Thermomanagement Im E-Auto Klimatisieren – ohne Reichweitenangst

Von Sven Prawitz 2 min Lesedauer

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Heizen und Kühlen reduzieren die Reichweite von E-Autos. Deshalb arbeiten Autohersteller und Zulieferer an neuer Technik für die Klimatisierung. Kia hat nun erste Ergebnisse vorgestellt.

Ein auf dem „Heat Tech Day“ präsentierter Kia EV9 ist mit neuer Heiztechnik ausgestattet. (Bild:  Kia)
Ein auf dem „Heat Tech Day“ präsentierter Kia EV9 ist mit neuer Heiztechnik ausgestattet.
(Bild: Kia)

Die Autohersteller Hyundai und Kia haben auf dem „Heat Tech Day“ in Seoul (Korea) drei neue Konzepte für die Klimatisierung des Fahrzeuginnenraums vorgestellt. Die Technik soll sowohl den Komfort steigern, als auch die Energieeffizienz von Elektrofahrzeugen deutlich erhöhen, schreibt Kia.

  • Ein Nano-Kühlfilm auf der Fahrzeugscheibe senkt bei heißem Wetter die Innenraumtemperatur.

  • Eine Strahlungsheizung hebt die gefühlte Temperatur für die Insassen an.

  • Ein metallbeschichtetes, beheizbares Glas (48 Volt) beseitigt Frost und Feuchtigkeit. 

Alle drei Systeme seien reif für die Serienproduktion.

Nano-Kühlfilm senkt Innenraumtemperatur um über zwölf Grad

Die Mitarbeiter von Hyundai und Kia haben einen bereits vorgestellten Nano-Kühlfilm weiterentwickelt. Dieser wird auf Scheiben geklebt und reduziert den Wärmeeintrag in den Innenraum. Die Spezialfolie blockiert nicht nur die Infrarotstrahlung von außen wie herkömmliche Tönungsfolien, sondern ermögliche zugleich, dass Wärme aus dem Fahrzeuginneren entweichen kann. Der Kühlfilm besteht laut Kia aus drei Schichten: Zwei davon reflektieren die Sonnenenergie, die dritte emittiert Infrarotstrahlung mittlerer Wellenlänge.

Bei einem Vergleich zwischen einem mit Nanokühlfolie präparierten und einem unbehandelten Auto wurden Temperaturen von 48,5 bzw. 36 Grad gemessen – ein Unterschied von 12,5 Grad. 

Strahlungsheizsystem wirkt binnen Minuten

Das „Radiant Heating System“ verwendet ein Heizelement, das Strahlungswärme an die Beine der Insassen abgibt. Das System überbrückt damit die Zeit, bis aus der herkömmlichen Heizung ausreichend warme Luft geblasen wird. Es spare deshalb bis zu 17 Prozent Energie ein. 

Das System besteht aus einem filmartigen Hochtemperatur-Heizelement und einem Verbrennungsschutzsystem. Das Heizelement kann eine Temperatur von 110 °C erreichen und ist von einem Gewebe umhüllt, das Infrarotstrahlen aussendet und die Wärme auf ein angenehmes Niveau reguliert. Das Verbrennungsschutzsystem erkennt Körperkontakt und senkt in dem Fall sofort die Temperatur, um Verbrennungsrisiken auszuschließen. Auf dem „Heat Tech Day“ wurde ein Kia EV9 mit neun solcher Heizpaneelen gezeigt. Sie befinden sich im Demofahrzeug unter anderem an der Lenksäule, der Fahrertür und der Mittelkonsole sowie an der Beifahrertür und unter dem Handschuhfachboden. Die Technik soll in künftige Modelle der beiden Hersteller integriert werden.

Metallbeschichtetes, beheizbares Glas beseitigt Eis und Feuchtigkeit

Frontscheiben mit Wolframdraht, der im Winter Frost und Feuchtigkeit entfernen soll, sind bekannt. Hyundai und Kia haben eine Technik entwickelt, die leistungsfähiger sein soll. Eine Glasoberfläche soll damit bei minus 18 Grad innerhalb von fünf Minuten vollständig enteist werden können. Die Heizelemente nutzen eine Spannung von 48 Volt und sollen auf Systemebene etwa zehn Prozent weniger Energie benötigen als herkömmliche Klimaanlagen.

Darüber hinaus könne die Metallbeschichtung an heißen Tagen mindestens 60 Prozent der Sonnenenergie passiv abblocken, was den Kühlbedarf im Innenraum reduziert. Für das System wurden in Korea von beiden Herstellern Patente angemeldet. Auch diese Technik soll in künftigen Fahrzeugen eingesetz werden.

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