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Fahrbericht

Honda NSX: Die Kraft der vier Herzen

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Sportfeeling satt

Nicht nur das: Der NSX verwöhnt mit einer blitzschnell agierenden Neungang-Automatik, inklusive einer Bremsanlage, die den Verzögerungswunsch des Fahrers per Kabelbefehl an alle Räder sendet oder einer ebenso elektrisch betriebenen Lenkung, die zielgenau arbeitet. Gleich vier Fahrprogramme können mittels eines Drehreglers in der Mittelkonsole angesteuert werden. Drei davon dienen dem Thema „Sport“, je nach Stellung des silbernen Rädchens mal mehr oder mal weniger heftig.

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Das gilt vor allem für die Geräuschentwicklung. Spätestens in der Einstellung für Rennstrecken verkündet der Honda lautstark, welche Potenz unter seiner Aluminiumhaut steckt. Zylindergebrüll beim Beschleunigen, heiseres Bellen beim Schalten. Da NSX-Eigner wegen des sicher wohl gefüllten Bankkontos zumeist in edlen Vorstadtvillen residieren, ist das Programm „Quiet“ (Ruhe) daher sicher oft im Einsatz: Dann kann der NSX für kurze Zeit lautlos elektrisch gleiten und auch der 3,5-Liter-Benziner hält sich akustisch zurück. Jason Widmer nennt diese Einstellung folgerichtig „Nachbarschafts-Mode“.

Auch ein Renner wie der NSX, der auf deutschen Autobahnen über die 300-km/h-Grenze hinaus unterwegs sein kann, wird eher selten auf abgesperrte Rennstrecken entführt. Sein Alltagsterrain ist der Stadtverkehr oder die Überland-Tour. Hier benimmt sich der bildschöne Sportler auf Wunsch auch wie ein Spaziergänger. Er schaltet früh in leise, spritsparende Gänge, strapaziert die Bandscheiben nicht mit überharten Dämpfern und lässt die beiden Insassen genussreich cruisen. Der ansonsten irreale Normverbrauch von 10,7 Litern auf 100 Kilometer rückt etwas in Reichweite. Im Test waren es rund 14 Liter. Eines sucht man im NSX vergeblich. Den Trend zu immer mehr elektronischen Assistenten macht das teure Spielzeug nicht mit. Außer einer Einparkhilfe und den obligatorischen ABS und ESP ist nichts Derartiges an Bord. Ingenieur Jason Widmer erklärt mit Augenzwinkern: „NSX-Fahrer lassen sich nun mal nicht bevormunden“.

50 NSX pro Jahr werden nach Deutschland kommen, die ersten 15 davon sind schon verkauft. Die Chancen, die Japan-Flunder ab Herbst in freier deutscher Wildbahn zu erleben, stehen also nicht allzu gut.

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