Insolvenz Next E-Go Mobile: Erfolglose Investorensuche

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Das Umfeld für kleine E-Auto-Hersteller ist hart – nach Electric Brands scheint auch die Zeit von Next E-Go Mobile abzulaufen. Das Gericht will das Insolvenzverfahren starten.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Produkte von Next E-Go Mobile nochmals in den Handel kommen, ist stark gesunken. Nun wird das Insolvenzverfahren eröffnet.(Bild:  Next E-Go Mobile SE)
Die Wahrscheinlichkeit, dass Produkte von Next E-Go Mobile nochmals in den Handel kommen, ist stark gesunken. Nun wird das Insolvenzverfahren eröffnet.
(Bild: Next E-Go Mobile SE)

Um die Zukunft des insolventen E-Auto-Herstellers Next E-Go Mobile mit Sitz in Aachen wird weiter gerungen. Doch die Aussichten scheinen düster. In den zurückliegenden knapp zwei Monaten seit dem Insolvenzantrag am 8. März hat es der vorläufige Insolvenzverwalter Claus-Peter Kruth von der Kanzlei Andres Partner nicht geschafft, einen Investor zu finden und die Insolvenzeröffnung damit abzuwenden.

Wie der Insolvenzverwalter am Montag, 29. April, nun mitteilte, werde die anstehende Eröffnung des Insolvenzverfahrens durch das zuständige Amtsgericht zum 1. Mai 2024 (!) erwartet – faktisch also wegen des Feiertags wohl heute am 2. Mai. Parallel zum Gerichtsverfahren soll die Suche nach Investoren allerdings fortgesetzt werden. „Um Lösungen für das Fortbestehen der Next E-Go Mobile SE zu finden, werden derzeit Gespräche mit internationalen Interessenten geführt“, hieß es.

Die Unternehmensführung hat zudem mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters große Teile der Belegschaft des Unternehmens aus Liquiditätsgründen und im Hinblick auf die ruhende Produktion für einen Monat freigestellt. Damit hätten die Mitarbeitenden für den Monat Mai Anspruch auf Leistungen der Agentur für Arbeit, so das Unternehmen.

Zweite Insolvenz nach 2020

Dass die Suche nicht einfach werden würde, war von Beginn an klar. Schließlich ist das Unternehmen, das einst als Ausgliederung aus der Technischen Hochschule Aachen entstanden war, bereits im Frühjahr 2020 erstmals insolvent gewesen, damals noch unter dem Namen E-Go Mobile. Damals hatte es der Investor Nd Industrial Investments gerettet.

Danach war das Unternehmen in die Vertriebsoffensive gegangen, hatte versucht mit temporären Brandstores in guten Einkaufslagen die Bekanntheit zu steigern, hatte weitere Investorengelder eingesammelt – und schließlich mit dem Modell E-Wave X eine neue Fahrzeuggeneration vorgestellt, die Star-Fußballer Neymar promotete. Allerdings kam das Konzept nie auf nennenswerte Verkaufszahlen.

Warum nun der E-Go-Verwaltungsratsvorsitzende und Investor Ali Vezvaei sowie die anderen bisherigen Geldgeber nicht weiter zu dem Unternehmen standen, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt unklar. Nach der neuerlichen Insolvenzbekanntmachung gestellte Fragen dieser Redaktion zur Lage des Unternehmens, zum Vertriebsnetz und zu den Produkten blieben unbeantwortet. Obwohl der Hersteller seit Oktober 2023 sogar an der New Yorker Börse Nasdaq gelistet war, hatte er sich zuletzt mit öffentlichen Mitteilungen sehr zurückgehalten.

Mit Next E-Go Mobile würde ein weiteres Start-up aus der E-Auto-Szene verschwinden. Im vergangenen Jahr hatte Sono Motors seine E-Auto-Pläne endgültig begraben müssen. Am Freitag war bekannt geworden, dass Electric Brands (X-Bus, Evetta) den Betrieb einstellt.

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