Prognose 2025 Mercedes-Benz erwartet weiteren Renditerückgang

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Der Gegenwind für die Schwaben bläst immer stärker. Für das laufende Jahr sieht die Konzernführung einige Risiken für das Jahresergebnis. Umso drängender wird der Zwang zum Sparen.

Mercedes-Benz wäre derzeit gerne so dynamisch wie die Studie Vision One-Eleven. Tatsächlich kämpft der Autobauer mit Absatz- und Renditeschwund.(Bild:  Mercedes-Benz)
Mercedes-Benz wäre derzeit gerne so dynamisch wie die Studie Vision One-Eleven. Tatsächlich kämpft der Autobauer mit Absatz- und Renditeschwund.
(Bild: Mercedes-Benz)

Der Autobauer Mercedes-Benz rechnet im laufenden Jahr mit noch stärkerem Gegenwind und einem deutlich schlechteren Ergebnis. Vorstandschef Ola Källenius begründete das am Donnerstag mit einem weiterhin herausfordernden Umfeld. Sowohl im Geschäft mit Pkw als auch mit Lieferwagen dürfte die Profitabilität weiter schwinden, die Investitionen in Anlagen sowie Forschungs- und Entwicklungsleistungen sollen dagegen zulegen.

Källenius steuert mit einem Sparprogramm bei den Produktionskosten gegen. Ab 2027 soll der Hersteller dann wieder zweistelligen operativen Margen im Pkw-Geschäft erreichen, indem die Produktionskosten des Konzerns bis 2027 um ein Zehntel sinken. Die Materialkosten sind mit mindestens 8 Prozent weniger eingeplant, auch an den Fixkosten soll weiter gearbeitet werden.

„Um die künftige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens in einer zunehmend unbeständigeren Welt sicherzustellen, ergreifen wir Maßnahmen, um das Unternehmen schlanker, schneller und stärker zu machen“, sagte Källenius laut Mitteilung. Dazu soll die Produktionsstruktur weltweit effizienter und flexibler gestaltet werden. Insgesamt soll die Produktionskapazität weltweit von 2,5 auf rund 2,0 bis 2,2 Millionen Fahrzeuge sinken.

In Deutschland werde Mercedes-Benz die Kapazitäten der Werke von rund einer Million auf rund 900.000 Autos senken. Stellen sollen laut Wilhelm vor allem durch Fluktuation abgebaut werden, Details nannte er zunächst nicht. Eine Schließung deutscher Werke sei aber nicht geplant. Der Anteil von Niedriglohnländern an der Produktion in Europa soll von derzeit 15 Prozent auf 30 Prozent verdoppelt werden. Mercedes fertigt in Europa neben den Pkw-Fahrzeugwerken in Sindelfingen, Rastatt und Bremen auch im ungarischen Kecskemet.

Früheren Angaben zufolge hat das Programm einen Umfang von rund 5 Milliarden Euro. Dazu soll auch das Direktvertriebsmodell beitragen, mit dem Mercedes den Rabattwettbewerb bei Händlern unterbinden will.

Verhaltener Ausblick auf 2025

Der Konzernumsatz dürfte dieses Jahr leicht unter dem Niveau des Vorjahres bleiben. Die Stuttgarter erwarten beim Absatz von Pkw ebenfalls einen leichten Rückgang. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern dürfte deutlich fallen. Auch der freie Mittelzufluss im Industriegeschäft – also ohne die Finanzdienstleistungen gerechnet – sollte der Prognose zufolge deutlich unter dem Vorjahreswert von 9,2 Milliarden Euro liegen. Deutlich heißt bei Mercedes mindestens ein Viertel weniger – maximal dürften diesmal also rund 6,9 Milliarden Euro in die Kassen fließen.

Die um Sondereffekte bereinigte Marge vor Zinsen und Steuern im Pkw-Geschäft dürfte 2025 bei 6 bis 8 Prozent des Umsatzes liegen, teilte der Konzern mit. Analysten hatten nach dem schwachen Lauf im vergangenen Jahr bereits befürchtet, dass die am Kapitalmarkt viel beachtete operative Marge im wichtigsten Geschäftsteil weiter fallen dürfte. Im Schnitt lagen die Erwartungen für dieses Jahr bisher aber in der oberen Hälfte der neuen Bandbreite.

Mercedes-Finanzchef Harald Wilhelm sagte zudem in einer Präsentation, mögliche neue Zölle könnten die Margen noch einmal um einen Prozentpunkt schmälern. US-Präsident Donald Trump droht mit höheren Einfuhrzöllen aus Importe, die ab April kommen könnten.

Rendite sackte 2024 deutlich ab

2024 fiel die Marge im Pkw-Bereich bei Mercedes bereits auf 8,1 Prozent – von 12,6 Prozent ein Jahr zuvor. Vor Zinsen, Steuern und Sonderposten sackte das operative Ergebnis der Sparte um 39 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro ab. Vor allem der chinesische Markt erweist sich aktuell als Problem.

So kaufen auf dem wichtigsten Einzelmarkt China wohlhabende Kunden weniger teure Autos von Mercedes, was die hohe Profitabilität der Vorjahre schmelzen ließ. Der Umsatz fiel im Gesamtjahr um 4,5 Prozent auf 145,6 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern rutschte um fast ein Drittel auf 13,6 Milliarden Euro ab, fiel damit aber etwas besser aus als von Experten befürchtet.

2024 mussten die in den Vorjahren erfolgsverwöhnten Schwaben unter dem Strich einen deutlichen Gewinneinbruch verkraften. Das Konzernergebnis fiel im Jahresvergleich um gut 28 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro. Die Dividende soll um einen Euro auf 4,30 Euro je Aktie gekürzt werden. Einen geplanten weiteren Aktienrückkauf muss die Hauptversammlung noch absegnen.

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