Transformation Mercedes-Managerin sieht Digitalisierung als wichtigstes Thema

Quelle: dpa

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Bei der Transformation der Autobranche geht es nicht nur um E-Mobilität. Die Personalchefin von Mercedes-Benz rückt die Digitalisierung in den Fokus und sieht große Veränderungen auf die Standorte zukommen.

Sabine Kohleisen ist bei Mercedes für das Personal verantwortlich.
Sabine Kohleisen ist bei Mercedes für das Personal verantwortlich.
(Bild: Mercedes-Benz)

Die Digitalisierung wird bei der Transformation der Autobranche nach Ansicht von Mercedes-Benz-Personalvorständin Sabine Kohleisen häufig unterschätzt. „In meiner Wahrnehmung sprechen alle immer von Elektromobilität. Dabei ist die Digitalisierung mindestens eine genauso historische Wende, wenn nicht sogar noch mehr“, sagte die Arbeitsdirektorin der Presseagentur dpa.

Die Digitalisierung erfasse alle Bereiche des Unternehmens, nicht nur die Antriebsstrang-Werke. „Überall stellt sich beispielsweise die Frage: Wie gehe ich mit Daten um, und wie kann ich aus Daten Erkenntnisse ziehen?“ Es gehe auch darum, sich zu fragen, welche Prozesse digitalisiert und automatisiert werden können, um in der dann zur Verfügung stehenden Zeit wertigere Dinge zu tun. „Das ist aus meiner Sicht die riesengroße Transformation“, sagte Kohleisen.

Künftig weniger Beschäftigte in Antriebsstrang-Werken

Natürlich habe der Wandel hin zur Elektromobilität Auswirkungen auf die Beschäftigten, vor allem auf jene in den Werken, in denen die Antriebsstränge produziert werden. „Es wird so sein, dass wir weniger Beschäftigung an diesen Standorten haben werden“, sagte die Managerin. Wie viel genau, könne sie heute noch nicht exakt sagen, da das auch vom Hochlauf der Elektromobilität abhängig sei.

Heute herrsche Vollbeschäftigung auch in den Antriebsstrang-Werken, weil der Verbrenner noch einen hohen Anteil in der Produktion habe. Für die Produktion eines Motors und Getriebes brauche es mehr Menschen als für den Antrieb eines Elektrofahrzeugs. Entsprechend kämen große Veränderungen auf die Standorte zu. Andererseits würden auch neue Produkte und Technologien an die Standorte gebracht, verbunden mit der Möglichkeit, sich für neue Beschäftigungsprofile zu qualifizieren. Es gehe darum, „den Wandel zu umarmen“.

Mitarbeiter nehmen Weiterbildung gut an

Im Sommer hatte Kohleisen eine Offensive bei der Weiterbildung verkündet. Bis 2023 sollen in Deutschland 1,3 Milliarden Euro investiert werden, „um den Herausforderungen der Transformation gerecht zu werden“. Mit dem Anlauf zeigte sich Kohleisen zufrieden. Von 80.000 Lizenzen hätten seit September 25.000 Mitarbeiter ihre Zugänge aktiviert. „Wir freuen uns, dass das so gut angenommen wird und die Beschäftigten selbst aktiv werden“, sagte Kohleisen. Beliebt seien Kurse zu Karrierethemen, zum Beispiel „Was sind Kommunikationsfehler, die ich vermeiden sollte?“.

Aber auch Data-Science-Kurse seien beliebt. Mercedes verspricht sich laut Kohleisen ein großes finanzielles Potenzial, das sich dank der Nutzung von Daten durch Effizienz und durch bessere Prozesse und Produkte erzielen lasse.

Das Ziel, weltweit 3.000 Softwareentwickler einzustellen, habe der Konzern nahezu erreicht. 2.300 seien mittlerweile an Bord, sagte Kohleisen. Am Standort in Sindelfingen, wo 1.000 Softwareentwickler eingestellt werden sollten, sei das Ziel erreicht. Ein neues übergeordnetes Einstellungsziel sei derzeit nicht geplant. Toptalente würden natürlich weiter eingestellt. Insbesondere in China werde noch eingestellt, weil es dort spezielle Programme und Software brauche. Jetzt gehe es darum, das eingestellte Personal einzuarbeiten und die Leistung nach oben zu fahren.

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