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Drei Fragen an Michael Aschaber, Head of Research & Development Steyr Motors GmbH.
Was waren die größten Herausforderungen in diesem Projekt?
Eine besondere Anforderung war das neuartige Massenausgleichssystem, das eine optimale Laufruhe gewährleisten soll. Dabei sorgt eine Blindmasse, die gegenüber den Zylindern liegt, für einen vollständigen Massenausgleich der oszillierenden Massen. Viel Energie haben wir auch in die radikale Reduktion der Teile im Motor gesteckt, um so die Produktionskosten senken zu können. Und stolz sind wir nicht zuletzt auf die geringe Höhe des Motors: 30 Zentimeter – das ist ein Benchmark im Motorenbau.

Auf welche Einsatzbereiche hin wurde der Motor optimiert?
Da wir jeweils nur kleine Stückzahlen produzieren, achten wir darauf, möglichst offen für viele Einsatzbereiche zu bleiben. So ist der Motor ideal für unsere traditionellen Tätigkeitsfelder geeignet. Als neues Einsatzfeld in landwirtschaftlichen Bereichen haben wir Biogasanlagen ab einem Tierbestand von 50 Kühen im Auge. Der große Vorteil für den Landwirt ist, dass er mit dem Motor ohne Transformator direkt ins Netz einspeisen kann. Das spart große Investitionen. Trotzdem wird der Einsatz erst bei einer entsprechenden Ökostrom-Regelung – etwa wie in Deutschland – rentabel.
Wurde der Motor zur Gänze bei Steyr Motors entwickelt?
Bis auf den Turbolader entstanden der Motor und auch die Software hier bei uns. Wir haben schon ähnliche Forschungsprojekte abgewickelt. Aber diesmal war es uns möglich, endlich eine eigene Abteilung zur Anwendung der Finiten-Elemente-Methode aufzubauen. Bei gewissen Einzelteilen – etwa der Kurbelwelle für die 6-Zylinder-Reihe – arbeiten wir mit fortgeschrittenen Zulieferern zusammen, deren Entwicklungstiefe sehr ausgeprägt sein muss.
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