Woco Motorabdeckungen aus Polyurethan-Schaumstoff

Redakteur: Bernd Otterbach

Die Woco Industrietechnik GmbH hat eine Motorabdeckung aus Polyurethan-Schaumstoff vorgestellt, die den Fußgängerschutz verbessern und Motorengeräusche dämpfen soll.

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Die einteilige Verkleidung aus elastischem Polyurethan-Weichintegral-Schaumstoff erhöhe die Sicherheit für Fußgänger bei einem Aufprall auf die Motorhaube, teilte das Unternehmen mit. Das weiche Material wirkt in diesem Fall als zusätzlicher Energieabsorber zwischen der verformbaren Haube und dem harten Motorblock. Auf diese Weise verbessern die Schaumstoffabdeckungen den sogenannten Head Injury Criterion. Dieser Wert gibt bei Crashtests Aufschluss über die Schwere einer Kopfverletzung in Folge eines Unfalls.

Mehr Platz im Motorraum

Die Motorabdeckung ermöglicht im Vergleich zu harten Kunststoffabdeckungen zudem eine bessere Ausnutzung des Motorraums. Um den Kopf und den Oberkörper von Fußgängern bei einem Aufprall zu schützen, müssen Automobilhersteller je nach Fahrzeugtyp einen Mindestabstand von 60 bis 80 Millimeter zwischen der Motorhaube und dem ersten harten Bauteil einhalten. Damit soll gewährleistet werden, dass ausreichend Platz zur Verformung der Haube zur Verfügung steht, um kinetische Energie zu absorbieren. Da die neu entwickelte Woco Motorabdeckung ausschließlich aus relativ weichem Schaumstoff besteht, darf sie im Gegensatz zu Abdeckungen aus Hartplastik in diesen Fußgängerschutzbereich hineinragen. Den Fahrzeugingenieuren ist es daher möglich, Motorkomponenten exakt bis an die vorgegebene Grenze einzusetzen und somit einen größeren Bauraum zu nutzen.

Leise Töne

Andererseits dient die hitzebeständige Verkleidung auch als akustische Dämmung. Auf der Innenseite bildet der Schaumstoff nahezu alle Konturen des Motorblocks nach, liegt dadurch direkt auf dem Motor auf und umschließt dessen oberen Teil komplett. Auf diese Weise reduziert die Verkleidung den Geräuschpegel um bis zu fünf Dezibel. Dies erhöht einerseits den Akustikkomfort für die Insassen. Andererseits ist die Lautstärke des Motors wichtig für die Erteilung der Allgemeinen Betriebserlaubnis. Für PKW gilt EU-weit eine allgemeine Höchstgrenze von 74 Dezibel, die sie während der Fahrt nicht überschreiten dürfen.

Im Fall von modernen Benzindirekteinspritzern dämpft die Motorabdeckung das Tickern der Injektoren und bei Dieselaggregaten verringert sie das sogenannte Nagelgeräusch. Unter der Verwendung eines konventionellen Kunststoffteils sind dazu spezielle Funktionslösungen aus Schaumstoff notwendig. Aufgrund der Passform der Schaumstoffabdeckung kühlt sich zudem der Motor nach dem Abstellen langsamer ab und kann über einen längeren Zeitraum wieder warm gestartet werden. Dadurch verringert sich der Ausstoß von Schadstoffen beim erneuten Anlassen des Fahrzeugs.

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