Chipfabrik bei Magdeburg Intel-CEO: Aufgeschoben, nicht aufgehoben!

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Das Intel-Bauvorhaben bei Magdeburg liegt vorerst für zwei Jahre auf Eis. CEO Pat Gelsinger erklärt in einer Mitteilung alle großen Baustellen des Halbleiterherstellers.

Intel-CEO Pat Gelsinger richtete sich im Zuge des Baustopps der Chipfabrik in Magdeburg mit einer umfangreichen Mitteilung an die Belegschaft.(Bild:  Intel Corp.)
Intel-CEO Pat Gelsinger richtete sich im Zuge des Baustopps der Chipfabrik in Magdeburg mit einer umfangreichen Mitteilung an die Belegschaft.
(Bild: Intel Corp.)

Die Katze ist aus dem Sack: Intel will in den nächsten Jahren zehn Milliarden US-Dollar einsparen; da schaut es nicht so dufte aus, wenn gleichzeitig die Kohlen mit beiden Händen über einen Standort bei Magdeburg in Deutschland ausgeschüttet werden. Deshalb habe man, erklärt Intel-CEO Pat Gelsinger in einer offiziellen Mitteilung an die Belegschaft, Nägel mit Köpfen gemacht. Sowohl die Investmentpläne in zwei Fabs in der Nähe von Magdeburg in Deutschland für mehr als 30 Milliarden Euro als auch die Pläne für ein etwas kleineres Werk in Polen seien mindestens für zwei Jahre auf Eis gelegt.

Gelsinger argumentiert diese Entscheidung mit Einführung der EUV-Technologie in der Intel Foundry (Chip-Auftragsfertigung); man müsse nun von einer Zeit der gesteigerten Investitionen in die Foundry-Bemühungen zu einer etwas gemäßigteren Zeit der Prozessentwicklung und zu einem flexibleren und effizienteren Kapitalplan übergehen. Gleichzeitig sei die Nachfrage nach den Foundry-Produkten nicht so hoch wie erwartet.

Während also die Baupläne für Deutschland und Polen eingefroren wurden, sollen erhöhte Produktionskapazitäten in Irland vorerst die europäische Nachfrage bedienen. Alle anderen Investmentpläne von Intel in F&E, Advanced Packaging und Chipproduktion, die bisher nicht pausiert wurden (wie in Frankreich und Italien), bleiben unangetastet und somit bestehen. Dazu zählen unter anderem Advanced-Packaging-Kapazitäten in Malaysia.

Unabhängigkeit für Intel Foundry

Es war zu erwarten, dass der Vorstand von Intel beschließt, die Grenzen zwischen Intel und Intel Foundry noch deutlicher zu ziehen. Gelsinger berichtet von der Entscheidung, dass Intel Foundry eine eigenständige Tochter innerhalb des Konzerns werden soll. Damit soll wohl unter anderem der Sorge begegnet werden, dass Intel- und Intel Foundry-Kunden Geschäftsgeheimnisse anderer Kunden erlangen könnten.

„Die Struktur einer Tochtergesellschaft bringt wichtige Vorteile mit sich. Sie bietet unseren Foundry-Kunden und Lieferanten eine klarere Trennung und Unabhängigkeit vom Rest von Intel. Wichtig ist auch, dass sie uns in Zukunft die Flexibilität gibt, unabhängige Finanzierungsquellen zu evaluieren und die Kapitalstruktur der einzelnen Geschäftsbereiche zu optimieren, um das Wachstum und die Wertschöpfung für die Aktionäre zu maximieren“, betonte Gelsinger. Abseits davon wolle man sich stärker auf das x86-Portfolio konzentrieren – und natürlich auf künstliche Intelligenz für den Konsumenten, etwa in Form der AI-PCs.

Sparkurs bei Angestellten, Immobilien und Altera

Bekannt war bereits, dass Intel weltweit etwa zehn Prozent der Arbeitsplätze einsparen will, was circa 15.000 Mitarbeitern entspricht. Gelsinger informierte in seiner Mitteilung darüber, dass bereits mehr als 7.500 Angestellte Angebote zum freiwilligen Vorruhestand und Ähnliches angenommen hätten, allerdings – voraussichtlich Mitte Oktober – noch weitere schwierige Entscheidungen anstünden.

Auch bei den Intel-Liegenschaften soll gespart werden. Bis zum Ende des Jahres 2024 will sich der Konzern von rund zwei Drittel der weltweiten Immobilien trennen. Ebenfalls auf dem Programm steht die Trennung von einigen Anteilen an Altera.  (sb)

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