Neue Modelle Sternenhimmel und Schnellladen: Mercedes elektrisiert den GLB neu

Von Hanno Boblenz/SP-X 4 min Lesedauer

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94 LED-Sterne vorne, 800-Volt-Technik drin. Der neue GLB ist kein nachgerüsteter Verbrenner mehr, sondern ein echtes E-Auto. Das hat seinen Preis.

Der neue Mercedes GLB.(Bild:  Mercedes-Benz)
Der neue Mercedes GLB.
(Bild: Mercedes-Benz)

„Ihr guter Stern auf allen Straßen“, so warb Mercedes in den 1950ern. Beim neuen GLB wird daraus eine wahre Sterneflut. An der Front der Elektroversion bilden 94 kleine LED-Sterne ein Muster, das im Rückspiegel wie ein leuchtendes Emblem wirkt. Bei Nacht erweitert sich die Grafik um 158 weitere Lichtpunkte im Dachhimmel des optionalen Sky-Control-Panoramadachs.

Mercedes inszeniert den neuen GLB deutlich stärker. Wurde der Vorgänger nachträglich elektrifiziert, mit allen Schwächen, die eine solche Nachrüstung für den Alltag bedeutet, so zieht jetzt die 800-Volt-Architektur aus CLA und GLC in den Kompakt-SUV ein, mitsamt kürzeren Ladezeiten und effizienterem Energiemanagement. Dank  der 320-kW-Ladeleistung bringt ein Zehnminuten-Stopp am Schnelllader bis zu 260 Kilometer Reichweite.

Mercedes hat aus Spott und Wut gelernt

Beim Start des CLA machte Mercedes den Fehler, keinen DC-Konverter zu montieren. Somit konnten die ersten Modelle des Coupés die vor allem in den südlichen Ländern noch weitverbreitete Schnellader mit 400-Volt-Technik nicht nutzen. Aus dem Spott und Ärger in den sozialen Netzwerken hat man gelernt. Beim GLB kann man den Konverter gleich mitbestellen und so entspannt ins Ausland reisen. „Gerade für Märkte außerhalb der großen Metropolen ist das essenziell“, sagt Produktmanager Jan Klingen.

Das Konzept des Hauptantriebs an der Hinterachse überträgt Mercedes

Zum Start kommen zwei Modelle: der GLB 250+ mit 200 kW starker E-Maschine und 630 Kilometern Reichweite, sowie der allradgetriebene 350 4matic. Dank zusätzlichen Frontmotors erhöht sich dessen Leistung auf 260 kW. Beide Modelle nutzen den 85-kWh-Akku. Mit dem Hauptantrieb an der Hinterachse überträgt Mercedes das Antriebslayout der großen Modelle in die Kompaktklasse. Die E-Motoren wurden komplett im eigenen Haus entwickelt. Wie im CLA haben sie einen Wirkungsgrad von 93 Prozent und sind mit einem Zweiganggetriebe gekoppelt, was auf einen ähnlich geringen Verbrauch und eine hohe Praxisreichweite hoffen lässt. Um Energie zu sparen, ist die Frontmaschine des 4matic normalerweise entgekoppelt, sodass Motor und Teile des Getriebes vollständig stillstehen. Der Frontmotor wird nur zugeschaltet, wenn Grip an allen vier Rädern oder Boost beim starken Beschleunigen nötig sind.

Anfang 2026 folgt der Verbrenner mit 1,5 Liter Hubraum, 48-Volt-Hybridtechnik und drei Leistungsstufen. Die Fronttriebler haben 100 kW/136 PS oder 120 kW/163 PS, das Allradmodell 140 kW/190 PS. In der Stadt beziehungsweise wenn weniger als 20 kW/27 PS Leistung benötigt werden, fährt der Benzin-GLB kurze Strecken rein elektrisch.

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Höherer Preis aber besser ausgestattet

Die beiden Elektromodelle kosten 59.000 Euro beziehungsweise gut 62.000 Euro. Die Benziner starten bei circa 54.000 Euro. Das ist ein deutlicher Preissprung gegenüber dem Vorgänger (Elektro), der zuletzt ab 53.500 Euro zu haben war. Allerdings mit kleinerer Batterie, langsamer Ladeperformance und weniger Leistung. Außerdem ist der neue GLB serienmäßig besser ausgestattet, beispielsweise mit Glasdach, elektrischer Heckklappe und Rückfahrkamera. Optional ist erstmals ein adaptives Fahrwerk erhältlich.

Bestimmten vorher Praktikabilität und Format das Bild, setzt die Neuauflage stärker auf Präsenz. Mit 4,73 Metern ist der Wagen fast zehn Zentimeter länger und hat einen um sechs Zentimeter gewachsenen Radstand. Zudem sind die Türen über die Schweller gezogen. Das hält den Einstieg und damit die Hosen der Passagiere sauber.

Wie bisher sind optional zwei Einzelsitze im Heck bestellbar. Dank größerer Türen und da sich die zweite Reihe weiter nach vorn schieben lässt, krabbeln die Kids leichter nach hinten durch. In Reihe zwei bietet der GLB besser geformte Polster, spürbar mehr Platz für die Beine, eine längere Oberschenkelauflage und mehr Luft über den Köpfen.

Mehr Stauraum

Auch der Laderaum wird zum Argument. Zu den 540 Liter des Fünfsitzers beziehungsweise 480 beim Siebensitzer kommt ein sehr ordentlicher Frunk, ein Stauraum, der beim Vorgänger schlicht nicht existierte. Unter die Fronthaube passt jetzt sogar eine Getränkekiste. Für Familien bedeutet das: Taschen, Kinderwagen, Wickelzeug lassen sich künftig ohne Tetris-Erfahrung schnell verstauen. Und für Anhängerbesitzer wichtig: Bis zu zwei Tonnen Anhängelast machen den elektrischen GLB zu einem der wenigen Kompakt-SUV, die tatsächlich richtig Last ziehen dürfen.

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Das Design bleibt der GLB-Natur treu: steile Front, klare Flächen, robuste Radlaufkonturen. Doch alles wirkt einen Tick entschlossener, weniger verspielt. Besonders in der AMG-Line, in der die Radläufe und Stoßfänger in Wagenfarbe lackiert sind.

Innen dominiert der große Bildschirm, wie man ihn vom CLA und anderen aktuellen Modellen kennt. Drei Displays hinter einer einzigen Glasfläche, angetrieben vom neuen MB-OS-System, samt Over-the-Air-Updates und KI-Funktionen. Eine schwebende Mittelkonsole mit großer Ablage trennt Fahrer und Beifahrer. Zusätzlicher Stauraum findet sich in den Türen oder in der ausklappbaren Mittelarmlehne in Reihe zwei. Wer den bisherigen GLB fährt, fühlt hier einen deutlichen Bruch. Was bleibt, ist die Funktionalität: Vier Kindersitzpositionen, flexible Rückbank, robuste Bedienstruktur. Was neu ist, sind Offroad-Features wie Terrain Mode oder die transparente Motorhaube.

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