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GPS-gestützt planen
Eine „Kinderkrankheit“ dieses Systems war zunächst, dass mögliche Verspätungen der Lkw erst im Nachhinein erkannt wurden. Erst wenn der Lkw zum errechneten Zeitpunkt nicht vor dem Werk stand, konnten die Disponenten die frei gehaltenen Wareneingangskapazitäten für andere Lkw nutzen.
Diesem Dilemma wirkt Audi inzwischen mit dem Pilotprojekt „Quick-Check-In“ entgegen, einem GPS-gestützten Tracking der Lkw-Verkehre. Dazu werden die Lkw mit einem Smartphone des Spediteurs erfasst und an das Softwaretool „Lkw Control“ übergeben, sobald sie noch 50, 20 und 3 Kilometer vom Werk entfernt sind. Anhand der genauen Zeiten dieser Kontaktaufnahmen lässt sich dann errechnen, wann der Lkw voraussichtlich im Werk eintrifft. Zeigt sich dabei, dass er seinen geplanten Entladeslot nicht wahrnehmen kann, zieht das System automatisch andere Lkw zur Entladung vor. So lassen sich der Be- und Entladeprozess an den Ladestellen verstetigen und optimieren. Der verspätete Lkw erhält anschließend einen späteren Entladeslot.
Per Smartphone zur Entladestelle
Musste sich der Fahrer früher zunächst persönlich an der Leitstelle anmelden, kann der Quick-Check-In-Lkw künftig direkt in den richtigen Entladepunkt einfahren. Auf seinem Smartphone erhält der Fahrer von der Leitstelle automatisch immer passende Textnachrichten – in einer von 19 Sprachen – die ihn zu seiner vorgesehenen Entladestelle dirigieren.
System verknüpft Lkw mit geladenen Gütern
Das Projekt „Quick-Check-In“ sieht die Verknüpfung der Lkw mit den geladenen Gütern vor. Schon bei der Beladung des Lkw beim Lieferanten scannt der Fahrer den Lieferschein mit seinem Smartphone und schickt ihn samt der Fahrzeugdaten an die Leitstelle. Nach einem Datenabgleich mit den vom Lieferanten gelieferten Frachtinformationen weiß Audi somit schon sehr früh, ob die richtigen Teile geliefert werden und wann die Fracht mit welchem Lkw zu welchem voraussichtlichen Zeitpunkt im Werk Ingolstadt ankommen wird. Die Mitarbeiter der Leitstelle müssen nur noch bei Abweichungen, wie Verspätungen des Lkw, steuernd eingreifen und werden so entlastet. Wegen der erhöhten Transparenz sind zudem Sonderfahrten vermeidbar.
Zugriff für alle Beteiligten
„Unser neues Logistiksystem wird elektronisch verwaltet und gesteuert. Auf diese Plattform haben auch die Lieferanten und Spediteure Zugriff, damit alle am Prozess Beteiligten immer aktuell über die einzelnen Lieferungen und Zeiten Bescheid wissen“, sagt Roth. „Außerdem informiert sie Audi kontinuierlich über ihre Termintreue und Zuverlässigkeit.“ Inzwischen sind einzelne Bausteine des neuen Logistikkonzepts – etwa die Fahrplanlogik, Quick-Check-In sowie die Speditionsbewertung – so ausgereift, dass Audi sie im Werk Ingolstadt flächendeckend einführt.
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