Standort Villach Infineon stellt Chip-Produktion auf grünen Wasserstoff um

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Infineon nutzt in der Halbleiterproduktion im österreichischen Villach ab sofort grünen Wasserstoff. Lieferungen von grauem Wasserstoff entfallen.

V.l.: Robert Schmid, Projektleiter Linde; Thomas Reisinger, Vorstand Operations Infineon Austria; Botond Tordai, Director Operations Linde; und Stefan Walder, Projektleiter Infineon Austria, nehmen die Elektrolyseuranlage in Betrieb.(Bild:  Infineon)
V.l.: Robert Schmid, Projektleiter Linde; Thomas Reisinger, Vorstand Operations Infineon Austria; Botond Tordai, Director Operations Linde; und Stefan Walder, Projektleiter Infineon Austria, nehmen die Elektrolyseuranlage in Betrieb.
(Bild: Infineon)

Infineon Austria hat am Standort Villach eine Elektrolyseanlage in Betrieb genommen. Diese versorgt die Halbleiterproduktion am Standort vollständig mit Wasserstoff aus erneuerbarer Energie. Der für die Elektrolyse benötigte Strom stammt laut des Chipherstellers ausschließlich aus erneuerbaren Quellen. Nach Villach kam bislang auf Erdgas basierender Wasserstoff per Lkw aus Deutschland. Mit der Zwei-Megawatt-Elektrolyseanlage produziert Infineon diesen Wasserstoff jetzt vor Ort CO2-frei. Linde betreibt die Anlage. Die Elektrolyseanlage kann laut Infineon mit zertifiziertem Ökostrom jährlich rund 290 Tonnen sauberen Wasserstoff produzieren.

Die Halbleiterindustrie nutzt Wasserstoff mit einer Reinheit von 99,999999 Prozent als Prozessgas, um Materialschichten kontrolliert zu bearbeiten und präzise Mikrochips herzustellen.  „Mit der Elektrolyseanlage sichern wir unsere Wasserstoffversorgung für die Zukunft und minimieren Versorgungsabhängigkeiten. Und wir ersetzen den bestehenden Wasserstoff aus fossilen Quellen durch grünen Wasserstoff“, beschreibt Thomas Reisinger, Vorstand Operations bei Infineon Technologies Austria.

Infineon am Standort Villach

Am Standort Villach entwickelt Infineon Chips für den Einsatz in der Automobil-, Fertigungs- und Unterhaltungselektronik. Seit 2024 stellt das Unternehmen zudem 300-Millimeter-Galliumnitrid-Wafer für Leistungselektronik her – in Serie auf einer Pilotlinie. Diese sogenannten Wide-Band-Gap-Technologien wandeln Strom deutlich effizienter um.  Laut Infineon sind kleinere und leichtere Einheiten möglich. Die Technik kann dabei helfen, die Ladezeiten von E-Autos zu senken und sie eignet sich für mobile Infrastruktur für 5G-Netze.

eine Elektrolyseuranlage bei Infineon am Standort Villach
Linde betreibt die Wasserstoffanlage am Standort Villach.
(Bild: Infineon)

Forschungsprojekt „H2Pioneer“

Die Unternehmen Linde, Infineon Technologies Austria und Verbund haben gemeinsam mit ihren Forschungspartnern „HyCentA Research“, dem Energieinstitut der Johannes Kepler Universität Linz und der Vorzeigeregion WIVA P&G das Projekt entwickelt. Dafür erhielten sie Fördermittel au dem Klima- und Energiefonds des Klimaschutzministeriums – im Rahmen der FTI-Initiative „Vorzeigeregion Energie“.

Über Infineon Austria

Infineon Austria beschäftigt in Österreich 5.977 Menschen, rund 2.500 in Forschung und Entwicklung. Hauptsitz ist Villach, Niederlassungen gibt es in Graz, Klagenfurt, Linz, Innsbruck und Wien. Im Geschäftsjahr 2024 erwirtschaftete das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Umsatz von 4,8 Milliarden Euro. Rund 686 Millionen Euro flossen demnach in die Forschung – laut Infineon so viel wie bei keinem anderen Unternehmen in dem Land.

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