Wirtschaft Deutsche Autoindustrie: 250 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung

Von Thomas Günnel 3 min Lesedauer

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Jährlich mehr als 50 Milliarden Euro wird die deutsche Automobilindustrie bis zum Jahr 2027 in Forschung und Entwicklung investieren; rund fünf Milliarden mehr als vor zwei Jahren. Im Jahr 2021 lag sie weltweit auf Platz Vier.

Laut eines Reports der Europäischen Kommission wird die deutsche Autoindustrie bis zum Jahr 2027 rund 250 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investieren.(Bild:  AUDI AG)
Laut eines Reports der Europäischen Kommission wird die deutsche Autoindustrie bis zum Jahr 2027 rund 250 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investieren.
(Bild: AUDI AG)

Die Hersteller und Zulieferer der deutschen Automobilindustrie investieren in den Jahren von 2023 bis 2027 weltweit mehr als 250 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung. Das geht aus dem Report „The 2022 EU Industrial R&D Investment Scoreboard“ der Europäischen Kommission hervor, den der Verband der Automobilindustrie (VDA) ausgewertet hat.

Der Fokus der Investitionen liegt demnach auf der Transformation, insbesondere der Elektromobilität – inklusive Batterietechnik, autonomes Fahren und Digitalisierung. „Damit investieren die Automobilhersteller und Automobilzulieferer mit deutschem Unternehmenshauptsitz in diesem Zeitraum rechnerisch jährlich weltweit mehr als 50 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung“, beschreibt eine Sprecherin des Verbands. Hinzu kommen weitere rund 130 Milliarden Euro unter anderem für den Bau von Fabriken und den Umbau von Werken.

Für den Zeitraum der Jahre von 2022 bis 2026 war der VDA bisher von weltweiten Investitionen der deutschen Automobilindustrie in Forschung und Entwicklung in Höhe von etwa 220 Milliarden Euro ausgegangen; rechnerisch also jährlich mehr als 44 Milliarden Euro.

F&E-Investitionen der Autoindustrie im Jahr 2021

Im Jahr 2021 beliefen sich laut des VDA die weltweiten Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen deutscher Automobilunternehmen auf 45,2 Milliarden Euro. Sechs Prozent mehr als im Jahr zuvor. Deutschland ist damit laut des Verbands „weiterhin internationaler Spitzenreiter bei den weltweiten Investitionen in automobile Forschung und Entwicklung und liegt vor Japan, den USA und China“.

International betrachtet haben die deutschen Automobilunternehmen einen Anteil von 33 Prozent an den weltweiten Investitionen in Forschung und Entwicklung der Automobilindustrie. Auf EU-Ebene beliefen sich die Investitionen deutscher Hersteller und Zulieferer im Jahr 2021 auf einen Anteil von 76 Prozent – an den weltweit von europäischen Automobilunternehmen getätigten Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen.

Innerhalb der deutschen Wirtschaft liegt die Automobilindustrie mit ihren Investitionen in Forschung und Entwicklung ebenfalls vorn: „Knapp die Hälfte aller weltweit getätigten Investitionen deutscher Unternehmen in Forschung und Entwicklung stammten im Jahr 2021 von der Automobilindustrie“, beschreibt der VDA.

F&E: Die Top-100-EU-Unternehmen im Jahr 2021

Basis von 2.500 Unternehmen

In der Ausgabe des Jahres 2022 des Reports haben die Autoren des Reports die 2.500 Unternehmen analysiert, die im Jahr 2021 weltweit das meiste Geld in Forschung und Entwicklung investiert haben. Diese Unternehmen haben ihre Sitze in 41 Ländern; zudem mehr als 900.000 Tochtergesellschaften weltweit.

Im Jahr 2021 investierten sie laut des Reports jeweils über 48,5 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung. Die Gesamtinvestitionen aller 2.500 Unternehmen beliefen sich laut des Reports auf 1.093,9 Milliarden Euro. Der Betrag entspricht 86 Prozent der weltweit von Unternehmen finanzierten F&E-Aktivitäten. Erstmals wurde laut der Autoren des Reports mit den rund 1,04 Billionen Euro die Marke von einer Billion Euro überschritten.

Zu den Top 2.500 gehören 361 Unternehmen mit Sitz in der EU. Auf sie entfallen 17,6 Prozent der gesamten F&E-Investitionen. Weiter verteilen sich die Investitionen auf:

  • 822 US-Unternehmen, 40,2 Prozent
  • 678 chinesische Unternehmen, 17,9 Prozent
  • 233 japanische Unternehmen, 10,4 Prozent
  • 406 Unternehmen aus weiteren Ländern 13,9 Prozent

Die Gruppe mit Unternehmen aus weiteren Ländern umfasst 53 Firmen aus Südkorea, 55 aus der Schweiz, 95 aus Großbritannien, 84 aus Taiwan „und Unternehmen mit Sitz in weiteren 18 Ländern“, beschreiben die Autoren im Report.

Vier Sektoren mit höchsten Investments

Weltweit ist laut der Autoren ein stärkerer Wettbewerb um Technologien in vier Schlüsselsektoren erkennbar. In sie fließen mehr als drei Viertel der gesamten Ausgaben in Forschung und Entwicklung:

  • IKT-Hersteller, 22,6 Prozent (IKT, Informations- und Kommunikationstechnologie)
  • Gesundheitsindustrie, 21,5 Prozent
  • IKT-Dienstleistungen, 19,8 Prozent
  • Automotive, 13,9 Prozent

Das Wachstum in den vier Schlüsselsektoren war in US-amerikanischen und chinesischen Unternehmen höher als in den gelisteten EU-Unternehmen. Den vollständigen Report „The 2022 EU Industrial R&D Investment Scoreboard“ stellt die Europäische Kommission zur Verfügung.

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