Die neue Luxus-Strategie von Mercedes nimmt Form an. Der CLA markiert künftig den Einstieg in die Welt von Mercedes – zunächst als reines Elektromodell ab 56.000 Euro.
Mercedes hat den lange erwarteten CLA vorgestellt.
(Bild: Mercedes-Benz)
Kompaktmodelle von Mercedes? Geschichte. A- und B-Klasse fahren ins Museum. Nach dem Mercedes-Chef Ola Källenius vor einigen Jahren seine neue Luxus-Strategie ausgerufen hat, nimmt die Sache nun Gestalt an: Wer künftig ein Auto mit Stern fahren möchte, muss sich mindestens mit einer über 4,70 Meter langen Coupé-Limousine anfreunden, genannt CLA.
Das Modell ist die wichtigste Neuerscheinung von Mercedes in diesem Jahr und gilt in der Branche einerseits als Hoffnungsträger, andererseits als Prüfstein für den Konzernboss. Mit der Entscheidung, statt wie einst auf Volumen nur noch auf Höherpositionierung und damit auf bessere Gewinnmargen zu setzen, könnte der Top-Manager allerdings auch schief liegen. Zudem spielt er gleichzeitig der Konkurrenz in die Hände. Sowohl BMW als auch Audi halten an ihren kompakten Hatchback-Modellen 1er und A3 fest.
Der Einstieg in die Markenwelt von Mercedes wird wohl bei mindestens 45.000 Euro liegen, vorerst sogar noch höher. Denn der CLA startet im Sommer zunächst als Elektromodell. Laut Konfigurator startet der Viertürer in der Version 250+ bei knapp 56.000 Euro. Erst zum Ende des Jahres kommt dann der Benzin-Mildhybrid.
Gemessen an der Wichtigkeit des CLA und dass die Coupé-Limousine laut Mercedes die „größte Produktoffensive in der Geschichte des Unternehmens“ einleitet, geriet das Design überraschend zurückhaltend, knüpft eher an klassische Mercedes-Linien und die Proportionen des Vorgängers an. Den gestalterischen Mut und die Progressivität, wie sie beispielsweise die Neue-Klasse-Limousine von BMW verkörpert, fehlt dem intern C 174 genannten CLA.
Dafür geht es um so fortschrittlicher unter dem Blech zu, besonders bei der Strom-Variante CLA mit EQ-Technik, so die offizielle Bezeichnung. Die Ingenieure haben hierzu eine komplett neue Architektur entwickelt, die MMA (Mercedes Modular Architecture), basierend auf 800 Volt. Viele der Innovationen konnten aus dem Technologieträger EQXX übernommen werden, der bereits mehrere Langstreckenrekorde aufgestellt und mit einer Batteriefüllung über 1.200 Kilometer zurückgelegt hat.
Auch der Serien-CLA soll Maßstäbe in seinem Segment setzen, vor allem in den Bereichen Reichweite, Effizienz und Ladegeschwindigkeit. Ein weiteres Motto in der Entwicklung lautete: keine Abstriche in Sachen Alltagstauglichkeit gegenüber den konventionellen Antrieben. Als Stromer hat der CLA eine Kofferraumgröße von 400 Litern. Das ist zwar etwas weniger als zuvor, jedoch kommen noch 100 Liter hinzu, die der „Frunk“ unter der Fronthaube bereithält. Das Fach eignet sich bestens für die Unterbringung des Ladekabels.
In der Basisversion CLA 250+ (ca. 56.000 Euro) hat die Limousine Heckantrieb. Hinten sitzt grundsätzlich eine permanent erregten Synchron-Maschine (PSM) mit 200 kW, kombiniert mit einem Zweigang-Getriebe. Mercedes nennt diese erstmals eingesetzte und besonders kompakt bauende Antriebseinheit Electric Drive Unit 2.0 (EDU 2.0).
Bei Allradantrieb (CLA 350 4Matic, ca. 60.000 Euro) kommen an der Vorderachse nochmals 80 kW als Boost-Funktion hinzu. Die Systemleistung wird mit 260 kW angegeben. Beide E-Maschinen werden unabhängig voneinander angesteuert. Die Ingenieure entschieden sich auch vorne für eine PSM-Lösung und verweisen auf eine im Betrieb bessere Effizienz sowie eine höhere Rekuperationsleistung. Um Schleppverluste zu vermeiden, kann der E-Motor über die Disconnect Unit (DCU) bei Bedarf blitzschnell abgekoppelt werden. Das Ganze ist zwar technisch aufwendiger als dies bei einer ASM (Asynchron-Maschine) der Fall wäre, zahlt aber positiv aufs Reichweitenkonto ein.
