Brumm, Rooarr, beschreiben den Klang der Verbrennerwelt. Bei E-Autos fehlt dieser Sound. Nicht jedoch beim EQE 53 SUV. Das AMG-Modell vibriert sogar.
Der elektrischen Mercedes-Benz EQE SUV gibt es auch als AMG-Version.
(Bild: Mercedes-Benz)
Mehr Leistung geht fast immer. Mercedes hat die im Frühjahr eingeführte Elektro-Reihe EQE SUV um die mit Extraleistung und sportivem Charakter aufgepeppte AMG-Version 53 erweitert. Trotz eines E-Antriebs ohne Armhärchen-Aufstell-Sound sowie 2,7 Tonnen Gewicht erlebt man das in den USA produzierte und fast 140.000 Euro teure SUV als ein den Buchstaben AMG würdiges Spaßgerät. Um den Anforderungen aus dem Lastenheft Genüge zu tun, musste sich die Performance-Abteilung der Stuttgarter allerdings einiges einfallen lassen.
AMG war einst berüchtigt dafür, hardwareseitig großen Aufwand zu betreiben, um bollernden Acht- und Zwölfzylindern Leistung weit jenseits des Mainstreams zu entlocken. Im Elektro-Zeitalter wird lediglich skaliert – auf zwei Motoren und etwas mehr Output. Beim 53 mit Dynamic-Plus-Paket stemmen die elektromagnetisch angeregten Kupferwicklungen von zwei thermisch optimierten Permanenterregt-Synchronmaschinen auf Wunsch 505 kW und 1.000 Newtonmeter auf Vorder- und Hinterachse.
Variable Leistungsabgabe
Man könnte denken, dass der EQE vor Kraft kaum gehen kann. Doch ob als Spielstraßen-Schleicher oder Drag Racer – beide Rollen liegen ihm. Dank einer an beiden Achsen hochvariablen Leistungsabgabe lässt sich das gewaltige Gesamtpotenzial sauber und gut beherrschbar in stets souverän wirkenden Vortrieb umsetzen.
So weit, so typisch E-Auto. Doch da gibt es noch eine besondere AMG-Note, die Lautsprecher und kleine, Unwuchten erzeugende E-Motoren vermitteln. Über einen runden Mini-Screen im Lenkrad lassen sich unter anderem die Fahrmodi Sport und Sport+ aktivieren. Damit lässt sich die Performance auf hochdynamisch bis erbarmungslos trimmen. Bereits die rote Cockpit-Grafik sowie eine grummelige Akustiknote stimmen den Fahrer auf Krawall ein.
In den beiden sportlichen Fahrmodi lässt sich außerdem ein Race-Modus mit den Füßen aktivieren. Dazu muss der linke Fuß aufs Bremspedal, während der rechte Fuß das Gaspedal durchdrückt. Umgehend erklingt ein Laserschwert-ähnlicher Ton, gefolgt von einem Bollern aus den Lautsprechern, was klanglich der Kraftmeierei der klassischen Verbrennerwelt nicht unähnlich ist.
Parallel wird der Fahrergurt straffgezogen, während Vibratoren das Fahrzeug angespannt und ungeduldig schaukeln lassen. Sobald nun das Bremspedal gelöst wird, entfesseln die beiden Motoren ein Vortriebs-Crescendo, als säße man im Viper-Jäger aus „Kampfstern Galaktica“, der nun ins All gefeuert wird.
Extra Boost gegen Aufpreis
Je nach Fahrmodi stellt der EQE-Antrieb unterschiedlich viel Leistung zur Verfügung. „Glätte“ kappt auf 170 kW, „Comfort“ auf 284 KW, während „Sport+“ 460 kW erlaubt. Dann liegen im Prinzip 100 Prozent an, ist jedoch die Boost-Funktion an Bord, die die Kunden mit dem „Dynamik Plus“-Paket erhalten, stehen 110 Prozent beziehungsweise 505 kW zur Verfügung. Damit springt die digitale Tachonadel nach nur 3,5 Sekunden in den dreistelligen km/h-Bereich.
