Nachhaltig und leicht bauen: Das können die Gewinner des Altair Enlighten Award. Die Sieger der diesjährigen Runde wurden jetzt ausgezeichnet.
Die Gewinner des Enlighten Award 2024 stehen fest.
(Bild: John F. Martin Photography)
Die Gewinner des Altair Enlighten Award 2024 stehen fest. Altair vergibt den Preis gemeinsam mit dem Center for Automotive Research (CAR). Der Award zeichnet die größten Fortschritte bei Nachhaltigkeit und Leichtbau aus. Dabei geht es um einen geringeren CO2-Ausstoß, weniger Wasser- und Energieverbrauch und das Wiederverwenden und Recyceln von Materialien.
„Der Enlighten Award ist die führende Auszeichnung, die die besten Innovationen der Automobilindustrie im Bereich der ressourcenschonenden Technologie prämiert. Wir freuen uns sehr, dass wir erneut die Unternehmen auszeichnen können, die eine nachhaltigere Zukunft schaffen“, sagte James R. Scapa, Gründer und Chief Executive Officer von Altair.
Kategorie Sustainable Product
In der Kategorie „Sustainable Product “ geht der Preis an Dupont für seine „Betamate Broad Bake Adhesive Technology“. Die Klebstoffe härten bei niedrigen Temperaturen aus. Die Temperatur in den Lackieröfen kann entsprechend niedriger sein, zudem senkt das die Zykluszeit. Die Zusammensetzung des Klebstoffs verlängert laut Hersteller die Haltbarkeit und erübrigt eine Kühllagerung.
Zweitplatzierter der Kategorie ist Bridgestone Americas mit dem Reifen „Turanza EV Tire“. Der Reifen besteht zur Hälfte aus erneuerbaren und recycelten Materialien. Außerdem ist er laut Bridgestone optimiert auf eine längere Lebensdauer.
Der Sitz ist in Monomaterial-Leichtbauweise gebaut und besteht teilweise aus nachhaltigen, nachwachsenden Materialien wie recycelte Polyester-Textilien, Flachsfaser Bio-Verbundstoffen und biogenen Lederalternativen. Wenn möglich, ersetzten die an der Entwicklung beteiligten Unternehmen erdölbasierte Rohstoffe durch biobasierte Materialien aus Algen und pflanzlichen Füllstoffen, zum Beispiel Kreide und Kork. Der Verbundstoff kann je nach Bedarf aus Kohlenstoff, Basalt, Glasfaser oder Naturfasern hergestellt werden.
Der zweite Platz geht an Toyota Motor Manufacturing Canada und PPG Industries für die Beschichtung „EPIC200X Electrocoat“. Sie verbessert laut der Unternehmen den Korrosionsschutz für Fahrzeugkarosserien, bei erheblich geringerer Umweltbelastung. Toyota spart damit in einem Werk mit dem Produkt und zugehörigem Anwendungsverfahren 3.500 Tonnen CO2-Emissionen jährlich.
Von der Beschichtung können pro Fahrzeug 0,6 Kilogramm weniger aufgetragen werden. Das Applikationsverfahren spart jährlich rund 5,6 Gigawattstunden Energie und knapp sieben Millionen Liter Wasser.
Kategorie Module Lightweighting
Die Kategorie „Module Lightweighting“ geht an Syensqo und General Motors für die „High-Performance Thermoplastic Battery Module Structure“.
Die Hochleistungs-Batteriemodulstruktur aus Thermoplast wiegt verglichen mit einer Struktur aus Aluminium 37 Prozent weniger und ist 25 Prozent günstiger. Die Hauptmerkmalen sind laut Unternehmen unter anderem eine rationalisierte Komponentenkonsolidierung für eine vereinfachte Montage und eine einzigartige Cell-Lock-Funktion, die die Batteriezellen stabilisiert. Das Design erübrigt mehrere Komponenten und Prozesse.
Platz zwei geht an Toyota Motor Company, US Farathane und BASF Corporation für die Rücksitzstruktur „Toyota Tacoma Second-Row Composite Seat Structure“. Die Struktur im Toyota Tacoma besteht aus einem Verbundwerkstoff, der 30 Prozent leichter ist als die vorherige Generation von Stahlsitzen.
Außerdem ist sie 20 Prozent leichter als die aktuellen Kunstharzsitze, die Toyota im Tundra 2022 einsetzt. Mehr als 55 Teile fassten die Unternehmen zu vier Teilen zusammen, „die in kurzer Zeit spritzgegossen und ausgeliefert werden können“.
Kategorie Enabling Technology
Platz eins in der Kategorie „Enabling Technology“ geht an die Composite Edge GmbH für die Verbundstrukturen „Next-Gen Sustainable High-Performance Structures“. Das Unternehmen hat dafür Naturfaserverbundwerkstoffe wie Flachs- und Hanffasern mit Kunststoff verbunden.
