Fahrbericht Mercedes präsentiert SUV-Version des EQE

Quelle: sp-x 4 min Lesedauer

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Bei Mercedes-Benz geht es Schlag auf Schlag mit den E-Modellen. Nach dem EQS und der Business-Limousine EQE steht nun ein SUV-Ableger in den Startlöchern.

Mercedes macht den EQE zum SUV.(Bild:  Mercedes-Benz)
Mercedes macht den EQE zum SUV.
(Bild: Mercedes-Benz)

Das neue EQE SUV nutzt als viertes Mercedes-Modell die neue, große Elektro-Plattform der Stuttgarter. Das modulare Konzept der Elektroarchitektur ist für Heck- und Allradantrieb vorbereitet und lässt sich in der Länge beliebig skalieren.

Das gilt auch für die Lithium-Ionen-Batterie, die hier 89 kWh groß und für fast 600 Kilometer Reichweite gut ist. Wechselstrom wird mit 11 kW geladen, am Schnellader sind bis zu 170 kW möglich. Der Basispreis für die Variante EQE 300 mit 180 kW/245 PS Leistung beträgt 83.500 Euro.

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Kompaktere Abmessungen

Über 4,83 Meter erstreckt sich die glatte Karosserie des SUV zwischen der charakteristisch steilen Nase mit den serienmäßigen Voll-LED-Scheinwerfern bis zum Heck mit dem durchgehenden Lichtband.

Dass das Modell neun Zentimeter kürzer ist als die EQE-Limousine und seine Achsen auch neun Zentimeter enger stehen, hat mehrere Gründe. So lässt sich der Aufbau etwas kompakter gestalten, denn er sollte nicht so wuchtig wirken und natürlich den Abstand zum Flaggschiff EQS wahren.

Mercedes bezeichnet das EQE SUV als „Vielzweck-Alternative“ mit einem breiteren Einsatzspektrum als die Limousine. Tatsächlich ist der SUV mit bis zu 1.675 Liter Kofferraumvolumen und der ebenen Ladefläche viel praktischer als der Viertürer. Dank der etwas kompakteren Abmessungen wirkt er zudem dynamischer und ist natürlich deutlich günstiger als das große EQS SUV.

Hyperscreen für mehr Infotainment

Wobei günstig bei der Marke mit Stern immer relativ ist. Nach oben deckelt der allradgetriebene EQE 500 mit 300 kW/408 PS das Angebot. Kostenpunkt: mindestens 100.000 Euro. Je nach Sonderwünschen kann es auch schnell 30.000 bis 40.000 Euro teurer werden.

Schon der 1,41 Meter breite Hyperscreen, der sich mit drei Displays über das gesamte Cockpit zieht, kostet gut 8.500 Euro. Damit können Beifahrer auf ihrer Seite Videos streamen oder TV schauen. Damit das den Fahrer nicht ablenkt, überwacht eine Kamera dessen Augen. Schaut er länger als zwei Sekunden nach rechts, wird der Bildschirm gedimmt.

Aerodynamische Optimierung der Form

Zu den sinnvolleren Investitionen gehören sicher die sehr komfortable Luftfederung sowie die Hinterachslenkung. Sie macht das Auto agiler und verkleinert den Wendekreis um fast 2 auf 10,5 Meter. Für den U-Turn braucht der große Wagen also gut einen halben Meter weniger als ein VW Golf.

Räder, Spoiler, Abrisskanten – alles wurde auf Windschlüpfrigkeit optimiert. So bringen winzige Spoiler im Radlauf der Vorderräder durch den Aerodynamik-Vorteil über 13 Kilometer Reichweite. Und wer sich mit den 19 Zoll großen Aero-Grundrädern begnügt, kommt mit einer Akkuladung 16 Kilometer weiter als mit einer 22-Zoll-Bereifung.

Außerdem koppeln die allradgetriebenen Modelle bei geringer Last die Vorderachse ab. Dann steht der vordere E-Motor samt Getriebe still und die Räder rollen frei. Auch die anderen Elektro-Baureihen sollen diese so genannte „Disconnect Unit“ demnächst bekommen. Ebenso die neue, stromsparende Wärmepumpe. Sie nutzt die Abwärme des Akkus zur Klimatisierung des Innenraums.

Armada an elektronischen Fahrhilfen

Wie üblich bei E-Autos lässt sich neue Software „Over-the-Air“ aufspielen. Und wer beim Kauf im Konfigurator nicht die richtigen Häkchen setzt, kann später mit ein paar Mausklicks im „Mercedes-Me-Store“ diverse Extras wie ein Fahrtenbuch oder die erweiterte Navigation nachkaufen und aktivieren.

Serienmäßig liefert Mercedes die übliche Armada an elektronischen Fahrhilfen, bremst und beschleunigt automatisch oder unterstützt mit Lenkeingriff beim Spurwechsel. Gegen Aufpreis gibt es neue Funktionen. So warnen nun beim Anfahren an einer Kreuzung Pfeile im Bildschirm vor Querverkehr. Will der Fahrer trotzdem losfahren, geht der Wagen selbstständig in die Eisen.

Laderouten-Planung per Sprachsteuerung

Während man sich in manchen E-Autos besser nicht auf die Laderouten-Planung verlässt, funktioniert die bei Mercedes in der Regel sehr gut. So auch im EQE SUV. Das System ist leicht verständlich und intuitiv und lässt sich am einfachsten per Sprache bedienen.

Einfach ein Ziel sagen, schon poppt die Route auf dem großen Bildschirm auf, inklusive Ladestopps und Angabe der Ladezeiten. Dabei berücksichtigt das System Topographie, Wetter und Fahrstil. Unterwegs wird die Strecke ständig überprüft und angepasst, falls beispielsweise eine anvisierte Ladesäule plötzlich belegt ist.

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Und damit der Akku möglichst schnell lädt, wird er unterwegs rechtzeitig auf die optimale Temperatur gebracht. Trotzdem sind 1.190 Euro für den 22-kW-Bordlader gut investiert. Er bringt zwar nichts an den Autobahn-Schnellladern, halbiert aber die Ladezeit an den meisten innerstädtischen Wechselstrom-Standardsäulen.

In der Navigation lassen sich häufig benutzte Ladepunkte wie etwa die Wallbox im Büro hinterlegen. Dann werden sie automatisch aktiviert, sobald der Wagen dort eingestöpselt ist. Außerdem lernt die intelligente Ladesoftware aus dem Nutzungsverhalten der Kunden. Startet der Fahrer immer zur gleichen Uhrzeit vom gleichen Ort, wird das im Lademenü hinterlegt und das Auto vor dem nächsten Start automatisch klimatisiert.

Anfang 2024 folgt Maybach-Version des EQS SUV

Mit dem EQE SUV ist das E-Programm der Stuttgarter aber noch nicht beendet. Anfang 2024 folgt die luxuriöse Maybach-Version des EQS SUV. Und da gerade planmäßig die letzten Modelle des kompakten Elektropionier EQC vom Band laufen, muss mittelfristig ein Ersatz her. Vielleicht in Form eines schnittigen, elektrischen Ablegers der nächsten C-Klasse.

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