Green Science Alliance Batterierecycling ohne Zerlegen

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

Das japanische Unternehmen Green Science Alliance hat in Biel ein Labor eröffnet. Es will Kathodenmaterial aus Altbatterien direkt regenerieren, statt die Metalle aufzulösen.

Das japanische Chemie- und GreenTech-Unternehmen Green Science Alliance arbeitet ab sofort in der Schweiz an neuartigen Verfahren für das Batterierecycling.(Bild:  Green Science Alliance)
Das japanische Chemie- und GreenTech-Unternehmen Green Science Alliance arbeitet ab sofort in der Schweiz an neuartigen Verfahren für das Batterierecycling.
(Bild: Green Science Alliance)

Das japanische Unternehmen Green Science Alliance (GSA) hat in Biel in der Schweiz ein Labor eröffnet. Dort arbeitet es an einem Recyclingverfahren, das Kathodenaktivmaterial aus der Schwarzmasse gebrauchter Lithium-Ionen-Batterien direkt regeneriert. Die Materialien sollen anschließend in neuen Zellen zum Einsatz kommen. Beim herkömmlichen Recycling lösen dagegen Säuren oder Basen die Schwarzmasse auf. Die Metalle werden zurückgewonnen und in mehreren Schritten zu neuen Batteriematerialien verarbeitet. Das GSA-Verfahren könnte diesen Weg verkürzen und Ressourcen sparen, heißt es in der Mitteilung.

Erste Tests fallen nach Angaben von GSA vielversprechend aus. Zellen mit regenerierten Kathodenmaterialien erreichten mehr als 90 Prozent der Anfangskapazität vergleichbarer Zellen mit handelsüblichen Materialien. Entwickelt wird das Verfahren für Nickel-Mangan-Kobalt-Zellen (NMC) und für Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP). Zu Testbedingungen, Zyklenzahl und Kosten nennt die Mitteilung nichts.

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Schweizer Forschungspartner stellt Infrastruktur

Im Labor arbeitet GSA mit dem Swiss Battery Technology Center (SBTC) zusammen, einem der vier Zentren für angewandte Forschung des Switzerland Innovation Park Biel/Bienne (SIPBB). GSA bringt sein Recyclingverfahren ein, das SBTC liefert wissenschaftliche Expertise und Infrastruktur. Gemeinsam wollen die Partner die regenerierten Materialien untersuchen, Elektroden und Zellen fertigen und deren Leistung testen. Ziel ist es, das Potenzial für den industriellen Einsatz und die Skalierbarkeit zu bewerten.

Einen Innovationsscheck der Schweizer Förderagentur Innosuisse finanziert die ersten gemeinsamen Forschungsarbeiten. Er soll die Grundlage für eine mögliche weitere Zusammenarbeit schaffen.

Biel als Brückenkopf für Europa

GSA hat Biel nach eigenen Angaben als Standort für seine europäische Expansion gewählt. Das Unternehmen setzt auf das Netzwerk des Innovationsparks mit Industriepartnern, Start-ups und Forschungseinrichtungen. Es soll helfen, das Verfahren vom Labor in die industrielle Anwendung zu bringen.

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