Leichtbau-Gipfel 2013 Leichtbau in Automobil und Luftfahrt
Nicht nur in der Autobranche, sondern auch in der Luftfahrt setzen die Entwickler auf Leichtbau. Doch die Anforderungen unterscheiden sich erheblich. Darauf wies Sven Torstrick vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt im Rahmen seines Vortrags beim Leichtbau-Gipfel in Würzburg am 26. März 2013 hin.
Anbieter zum Thema

Bei kosteneffizienter Entwicklung und Produktionstechnik gebe es in der Luftfahrt noch erheblichen Nachholbedarf – das allerdings liegt auch an den Qualitätsvorgaben und Testmethoden. So stelle die Autobranche die Qualität mittels der Stabilität der Prozesse und regelmäßiger Stichproben sicher; die Luftfahrt erfordere zu 100 Prozent zerstörungsfreie Prüfungen.
Kooperationen noch Zukunftsmusik
Überschneidungen gebe es bei endkonturnahen Volumenbauteilen; Einsatzmöglichkeiten für komplexe, 3D-gekrümmte Geometrien gebe es sowohl in der automotiven als auch der aviatischen Industrie. Doch die unterschiedlichen Kostenstrukturen – in der Luftfahrt bezahle man 500 bis 1.000 Euro pro Kilogramm CFK-Werkstoff, in der Autobranche 10 bis 50 Euro – lassen intensive Kooperationen momentan noch als Zukunftsmusik erscheinen.
CFK-Außenhaut nicht zwingend sinnvoll
Torstrick ließ übrigens erkennen, dass er den – offenbar in erster Linie prestigeträchtigen – Einsatz von CFK-Bauteilen für die Außenhaut eines Automobils für nicht unbedingt sinnvoll hält. Einen Kotflügel könne man auch einfach spritzgießen; ohne tragende Funktion bedürfe es keiner Faserverstärkung. Andererseits sei auch die Verwendung für die Stoßfänger-Außenhaut fragwürdig, denn das Impact- (Stoß-) Verhalten gehöre zu den Schwachpunkten von CFK-Bauteilen. Sinnvoller sei die Prüfung kompletter Fahrzeug-Bauweisen.
(ID:38324610)