Rückruf Nach Firestone nun Continental

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Die Kosten des Rückrufaktion beziffert Conti auf rund 20 Millionen Euro. Die Kosten des Rückrufaktion beziffert Conti auf rund 20 Millionen Euro.

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Continental ruft in den USA 600.000 Reifen für Ford-SUVs zurück, da sich bei den Pneus die Lauffläche lösen können. Betroffen sind die Modelle ContiTrac AW und General Grabber AW in den Dimensionen 275/60 R17, mit denen Ford die Modelle Ford Expedition und der Lincoln Navigator als Erstausrüstung bestückt hat. Die fraglichen Reifen wurden zwischen März 1999 und Oktober 2000 hergestellt. Die Kosten des Rückrufaktion beziffert Conti auf rund 20 Millionen Euro.

Europa ist von dem Reifenrückruf nur marginal betroffen. Dies erklärte Andreas Meurer, Conti-Sprecher aus Hannover, gegenüber auto.t-online.de. "Wir arbeiten europaweit mit Ford zusammen, um die Fahrzeughalter zu ermitteln, die eine solches Auto aus den USA importiert haben. Nach unseren Erfahrungen sind das in ganz Europa zwischen zehn und 20 Personen." Die abgesprochenene Erfahrungen stützt Meurer auf einen vergangenen Reifenrückruf mit dem Vorgänger-Modelle des Ford Navigator. Damals waren 245er-Reifen betroffen.

Der Hersteller reagierte mit dem Rückruf auf zahlreiche Beschwerden, die sich seit April 2002 gehäuft hatten. Im Mai waren sechs Menschen in Kalifornien bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, ihr mit Grabber-Reifen ausgestatteter Expedition hatte sich überschlagen. Der Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA liegen eigenen Angaben nach insgesamt 18 Fälle vor, in denen die jetzt zurückgerufenen Reifen Ursache für Unfälle sein könnten.

Mark Sowka, Vizepräsident für Original-Equipment bei Continental Nordamerika, betonte, Ford sei "vollständig über den Rückruf informiert", beide Unternehmen würden in diesem Punkt "eng zusammengearbeiten".

Der jetzt erfolgte Rückruf der Continental-Reifen ist der zweitgrößte, der in den USA jemals durchgeführt wurde. In den Jahren 2000 und 2001 hatte der damalige Ford-Zulieferer Firestone nach zahlreichen Überschlägen von Ford Explorern mit insgesamt 271 Todesopfern zehn Millionen Pneus zurückgerufen,

Ford tauschte anschließend noch einmal weitere 13 Millionen freiwillig um. Diese Aktion führte zum Bruch zwischen Ford und Firestone, Continental sprang als neuer Reifenlieferant ein. Obwohl die jetzt zurückgerufenen Reifen wieder Probleme bei Ford-SUV-Modellen verursachten, erklärte Ford-Pressesprecher Todd Nielsen: "Wir haben keinen Hinweis darauf, dass dies mit unseren Fahrzeugen zusammenhängt." Firestone hatte immer wieder betont, dass Konstruktionsfehler beim Explorer ursächlich für die Reifenplatzer gewesen seien.