Analyse Europas Zulieferer in der Zwickmühle

Von Sven Prawitz 5 min Lesedauer

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Europäische Autozulieferer stecken in der Krise. Während eine Berylls-Umfrage das Stimmungsbild erfasst, liefert eine Deloitte-Risikoanalyse die harten Fakten. Beide Studien offenbaren dasselbe Dilemma.

Zulieferer aus Europa sind momentan mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert. Im Bild: Der Aumovio-Hauptsitz in Frankfurt am Main.(Bild:  Aumovio)
Zulieferer aus Europa sind momentan mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert. Im Bild: Der Aumovio-Hauptsitz in Frankfurt am Main.
(Bild: Aumovio)

Die Transformation der Automobilindustrie trifft die Zulieferer mit voller Wucht. Zwei aktuelle Studien – die „E-Mobility Supplier Survey 2025“ von Berylls by Alix Partners und der „Supplier Risk Monitor 2025/2026“ von Deloitte – zeichnen ein alarmierendes Bild der Branche. Während Berylls das Stimmungsbild von 49 europäischen Zulieferern einfängt, analysiert Deloitte 776 globale Unternehmen anhand ihrer Finanzkennzahlen. Die Ergebnisse ergänzen sich – und offenbaren ein fundamentales Paradoxon. 

Laut Berylls bewerten nur noch 48 Prozent der befragten Zulieferer die E-Mobilität positiv – nach 77 Prozent im Jahr 2023. Gleichzeitig bleiben 71 Prozent stark vom Verbrennergeschäft abhängig und generieren mehr als ein Viertel ihres Umsatzes mit Verbrenner-Komponenten. Die Deloitte-Analyse bestätigt diese Schieflage mit objektiven Risikokennzahlen: Alle 19 untersuchten Komponenten-Cluster zeigen ein höheres Risiko als 2023. Der Minimalwert des sogenannten Risikoscores stieg von 1,0 auf 2,25. Besonders betroffen sind der Studie zufolge traditionelle Zulieferer: Sitze, Rahmen und Verbrennungsmotoren führen das Risiko-Ranking an. „Die Risikoscores für Frame und Seats liegen bei 4,63 und 4,61 auf einer Skala bis 5“, heißt es im Deloitte-Report. Der Verbrennungsmotor folgt mit 4,45.