Und hier wollen die schwäbischen Autobauer die Latte sehr hoch hängen. Unter WLTP-Bedingungen soll der über zwei Tonnen schwere CLA bis zu 790 Kilometer mit einer Batteriefüllung schaffen, obwohl die nutzbare Kapazität bei „nur“ 85 kWh liegt. Doch die gute Aerodynamik (cW-Wert 0,21), eine neue Leistungselektronik samt Siliziumkarbid-Wechselrichter und eine geänderte Akku-Chemie mit höherer Energiedichte schaffen hier die nötigen Voraussetzungen. Alles mündet in einen Verbrauch von lediglich 12,2 kWh/100 km (WLTP), Rekord in der Klasse. Nicht ohne Grund sprechen die Stuttgarter Entwickler stolz vom „Ein-Liter-Auto des Elektrozeitalters“.
Stand: 08.12.2025
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Schneller laden, weiter reisen
Premium-Reisekomfort sollen zudem kurze Ladezeiten ermöglichen. Über 320 kW verdaut der CLA am DC-Charger. Unter optimalen Bedingungen wäre es damit möglich, die Batterie von zehn auf 80 Prozent in nur 22 Minuten zu füllen. Oder praxisnäher ausgedrückt: Innerhalb von zehn Minuten kann eine Strecke von 325 Kilometern nachgeladen werden.
Etwas später im Jahr wird es den CLA auch mit kleinerer Batterie (58 kWh) auf Lithium-Eisen-Phosphat-Basis geben. Und alternativ als Verbrenner, respektive als 1,5-Liter-Vierzylinder-Benzin-Hybrid mit 48-Volt-Technik. Der Elektromotor wurde dabei ins Doppelkupplungsgetriebe integriert und erlaubt sogar elektrisches Fahren bis 100 km/h, „Segeln“ und Rekuperieren.
Hinter dem Lenkrad taucht der CLA-Fahrer in eine neue Welt der Digitalisierung. Das Cockpit dominiert ein Superscreen. Er spannt sich quer über die gesamte Breite des Armaturenträgers. Auf den bis zu drei nahtlos ineinander übergehenden Bildschirmen sind Echtzeit-Grafiken zu sehen, wie sie bislang nur aus der Gaming-Welt bekannt sind. Auflösung, Darstellung und Rechenleistung zählen zum Besten, was die Branche derzeit zu bieten hat. Möglich macht dies unter anderem das intern entwickelte Betriebssystem MB.OS, quasi das Gehirn des Autos. Es soll nach Aussage von Markus Schäfer, Vorstand Entwicklung und Einkauf, den CLA zum „intelligentesten Fahrzeug“ machen, das Mercedes je gebaut hat.
MB.OS ist ein sogenanntes Chip-to-Cloud Software-Betriebssystem, das Infotainment, automatisiertes Fahren, Komfort und Laden abdeckt. Integriert ist unter anderem der KI-gestützte MBUX Virtual Assistant. Er erlaubt deutlich bessere und einfachere Dialoge als zuvor, versteht sogar mehrere Fragen hintereinander.
Dass der Stuttgarter Autobauer auf dem Gebiet des autonomen Fahrens zu den weltbesten zählt, gehört zum Anspruch der Marke mit dem Stern. Im CLA soll schon bald Stufe 2++ möglich sein. Die Kombination aus Radar und Kamera (teure Lidar-Sensoren sind nicht notwendig) erlaubt es dann, selbst im dichten Stadtverkehr zu fahren, ohne dabei die Hände am Lenkrad haben zu müssen. Allerdings: Die Verantwortung bleibt beim Fahrer, er muss seine Augen weiterhin auf die Straße richten. Aktuell wartet Mercedes noch auf die Zulassung aus Brüssel. In China und Kalifornien wird das System derzeit mit Hochdruck erprobt und soll bis 2026 eingeführt werden.
Gebaut wird der neue CLA im Werk Rastatt. Beim ihm wird es jedoch nicht bleiben. Die MMA-Familie sieht in den kommenden zwei Jahren drei weitere Modelle vor. Folgen werden noch in diesem ein CLA als Shooting Brake (Sportkombi) sowie 2026 die beiden SUV-Derivate GLA und GLB.