Siemens Mannesmann Sachs geht an ZF
Die Siemens AG verkauft den im vergangenen Jahr vom früheren Mannesmann-Konzern erworbenen Autozulieferer Sachs an die ZF Friedrichshafen AG.
Anbieter zum Thema
Die Siemens AG wird wie erwartet einen Teil ihrer erst im vergangenen Jahr vom früheren Mannesmann-Konzern erworbenen Autozuliefer-Sparte wieder abgeben. Siemens teilte am Freitag mit, dass er den Automobilausrüster Sachs an die ZF Friedrichshafen AG verkaufen werde. Sachs ist eine von fünf Unternehmensgruppen der Atecs Mannesmann, die Siemens im Zuge der Übernahme Mannesmanns durch den britischen Mobilfunkkonzern Vodafone erworben hatte. Wenn der Aufsichtsrat von Atecs Mannesmann sowie die Kartellbehörden dem Verkauf zustimmen, könne Sachs zum 1. Oktober an ZF Friedrichshafen übergehen, hieß es. Der Kaufpreis wurde nicht mitgeteilt, soll aber früheren Medienberichten zufolge bei etwa 1,5 Milliarden Euro liegen.
Mit der Übernahme von Sachs würde ZF Friedrichshafen nach den Angaben zu einem Automobilzulieferer mit einem Umsatz von zuletzt etwa neun Milliarden Euro aufsteigen. "ZF und Sachs passen hervorragend zusammen", wurde der Vorstand der Mannesmann Sachs AG in der Pressemitteilung von Siemens zitiert. Beide Unternehmen hätten eine vergleichbare Tradition und ergänzten sich sinnvoll in ihrer Angebotspalette.
"Damit sind auch langfristig Wachstumschancen gesichert." An ZF Friedrichshafen verkauft würden die vier Sachs-Sparten Antriebsstrang, Fahrwerk, Gummi-Metalle und das Handelsgeschäft. Die auf Gasfedern spezialisierte Stabilus GmbH mit einem Jahresumsatz von 394 Millionen Euro sei in das Geschäft nicht einbezogen, hieß es weiter.
Auch der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental AG hat nach eigenen Angaben mit Siemens verhandelt. Besonderes Interesse habe Conti an die Dämpfungssparte gehabt, die rund 30 Prozent des Geschäftes von Sachs umfasse, sagte Conti-Sprecher Andreas Meurer. "Wir hätten Sachs auch komplett übernommen. Am Ende ist so etwas dann auch eine Preisfrage". Conti sei weiterhin an der Übernahme eines Dämpfungherstellers interessiert. Allerdings gehe man davon aus, dass die bisherige Kooperation mit Sachs für bestimmte Dämpfungssysteme auch unter dem neuen Eigentümer weiter geführt werde.
Sachs setzte nach den Angaben im vergangenen Jahr an seinen 54 Standorten in 18 Ländern mit rund 21.000 Mitarbeitern etwa 2,5 Milliarden Euro um. Der im Bereich Antriebs- und Fahrwerkstechnik positionierte Autozulieferer ZF Friedrichshafen zählt rund 36.400 Mitarbeiter und erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 6,5 Milliarden Euro.