Praxistest Hyundai Staria: Elektro-Van mit neun Sitzen

Von Peter Eck/SP-X 3 min Lesedauer

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Der Elektro-Van bietet sieben oder neun Sitze und soll nach Norm 430 Kilometer Reichweite schaffen. Der Fahrbericht zu Platz, Verbrauch und Ladeleistung.

Mit dem Staria bietet Hyundai jetzt einen komfortablen elektrischen Van an.(Bild:  Hyundai)
Mit dem Staria bietet Hyundai jetzt einen komfortablen elektrischen Van an.
(Bild: Hyundai)

Die Vans sind wieder da. Über viele Jahre weg als „Pampas-Bomber“ oder „Mums Cars“ verschrien, von den SUVs bei den Zulassungen zum Zwergsegment degradiert, mit entsprechender Ausdünnung des Angebots als Folge, feiern die praktischen Raumriesen seit einiger Zeit wieder ein noch zartes, meist elektrisches Comeback. Modelle wie Mercedes VLE oder Xpeng X9 stehen für ein modernes Angebot, das sich vornehmlich an größere Familien, Business-Reisende mit Platzbedarf, Beförderungsunternehmen oder auch Hotels richtet. So auch der neue Hyundai Staria. 

Ihn gibt es als Nutzfahrzeug (Cargo) wie als Personentransporter (Elektro), letzterer in drei Ausstattungsvarianten mit sieben oder neun Sitzen. Angetrieben werden ausschließlich die Vorderräder, und zwar immer von einem 160 kW starken Elektromotor. Die 84 kWh große Batterie soll nach Norm 430 Kilometer Reichweite garantieren. Die Preise starten bei gut 57.000 Euro für die Variante Trend und reichen über die mittlere Version Prime (63.650 Euro) – beide mit je neun Sitzen – bis zum siebensitzigen Spitzenmodell Calligraphy für stolze 66.950 Euro. 

Lichtdurchflutet und durchdacht eingerichtet

Auffallend beim Einstieg in den Staria ist der durch die niedrige Gürtellinie hohe Glasanteil vorwiegend seitlich, was den Innenraum ausgesprochen luftig und freundlich wirken lässt. Er ist zudem auffallend durchdacht eingerichtet, mit sinnvollen Ablagen und einfacher Bedienung. Speziell im Siebensitzer herrschen auch in der zweiten und dritten Reihe geradezu fürstliche Platzverhältnisse. Die verwendeten Kunststoffe sind gut verarbeitet, strahlen aber noch einen leicht nutzfahrzeuglichen Restcharme aus. 

Die Sitze der zweiten und dritten Reihe lassen sich verschieben und hochklappen. Beim Siebensitzer ist die Konfiguration 2-2-3 mit zwei sehr komfortablen Einzelsitzen vorn und in der Mitte. Der Neunsitzer kommt in der Konfiguration 3-3-3 mit drei Bänken, hier kann der vordere Mittelsitz zwischen Fahrer und Beifahrer allerdings nur von kleineren Personen sinnvoll genutzt werden. 

Zu groß für schmale Straßen und Parkplätze

Der Elektromotor hat mit dem immerhin ungefähr 2,7 Tonnen schweren Staria im Stadt- und Überlandverkehr erwartbar keine Probleme, auch wenn die Anfahrt an einer Ampel naturgemäß nicht ganz so vehement ausfallen kann wie bei kleineren oder stärkeren E-Autos. Auf der Autobahn geht es zunächst ebenfalls flott voran, erst wenn man sich der Vmax von immerhin 184 km/h nähert, spürt man, wie Gewicht und Luftwiderstand den Vortrieb deutlich einbremsen.  

In der Stadt lässt sich der Staria auf großen Tangenten souverän bewegen. Auf kleinere Straßen oder Gassen oder beim Rangieren und wenden, merkt man die Länge von 5,25 Metern und mehr noch die Breite von 2,00 Metern sehr deutlich und das Fahrzeug wird unhandlich. 

Überraschend effizient

Überrascht waren wir von der Effizienz des großen Autos. Auf einer etwa eineinhalbstündigen, 50 Kilometer langen Fahrt durch den dichten Stadtverkehr Münchens, überwiegend mit Tempo 30 bis 50 sowie einer kurzen, aber schnellen Autobahnetappe zeigte der vorher vollgeladene Akku noch rund 89 Prozent Füllung an, was etwa neun kWh Konsum entspricht. Der Wert zeigt, wie effizient man mit dem großen Hyundai unterwegs sein kann und wie gut die Koreaner die E-Technik inzwischen im Griff haben. 

Da der Staria auf 800-Volt-Basis steht, gibt es auch an den maximalen Ladeleistungen und an der Ladezeit wenig zu meckern. Mit bis zu 256 kW geht es am Schnelllader zur Sache, nach rund 20 Minuten ist ein auf zehn Prozent abgesackter Akku wieder bei 80 Prozent. Die Norm-Reichweite von 430 Kilometern ist allerdings nicht überragend und dürfte zudem in der Praxis nur bei äußerst zurückhaltender Fahrweise und vorwiegender Nutzung im Stadtverkehr annähernd zu erreichen sein. 

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Für viel Gepäck und Handwerker

Hyundai preist den Staria auch als Langstreckenauto an. Das sehen wir allerdings nur für Menschen, die genug Zeit haben, an Autobahnraststätten alle zwei bis drei Stunden den Akku nachzufüllen. Für große Familien mit entsprechendem Platzbedarf und für Taxis oder als Hotelshuttle ist der Staria aber prädestiniert - und in der Cargo-Variante natürlich für Handwerker ein Thema. Vor allem, weil die wenigen echten Konkurrenten, die bei Platz, Ausstattung und Leistung mithalten können, deutlich teurer sind. 

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So besetzt der Staria eine kleine, aber feine Nische im Segment der elektrischen Raumwunder und könnte seinen Teil zum wundersamen Comeback der Vans beisteuern.