Fahrbericht Fiat 600 Hybrid: Günstiger mit zwei Antrieben

Von Frank Wald/Autoren-Union Mobilität 3 min Lesedauer

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Der Start war rein elektrisch, jetzt folgt ein Hybrid: Stellantis erweitert die Antriebspalette des Fiat 600.

Den Fiat 600 gibt es nach dem Start als E-Version ab sofort auch mit Mild-Hybrid-Antrieb.(Bild:  Autoren-Union Mobilität/Stellantis)
Den Fiat 600 gibt es nach dem Start als E-Version ab sofort auch mit Mild-Hybrid-Antrieb.
(Bild: Autoren-Union Mobilität/Stellantis)

Stellantis-Chef Carlos Tavares hat angekündigt, bis 2038 nur noch vollelektrische Fahrzeuge auf den Markt bringen zu wollen. Doch bis dahin ist noch Zeit und die Nachfrage nach den E-Autos ist gerade auch nur noch so lala. Immer gut, noch eine andere Antriebsoption in petto zu haben.

Wie beim Jeep Avenger – als reines Elektroautos angekündigt, inzwischen aber auch als Verbrenner-Hybrid verfügbar – folgt nun Fiat beim 600 dem Beispiel des US-Konzernbruders. Das B-Segment-Crossover ist nach dem Start als E-Version ab sofort auch mit Mild-Hybrid-Antrieb zu haben – in zwei Leistungsstufen.

Wie beim Jeep kommt als Verbrenner ein 1,2-Liter-Turbobenziner zum Einsatz, der aus 1,2 Liter Hubraum eine Leistung von 74 kW/100 PS schöpft. Bei der stärkeren Variante leistet der Dreizylinder 100 kW/136 PS. Kombiniert sind beide stets mit einem 21 kW/29 PS starken Startergenerator. Im ersten Fall entstehen so 260 Newtonmeter Drehmoment, im anderen 285 Nm.

In beiden Modellen gelangen sie über ein neu entwickeltes 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe mit Schaltwippen am Lenkrad auf die Straße. Die Fahrleistungen gibt Fiat merkwürdigerweise mit identischen 10,5 Sekunden für den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 und 184 km/h in der Spitze an.

Schneller und vibrationsarmer Start

Doch wichtiger als die Quartett-Daten sind ohnehin die Komfort- und Verbrauchsvorteile, die das Mild-Hybrid-System generiert. Der Riemen-Starter-Generator, RSG, startet den Verbrenner schneller und deutlich vibrationsärmer als ein konventioneller Anlasser. Beim Anfahren wechselt das System unmerklich vom Elektro- in den Verbrennerbetrieb. Auch beim Beschleunigen unterstützt der Elektromotor den Benziner spürbar mit zusätzlicher Leistung und Drehmoment. Beim Bremsen wiederum arbeitet der RSG als Generator.

Kurze Strecken bis zu einem Kilometer im Stop&Go-Verkehr, beim Rangieren oder auch beim Dahingleiten, wo der Verbrenner vollständig vom Antriebsstrang entkoppelt wird, fährt der Fiat 600 Hybrid so rein elektrisch. Während der Fahrt ist von dem Wechsel nichts zu spüren, wohl aber an der Zapfsäule.

Die Elektrifizierung hilft, den Spritverbrauch auf den WLTP-Normwert von 5,5 Liter und damit die CO2-Emissionen um bis zu 15 Prozent zu drücken, verglichen mit einem reinen Verbrenner mit Automatikgetriebe. Bei unserer 70-Kilometer-Testrunde durchs Rhein-Main-Gebiet zeigte der Bordcomputer tatsächlich nur einen halben Liter mehr an.

Höchst komfortables Fahren

Dabei ist das Fahren selbst höchst komfortabel. Der kleine Dreizylinder mit 100 PS hält sich im Normalbetrieb akustisch zurück. Erst bei stärkerem Tritt aufs Gaspedal lässt er von sich hören, wobei die E-Maschine einen kleinen Extra-Boost liefert. Die Doppelkupplungs-Automatik setzt das Ganze schnell und unaufgeregt in Vortrieb um. Das Fahrwerk ist anständig getrimmt und weiß mit den Unzulänglichkeiten des hiesigen Straßenzustands souverän umzugehen.

Etwas ungewöhnlich, aber wohl der Elektro-Herkunft geschuldet, befinden sich die Getriebewahlschalter als Tastenleiste in der Mittelkonsole. Das schafft zumindest Platz für ein großes Fach im Mitteltunnel, das durch eine ebenso einfache wie praktisch klappbare Segmentabdeckung geschützt wird. In der Topversion „La Prima“ ist es farblich geschmackvoll, ebenso wie das Dashboard und Armauflagen in den Türen, in hellgrau abgesetzt und verleiht dem ansonsten trist-schwarz gehaltenen Interieur einen pfiffigen Touch.

Auch die großflächig in die Sitze eingestickten Fiat-Schriftzüge sind ein echter Hingucker. Über die Bein- und Kopffreiheit auf den Rücksitzen sollten Menschen bis 1,85 Meter wenig zu meckern haben. Das Kofferraumvolumen steigt im Vergleich zum elektrischen Fiat 600 um 25 auf 385 Liter, mit umgeklappten Rücksitzlehnen auf 1.256 Liter.

Hybrid kostet deutlich weniger

Die Preise für den Fiat 600 sinken mit dem Hybrid-Modell deutlich. Während die Elektro-Variante bei 36.490 Euro startet, gibt es das Basismodell des 600 Hybrid schon ab 24.990 Euro. Die stärkere Version kostet 1.500 Euro mehr. Zur Serienausstattung zählen bereits das Digital-Cockpit und 10,25-Zoll-Infotainment-System inklusive Smartphone-Integration, Klimaanlage, Sitzheizung, LED-Scheinwerfer sowie jede Menge Assistenzsysteme.

17-Zoll-Alufelgen und Ambientebeleuchtung gibt es erst mit dem Style-Paket für 1.600 Euro, Rückfahrkamera, Klimaautomatik und Keyless-Go mit dem Komfort-Paket für ebenfalls 1.600 Euro.

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Das bringt die Topausstattung „La Prima“ ab 29.990 Euro bereits alles ab Werk mit. Außerdem hat sie: 18-Zoll-Aluräder, Massagefunktion für den Fahrersitz, Kunstlederbezüge mit „Fiat“-Monogrammen, Navigationssystem, kabelloses Ladepad, elektrische Heckklappe und mehr Fahrassistenz in Form einer Toter-Winkel-Überwachung und adaptivem Tempomat mit Stau-Funktion.

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Die meisten dieser Features gehören zu einem Sondermodell, mit dem Fiat in diesem Jahr den 125. Jahrestag der Markengründung feiern. Der Fiat 600 Hybrid 125 Jahre Edition wird als Leasingfahrzeug ohne Anzahlung für 125 Euro pro Monat angeboten, allerdings nur mit 5.000 Kilometern Jahreslaufleistung.

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