Feststoffzellen Mercedes hat vierstellige Reichweiten in Sicht 

Von Lina Demmel 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Feststoffbatterie könnte der nächste große Sprung in der E-Auto-Technik sein. Mercedes hat nun mit Fahrzeugtests begonnen. Die Stuttgarter versprechen sich bis zu 1.000 Kilometer Elektroauto-Reichweite. 

Mercedes hat einen Feststoffakku in den EQS gebaut - testweise.(Bild:  Mercedes-Benz)
Mercedes hat einen Feststoffakku in den EQS gebaut - testweise.
(Bild: Mercedes-Benz)

Mercedes-Benz hat zusammen mit dem US-amerikanischen Hersteller Factorial Energy ein neues Testprogramm für Festkörperbatterien gestartet. Wie der Hersteller mitteilt, wird momentan der erste von einer Lithium-Metall-Festkörperbatterie angetriebene Pkw erprobt. Nach Tests auf verschiedenen Prüfständen wurde der Prototyp der Festkörperbatterie Ende 2024 in einen modifizierten EQS integriert und erste Labortests am Fahrzeug durchgeführt, heißt es weiter. Im Februar 2025 sind die ersten Straßentests gestartet.

Festkörperbatterien gelten zum einen als besonders sicher, da sie ohne die flüssigen und brennbaren Elektrolyten auskommen. Gleichzeitig ermöglicht die Umstellung auf einen festen Elektrolyten den Einsatz neuer Anodenmaterialien, die die Energiedichte der Batterie erhöhen. Mercedes beziffert das Potenzial für die gravimetrische Energiedichte für Fahrzeugbatterien mit bis zu 450 Wh/kg auf Zellebene. Das würde die Reichweite von E-Autos deutlich steigern. 

Höhere Leistung und Lebensdauer

Mercedes hat für die Integration ins Serienfahrzeug einen schwimmend gelagerten Zellträger entwickelt und patentieren lassen. Wenn die Batterie geladen wird, dehnen sich die Materialien aus, und wenn sie entladen wird, ziehen sie sich zusammen. Die Volumenänderung in Festkörperzellen bezieht sich auf die Ausdehnung und Kontraktion der Materialien innerhalb der Batterie während des Ladens und Entladens. Um die Zellen während dieser Volumenänderungen zu unterstützen, ist die Festkörperbatterie von Mercedes mit pneumatischen Aktuatoren ausgestattet. Diese reagieren auf die Änderung des Zellvolumens während des Ladens und Entladens, was die Leistung und Lebensdauer der Batterie beeinflusst.

Mercedes verspricht sich von der Festkörperbatterie eine bis zu 25 Prozent höhere Reichweite. Dabei ist das Gewicht und die Größe vergleichbar zu der Standard-Batterie eines EQS. Weitere Gewichts- und Energieeffizienz wird durch eine passive Batteriekühlung erreicht. Für das Entwicklungsfahrzeug wird eine Reichweite von über 1.000 km erwartet. 

Mögliche Serieneinführung unbekannt

In den nächsten Monaten will Mercedes die Festkörperbatterie und ihre Gesamtleistung in einem Elektrofahrzeug mit umfangreichen Labor- und Straßentests weiter prüfen. Zum Zeitpunkt einer möglichen Serieneinführung sagt das Unternehmen nichts. Neben den Stuttgartern arbeiten auch andere Autohersteller wie Hyundai, Nissan, Toyota und VW an der Feststoff-Technik. Auf die Straße soll sie gegen Ende des Jahrzehnts kommen, wahrscheinlich zunächst in höherklassigen Pkw-Modellen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung