und -montage, digitale Zwillinge, Automation in der Produktion von Batterien und E-Motoren, eine Startup-Session, eine Ausstellung mit Produkten zum Anfassen; Neues zu Datenanalyse und maschinellem Lernen und Künstlicher Intelligenz.

Smart Factory Day – das Event mit Expertenwissen aus der Automobilindustrie für die Automobilindustrie.

Alle Infos zur Veranstaltung

(ID:50769975)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung