Unsichere Maschinen VDMA fordert strengere Regeln für Maschinenimporte

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Unsichere Maschinen aus Drittstaaten verzerren den Wettbewerb in Europa. Der VDMA fordert schärfere Kontrollen – bis hin zu Importverboten.

Der VDMA fordert strengere Kontrollen von Maschinenimporten nach Europa.(Bild:  Kuka)
Der VDMA fordert strengere Kontrollen von Maschinenimporten nach Europa.
(Bild: Kuka)

Zwei von drei Maschinenbaufirmen kämpfen im täglichen Geschäft gegen Wettbewerbsprodukte, die wesentliche gesetzliche Sicherheitsanforderungen nicht erfüllen. Gleichzeitig berichtet mehr als die Hälfte der Unternehmen von Auftragsverlusten gegenüber Anbietern, die durch geringere Sicherheitsstandards Preisvorteile erzielen. Das berichtet der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau, VDMA.

Viele der Produkte stammen ursprünglich aus China, aber auch aus anderen Ländern. Der Verband hat mit diesen Aussagen eine Umfrage ausgewertet, an der sich mehr als 400 Mitgliedsunternehmen aus knapp 20 Fachzweigen des Maschinen- und Anlagenbaus beteiligt hatten.

„Sicherheit darf kein Wettbewerbsnachteil sein. Unsere Unternehmen halten europäische Sicherheitsvorschriften ein und stecken erhebliche Ressourcen in sichere Maschinen. Sie dürfen nicht gegenüber Anbietern benachteiligt werden, die gesetzliche Anforderungen missachten und dadurch Kostenvorteile erzielen“, kommentierte VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. „Hier geht es auch um die Sicherheit von Menschen, die in den Fabriken mit diesen Maschinen täglich arbeiten müssen.“

Fehlende CE-Konformität durch mangelhafte Schutzeinrichtungen

Die Unternehmen berichten laut Umfrage von zahlreichen Fällen mutmaßlich nicht konformer Maschinen. Genannt werden fehlende CE-Konformität durch fehlende Notabschaltungen, unzureichende elektrische Sicherheit oder mangelhafte Schutzeinrichtungen. Dies führt häufig zu konkreten Sicherheitsrisiken für Anwender, Betreiber oder Beschäftigte.

Besonders kritisch bewertet der VDMA das Durchsetzen bestehender Vorschriften. Die meisten Unternehmen verzichten inzwischen darauf, bekannte Fälle unsicherer Maschinen bei den zuständigen Stellen zu melden. Denn dort, wo Meldungen erfolgten, wurden die eingeleiteten Maßnahmen häufig als wenig wirksam bewertet.

Fehlende Kapazität für wirksame Maßnahmen

Auch gerichtlich wird laut des VDMA nur in sehr wenigen Fällen gegen diese Form des unfairen Wettbewerbs vorgegangen. Das liegt auch daran, dass zuständigen Behörden häufig personelle und fachliche Kapazitäten fehlen, um Hinweise schnell zu prüfen und wirksame Maßnahmen einzuleiten.

Der VDMA fordert entsprechend ein Importverbot von unsicheren Maschinen aus Drittländern und eine Schwarze Liste. Die USA und Indien sind laut des VDMA hier bereits aktiv. Zusätzlich will der Verband eine Marktüberwachung aus einer Hand. „Die derzeit auf die einzelnen Bundesländer verteilten Zuständigkeiten führen zu unnötigen Reibungsverlusten, erschweren ein einheitliches Vorgehen und binden Ressourcen“, teilt der VDMA mit. Zudem soll es mehr Produktkontrollen bereits bei der Einfuhr geben.

Hersteller sollen in Europa haftbar sein

Als vierte Forderung will der VDMA Hersteller aus Drittstaaten in Europa haftbar machen. Diese benötigten dafür eine verpflichtende und validierte EU-Repräsentanz als belastbarer Ansprechpartner mit klar definierten Verantwortlichkeiten. Ergänzend kann sich der Verband eine Sicherheitsleistung für Hersteller aus Drittstaaten vorstellen, um Briefkastenfirmen zu unterbinden. Zu den Unternehmen die an der Umfrage teilgenommen haben gehören Jungheinrich, die Homag Group und Baljer & Zembrod.

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