Suchen

Schuler Müller-Weingarten Übernahme

| Redakteur:

Die Schuler AG übernimmt den angeschlagenen Konkurrenten Müller Weingarten. Damit entsteht ein Umform-Konzern mit einem Marktanteil von 35 Prozent.

Firmen zum Thema

( Archiv: Vogel Business Media )

Der Göppinger Pressenhersteller Schuler übernimmt den angeschlagenen Konkurrenten Müller Weingarten. Mit dem Zusammenschluss werde der weltweit führende Anbieter von Umformtechnologie für die Metallverarbeitung mit einem Marktanteil von rund 35 Prozent und einem Umsatz von 900 Millionen Euro entstehen, sagte Schuler-Chef Jürgen Tonn in Stuttgart. Das neue Unternehmen soll unter dem Namen Schuler Weingarten AG firmieren und seinen Sitz in Göppingen haben.

In einem ersten Schritt habe Schuler 64,49 Prozent der Aktien der Müller Weingarten AG mit Sitz in Weingarten (Kreis Ravensburg) von der Metzler Beteiligungsgesellschaft mbH (Frankfurt) übernommen, erklärte Tonn. Die vollständige Übernahme ist bis zum Jahresende vorgesehen. Den Aktionären von Müller Weingarten soll dafür ein Pflichtangebot zum gesetzlich vorgeschriebenen Mindestpreis gemacht werden.

450 Arbeitsplätze fallen weg

Der Preis für das Aktienpaket belief sich nach Angaben von Schuler-Finanzvorstand Wolfgang Baur auf 25 Millionen Euro. Inklusive der restlichen Anteile werde sich der Gesamtpreis auf rund 75 Millionen Euro belaufen. Durch den Zusammenschluss sollen in den kommenden drei Jahren bis zu 450 Arbeitsplätze abgebaut werden.

An welchen Standorten die Mitarbeiter abgebaut werden sollen, ist nach Angaben von Tonn und dem Vorstandsvorsitzenden von Müller Weingarten, Rolf Zimmermann, noch unklar. Den Restrukturierungsaufwand für den Zusammenschluss bezifferte Schuler-Chef Tonn auf bis zu 45 Millionen Euro. Aus diesem Grund sei mit einem negativen Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr zu rechnen.

Sanierungsprogramm läuft weiter

Im vergangenen Jahr hatte die Müller Weingarten AG ein Sanierungsprogramm - Transformationskonzept - aufgelegt, um das Unternehmen wieder in stabiles Fahrwasser zu bringen. Das Transformationskonzept, das in einem Eckpunktepapier mit der Gewerkschaft vertraglich abgesichert wurde, werde unverändert umgesetzt. Es sieht unter anderem ab 1. Oktober 2007 den Abbau von insgesamt 229 Arbeitsplätzen vor, davon 170 am Standort Weingarten.

Für die verbleibende Belegschaft gibt es eine Beschäftigungsgarantie bis zum 31. Dezember 2010. Auftragsbestand, Marktlage und die Auftragseingänge im ersten Quartel 2007 zeigten, dass Müller Weingarten mit diesem Konzept 2008 wieder schwarze Zahlen schreiben kann, betonte Zimmermann. Dass einige der Sanierungsmaßnahmen auch für das neue Unternehmen gelten, bestätigt Tonn: "Erfurt hat als wesentlicher Produktionsstandort eine vernünftige Perspektive".