Battery Manufacturing Day Milliardenaufträge für deutsche Unternehmen

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Am 19. November 2026 treffen sich in Karlsruhe Batterieexperten aus Automobilindustrie und Maschinenbau. Es geht um Aufträge in Milliardenhöhe.

Das Event ist keine Vortragsreihe, sondern gezieltes Matching: Batteriezellfertiger treffen Anlagenbauer, Zulieferer erfahren von konkreten Produktionsprojekten.(Bild:  Dario Eidens-Holl)
Das Event ist keine Vortragsreihe, sondern gezieltes Matching: Batteriezellfertiger treffen Anlagenbauer, Zulieferer erfahren von konkreten Produktionsprojekten.
(Bild: Dario Eidens-Holl)

Europa hängt bei Batteriezellen weiterhin stark von asiatischen Herstellern ab. Deutschland importierte laut des ZVEI-Fachverbands Batterien im Jahr 2025 insgesamt Batterien im Wert von rund 22 Milliarden Euro. Rund elf Milliarden Euro davon kamen aus China, 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Beim genaueren Blick auf Lithium-Ionen-Akkus fällt die Abhängigkeit laut Statistischem Bundesamt noch deutlicher aus: 64,1 Prozent der nach Deutschland importierten Lithium-Ionen-Akkus stammten in den ersten fünf Monaten 2026 aus China.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI schätzten im vergangenen Jahr, dass Europa bis 2030 mindestens 50 bis 60 Prozent seines Zellbedarfs mit heimischer Produktion decken kann. Das EU-Ziel einer 90-prozentigen Selbstversorgung ist demnach zwar noch möglich, aber ungewiss: Zirka die Hälfte der in der Studie modellierten Szenarien verfehlt dieses Ziel.

Dabei sein, um zielgerichtet zu planen

Für Automobilhersteller und Zulieferer ist der Battery Manufacturing Day deshalb keine Netzwerkveranstaltung unter vielen. Wer in Karlsruhe nicht mit künftigen Zellfertigern spricht, plant blind. Rohstoffverfügbarkeit, Liefersicherheit, Produktionskosten – alles hängt davon ab, welche europäischen Kapazitäten wann verfügbar sind. Das rechtzeitig zu erfahren ist ein Wettbewerbsvorteil.

Neue Zellfabriken werden in den nächsten zwei bis drei Jahren ausgeschrieben – wer jetzt keine Kontakte zu den Betreibern knüpft, kommt zu spät. Der „Battery Atlas 2026“ der RHTH Aachen prognostiziert für Europa rund 1.200 Gigawattstunden geplante Zellkapazität. Das bedeutet Milliardenaufträge für Fertigungsanlagen, Prüfsysteme und Automatisierung. Aber nur für die Unternehmen, die den Bedarf rechtzeitig erkennen.

Programm mit Praxisbezug

Genau hier setzt das Event an. Batteriezellfertiger treffen Anlagenbauer, Zulieferer erfahren von konkreten Produktionsprojekten. Es geht bewusst um direkte Wertschöpfungsketten-Integration. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Batteriezellen und -module künftig effizienter und nachhaltiger in Europa fertigen lassen. Gunther Kellermann, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Batterien, spricht in seiner Keynote über Souveränität durch europäische Zell- und Modulproduktion – mit aktuellen Zahlen zu Markt und Handel und zu politischen Initiativen gegen die Importabhängigkeit.

Michael Müller von Capgemini Engineering eröffnet mit einer Keynote zur Komplexität einer Batteriezellfabrik. Knud Lembke, Director Production Planning and Technology Development Powertrain Worldwide bei Mercedes-Benz, berichtet über die Industrialisierung der Packmontage samt KI-Einsatz. Ergänzt wird das Programm um eine Werksführung durch die Karlsruher Forschungsfabrik für KI-integrierte Produktion und einen Netzwerkabend.

Zu den Themenschwerpunkten zählen ein Marktüberblick und Ziele, Best Practices von OEMs, Zulieferern und Ausrüstern, Anlagen und Systeme für eine flexible Produktion, Testing und Qualitätssicherung, außerdem Vernetzung und Digitalisierung. Start-ups bringen ihre Ideen zur Batteriezellproduktion auf die Bühne.

Speicher für mehr als elektrische Fahrzeuge

Einen Blick über den reinen Pkw-Markt hinaus wirft die abschließende Podiumsdiskussion, moderiert von Luis Peters von „TraWeBa Niedersachsen.next“: Sie ordnet die Wirkung aktueller EU-Regulierung – etwa Critical Raw Materials Act, Industrial Accelerator Act und Batteriepass – im Vergleich zu China und den USA ein und betrachtet Wachstumsmärkte der Batterieproduktion jenseits der Automobilindustrie: stationäre Speicher, Marine, Luftfahrt, Verteidigung.

Ergänzt wird das Programm durch direkten Austausch mit Ausstellern und rund 150 erwarteten Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Der Battery Manufacturing Day 2026 findet statt am 18. und 19. November 2026 im Geno Hotel Karlsruhe. Alle Infos und Anmeldung: battery-manufacturing-day.de

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