Die Strukturen helfen, leichte Komponenten wie Karosserieteile, Innenverkleidungen, Fahrwerksteile oder Federungselemente automatisiert und ohne zusätzliche Klebstoffe herzustellen. Zudem senkt der Einsatz von Naturfaserverbundwerkstoffen die Kohlenstoffemissionen und den Energieverbrauch verglichen mit synthetischen Materialien erheblich.
Stand: 08.12.2025
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Den zweiten Platz in der Kategorie hat Teijin Automotive Technologies erreicht, für das Verfahren „Fully Automated Preforming Process Enabling Complex CFRP Part“. Das vollautomatische Preforming-Verfahren ermöglicht die Massenproduktion von Kohlefaser-Preforms für Automobilkomponenten, im vorgestellten Fall eine Fahrzeugtür. Die Präzision des automatisierten Prozesses optimiert die Menge des verwendeten Materials und recycelt eine geringe Menge an Abfall.
Das bisherige arbeitsaufwändige Verfahren war laut Unternehmen für die Massenproduktion ungeeignet und führte durch menschliche Fehler häufig zu vermeidbarem Abfall. Das neue Verfahren ist wesentlich effizienter und reduziert den Arbeitsaufwand um 20 Prozent.
Ehrenvolle Erwähnung für Polyamid-Tanks
Eine ehrenvolle Erwähnung erhielten die Bemis Manufacturing Company und die BASF Corporation für „Large Hydraulic Tanks for Compact Excavators via BASF Ultramid Polyamide“. Die Unternehmen haben mit Polyamid des Chemieunternehmens große Hydrauliktanks für Kompaktbagger entwickelt. Sie verringern die CO2-Emissionen während des gesamten Lebenszyklus und senken die Lebenszykluskosten. Die Kombination aus Spritzgießen und Vibrationsschweißen senkte zudem fünf Prozent der Masse und 20 Prozent der Kosten, verglichen mit herkömmlichem Rotationsgießen.
Kategorie Future of Lightweighting
Die Kategorie „Future of Lightweighting“ geht an „WEAV3D“, Braskem und Clemson Composites Center für „Cost-Effective Lightweight Vehicle Body Structures“. Die Unternehmen haben eine gitterverstärkte Polypropylen-Verbundplatte entwickelt, die auf die Leistung jeder auf dem Markt erhältlichen Karosseriestruktur zugeschnitten ist.
Die Platte entstand in einem hochautomatisierten Umformungszyklus. Er ermöglicht laut der Unternehmen die Produktion von mehr Teilen mit weniger Energieaufwand. Die neue Platte kostet entsprechend nur die Hälfte. Außerdem ist sie leichter: Sie wiegt rund 23 Prozent weniger als eine vergleichbare Platte aus „CFPA6“-Organoblech, Nylon 6, und zwischen 60 und 70 Prozent weniger als eine aus Stahl.
Den zweiten Platz belegt Carsolia Composites Corporation für die Schraubenfeder „Composite Suspension Coil Spring by Carsolia“. Die zum Patent angemeldete Verbundwerkstoff-Schraubenfeder wiegt rund die Hälfte einer vergleichbaren Stahlfeder.
Der Kohlefaser-Verbundwerkstoff hat laut Hersteller verglichen mit Stahl ein um die Hälfte geringeres CO2-Äquivalent pro Kilogramm. Das reduziert die CO2-Emissionen um insgesamt 75 Prozent. Die Feder entsteht in einem großserientauglichen Produktionsverfahren.
Es ermöglicht laut Unternehmen einzigartige, bislang nicht mögliche Designoptionen. Die Feder kann laut Unternehmen als direkter Ersatz für aktuelle Fahrzeuge dienen, ohne Neukonstruktion.
Kategorie Responsible AI
Der Gewinner der Kategorie „Responsible AI“ ist Dow für „Sustainable Specflex Polyurethane Solutions“. Dabei geht es um saubere Rohstoffe und neue Konstruktionsprinzipien. Die Produkte erreichen verglichen mit herkömmlichen Zusammensetzungen gleichwertige mechanische und Alterungseigenschaften.
Dabei sollen sie deutlich sicherer und nachhaltiger sein: mit über 50 Prozent weniger flüchtigen organischen Verbindungen, 60 Prozent weniger Formaldehyd und 80 Prozent weniger Acetaldehyd.
Die Gewinner des Enlighten Award 2024 hat Altair bei einer Preisverleihung am 6. August bekannt gegeben. Weitere Informationen zum Enlighten Award gibt es auf https://www.altair.com/enlighten-award.