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Johnson Controls "In-Mold-Graining" ausgezeichnet

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Johnson Controls hat den zweiten Platz des "Automotive Division Award 2004" der Society of Plastics Engineers (SPE) - Central Europe belegt.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Johnson Controls hat den zweiten Platz des "Automotive Division Award 2004" der Society of Plastics Engineers (SPE) - Central Europe belegt. Die Auszeichnung gilt als "Oscar" in der Kunststoff verarbeitenden Industrie. Johnson Controls erhält den Preis in der Kategorie Innenausstattung für "In-Mold-Graining" - ein Fertigungsverfahren, das das Unternehmen für größere Oberflächen bis zur Serienreife weiterentwickelt hat. Erstmals großflächig zum Einsatz kommt die Technologie bei der Produktion der Türverkleidung für den neuen Opel Astra.

"In-Mold-Graining" ist ein Kaschierverfahren, bei dem eine ungeprägte thermoplastische Polyolefin(TPO)-Schaumfolie auf einen Träger kaschiert wird und im gleichen Schritt ihre Narbung erhält. Das neue Verfahren erlaubt eine größere Designfreiheit als die herkömmliche Methode, bei der vorgenarbte Folien verwendet werden. Diese können beim Kaschieren ihre Maserung verzerren. Da beim "In-Mold-Graining" die Narbung erst während des Pressens entsteht, bleibt das Muster selbst an scharfen Kanten und Radien exakt.

Darüber hinaus können unterschiedliche Maserungen in einem Prozessschritt realisiert werden. "Verwendbar ist das Verfahren mit allen gängigen Trägermaterialien, auch eine Kombination mit herkömmlichen Schaumverfahren ist möglich", erläutert Wim Jacobs, Director of Material and Process Engineering bei Johnson Controls. Ein weiterer Vorteil des "In-Mold-Grainings" ist die Umweltverträglichkeit. Die beim Verfahren genutzte TPO-Folie kann mit relativ geringem Aufwand vom Trägermaterial getrennt und werkstofflich wiederverwendet werden. Der Naturfaserträger, wie er auch im Astra verwendet wird, besteht zu neunzig Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen und lässt sich rückstandsfrei entsorgen.

Als Alternative zu den bislang üblichen Kaschiertechnologien bietet sich "In-Mold Graining" auch für den Einsatz bei Instrumententafeln an. Das Unternehmen setzt die Technologie bei der Türverkleidung des Opel Astra erstmals serienmäßig auf großer Fläche ein. So fertigt der amerikanische Innenraumspezialist auch das Cockpit des neuen Mitsubishi Colt mit diesem Verfahren. Die Oberfläche weist neben einer ansprechenden Optik auch zwei unterschiedliche Narbungen auf.

"Automotive Division Award" zum neunten Mal

Die SPE Central Europe verleiht den Automotive Division Award bereits zum neunten Mal. Prämiert werden die Kategorien Innen- und Außenausstattung sowie Fahrwerk. Eine Jury, die mit 25 Mitgliedern aus allen Bereichen der Kunststoffentwicklung und -verarbeitung besetzt ist, bewertet dabei die Qualität der Werkstoffe, deren Verarbeitung und das Innovationspotenzial der Neuentwicklungen.

Die SPE ist ein weltweit aktiver Verband von Ingenieuren und Wissenschaftlern mit über 38.000 Mitgliedern. Neben dem Opel Astra wurden bei der Preisverleihung in Düsseldorf zehn weitere Fahrzeugmodelle ausgezeichnet, unter anderem ein Rolls-Royce, ein Maybach sowie ein Smart Forfour.