Und es geht auch sehr flott in höhere Regionen, wobei gegen Aufpreis 240 km/h statt der sonst üblicherweise gewährten 220 km/h das obere Limit markieren. Ein Tempo vielleicht für die deutsche Autobahn, auf unserer Tour durchs südliche Kalifornien jedoch viel zu weit in der Tabuzone.
AMG-Fahrspaß inklusive (synthetischem) Sound
Im hügeligen wie teilweise unterhaltsam-kurvigen Hinterland nördlich von San Diego haben wir die Spaß-Leine dennoch etwas länger gelassen, was im Zusammenspiel mit der synthetischen Sound-Untermalung ein den Buchstaben AMG durchaus würdiges Fahrspaß-Feeling aufkommen ließ. Fahrwerk, Allradantrieb, Lenkung und Bremsen wurden von AMG in souveräner Weise für flotte Kurventänzchen optimiert beziehungsweise dimensioniert.
An der Vorderachse kommen, sofern man in die optionalen Keramik-Verbundbremsen investiert, 44 Zentimeter große Scheiben zum Einsatz, die von Sechskolben-Bremssätteln in die Hände genommen werden.
Eng und schnell ums Eck half uns außerdem eine Hinterachslenkung, die den Kurvenradius trotz XL-Radstand klein hält. Als rassiger Sportwagen kann der auf 1,93 Meter hochgebockte EQE angesichts seiner Masse und der erhöhten Sitzposition zwar nicht vollends überzeugen. Doch ein Premium-Komfort-Cruiser, der seine Gäste derart brutal in Seitenwangen und Rücklehnen drücken kann, hat seinen Reiz.
Wie alltagstauglich ist ein AMG EQE SUV?
Und dann wäre da noch die Frage nach der Alltagstauglichkeit. Die ist im EQE SUV trotz der straffen Fahrwerksnote in eigentlich jeglicher Hinsicht souverän beantwortet. Über jeden Zweifel erhaben ist das Platzangebot sowohl von Kofferraum als auch vom geräumigen Lounge-Abteil der Rückbank.
Stand: 08.12.2025
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Fondgäste genießen zudem einen durchgehend flachen Boden. Der 4,88 Meter lange EQE SUV ist zweifellos eine gute Vielzweck-Alternative. Hinzu kommen diverse praktische und fein regelnde Assistenzsysteme, eine im Vergleich zu einigen Mitbewerbern ausgereifte und in der riesigen Hyperscreen-Ausführung zudem optisch imposante sowie zukunftsfeste Infotainment-Lösung.
400 Kilometer Reichweite
Und ja, Reichweite gibt es auch. Zu unserer zweistündigen Testfahrt sind wir mit zu 95 Prozent gefülltem Akku gestartet, was laut Bordcomputer für 386 Kilometer reichen sollte. Nach 114 zwischenzeitlich auch strammer gefahrenen Kilometer waren davon 64 Prozent oder 258 Kilometer übrig. Verbraucht haben wir 25 kWh pro 100 Kilometer. Das ist weder sparsam noch extrem durstig. Wer es darauf anlegen will, sollte mit dem 90-kWh-Akku wohl 400 Kilometer am Stück weit fahren können. Weniger geht auch.
Nichts für sparsame Naturen ist der Anschaffungspreis. Wer einen Mercedes mit AMG-Stempel und diesen außerdem rein elektrisch fahren will, darf nicht kleinlich sein. Etwas über 139.000 Euro sind es beim 53, wer etwas niedriger einsteigen will, kann für rund 125.000 Euro den EQE-SUV von AMG als schwächeren 43 für dann rund 125.000 Euro bekommen. Doch ein EQE SUV von AMG ist auch ein Wenn-schon-denn-schon-Auto und darf dann als 53 mit etlichen Extras als überzeugendere Wahl gerne auch 170.000 Euro kosten.