Overhead-Kosten Warum Zulieferer jetzt gegensteuern müssen

Ein Gastbeitrag von Kai Henseler, Felix Scheb, Jan Philipp Schneider, Hannes Weckmann* 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Westliche Zulieferer starten mit einem Legacy-Handicap: höhere Overhead-Quoten, komplexere Organisationen und langsamere Entscheidungen. Schlankere Strukturen könnten das EBIT deutlich verbessern.

Bei manchen Zulieferern gibt es in der Unternehmensführung lediglich gefühlt eine hohe Aktivität. Tatsächlich gibt es eine Kultur des Reportings statt aktiven Managements.(Bild:  KI-generiert)
Bei manchen Zulieferern gibt es in der Unternehmensführung lediglich gefühlt eine hohe Aktivität. Tatsächlich gibt es eine Kultur des Reportings statt aktiven Managements.
(Bild: KI-generiert)

Kostenoptimierung stand in den vergangenen Jahren bereits stark im Fokus der Zuliefererindustrie. Lean-Initiativen, Automatisierung und Verlagerungen in Niedrigkostenländern haben den Spielraum bei den COGS (Costs of Goods Sold; Umsatzkosten) deutlich ausgereizt. Parallel sind Technologie, Produktstandards und Qualitätsanforderungen weitgehend harmonisiert worden, womit traditionelle Differenzierungsmerkmale entfallen. Westliche Zulieferer verlieren somit gegenüber chinesischen Zulieferern massiv an Wettbewerbsfähigkeit.

Vom Cost Cutting zur strukturellen Neuaufstellung

Zusätzlich passen die OEMs ihre Vergabelogik an: SG&A- (Selling, General & Administrative Expenses) und Overhead-Strukturen rücken explizit in den Fokus von Angebotsbewertungen. Der Wettbewerb verlagert sich von direkten Produktkosten hin zur strukturellen Kostenbasis des Geschäftsmodells. In diesem Umfeld treten strukturelle Unterschiede deutlicher als je zuvor zutage. Westliche Zulieferer weisen SG&A-Quoten von bis zu 15 Prozent auf, chinesische Wettbewerber rangieren meist zwischen drei und fünf Prozent.