Fahrbericht VW E-Caravelle: Space-Shuttle mit Strom

Von sp-x 3 min Lesedauer

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Wenn es darum geht, viele Leute bequem von A nach B zu bringen, ist bei Shuttlediensten oft der VW Caravelle erste Wahl. In der neuen Generation fährt das Großraum-Mobil auch elektrisch.

Mit der Einführung des neuen Transporters gibt es bei VW jetzt auch einen elektrischen Caravelle.(Bild:  VW)
Mit der Einführung des neuen Transporters gibt es bei VW jetzt auch einen elektrischen Caravelle.
(Bild: VW)

Wer Minibusse im gewerblichen Einsatz sehen möchte, dem sei ein Ausflug an große Flughäfen empfohlen. Fast im Sekundentakt fahren dort kleine Busse vor und holen Flugbegleiter, Reisegruppen oder Geschäftsleute ab. Da die Fahrten zu Hotels oder Kongresszentren meist nicht allzu lang sind, surren mittlerweile auch viele Shuttles rein elektrisch durch die Städte. Reichweite spielt in solchen Fällen keine echte Rolle.

Ein Markt, den VW gerne wieder aktiver bespielen würde. Zwar könnte man auch im ID Buzz bis zu sechs Personen mitnehmen, doch wirklich komfortabel geht‘s im engen Fonds des Stromers nicht zu.

Ein Caravelle, aber nicht mehr ganz VW

Mit der Einführung des neuen Transporters gibt es auch einen Caravelle, und nun endlich mit Elektroantrieb. Lang genug hat’s gedauert, weshalb der eine oder andere Gewerbekunde von VW bereits zur Konkurrenz abgewandert ist. Mercedes, Peugeot, Opel und viele mehr bieten schon lange elektrische Minibusse, mal ganz einfach und zweckdienlich eingerichtet, aber auch mit Lederbestuhlung und Komfortausstattung als VIP-Fahrzeuge.

Der neue Caravelle basiert allerdings nicht mehr auf Technik von Volkswagen, sondern ist im Grunde ein modifizierter Ford Tourneo Custom im VW-Look. Was an seinen Qualitäten nichts ändert: Vom digitalen Cockpit bis zu einer ganzen Armada an elektronischen Fahrhelfern – was Technik, Vernetzung und Bedienung angeht, steht der neue VW-Bus modernen Pkw in nichts nach.

Auf 5,05 bzw. in der Langversion 5,45 Metern Länge sind je nach Bestuhlung zwischen fünf und acht Passagiere großzügig untergebracht. Außerdem lässt sich zumindest im Heck der langen Variante sehr viel Gepäck unterbringen. Wenn also beispielsweise eine Flugzeug-Crew mit Sack und Pack zum Flughafen gebracht werden muss, sollte das dank des gut einem Meter langen Laderaums kein Problem darstellen.

Ein kleines, aber wichtiges Feature fehlt

Je nach Fahrprofil und Anforderung an Reichweite können Kunden aus drei Antrieben mit 100 kW, 160 kW und 210 kW Leistung wählen, zu Preisen zwischen 55.480 Euro (66.000 Euro brutto) und 59.000 Euro (70.200 Euro brutto). Im Unterboden ist eine 64 kWh große Batterie montiert, die in allen Versionen für über 300 Elektro-Kilometer gut ist. An der Wallbox oder den normalen städtischen Zapfstellen wird mit elf kW geladen. Ein Stopp am Schnelllader lässt den Strom mit bis zu 125 kW fließen und sollte den Akku in rund einer dreiviertel Stunde von zehn auf 80 Prozent bringen.

Leider haben VW beziehungsweise Ford es versäumt, dem Modell einen 22-kW-Bordlader mit auf den Weg zu geben. Da sich an Hotels, Flughäfen und Messen in der Regel immer starke AC-Ladesäulen finden, ließe sich damit die übliche Wartezeit auf Fahrgäste optimal nutzen.

Dafür bietet VW von Ledersitzen bis zur Drei-Zonen-Klimaautomatik zusätzlich zu den drei Ausstattungsversionen etliche Optionen an, um den Innenraum wohnlicher zu gestalten. Auf die Spitze treibt es dabei das Modell Pan Americana, das ab 60.000 Euro (71.400 Euro brutto) neben praktischen Details wie elektrisch verstellbaren Sitzen für Fahrer und Beifahrer viel optischen Zierrat mitbringt.

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Diesel bleibt im Angebot

Der Caravelle fährt sich ausgesprochen angenehm. Dass der Wagen selbst in der stärksten Version beim Tritt aufs Strompedal keine schwarzen Striche auf den Asphalt malt, ist bei einem Shuttle kein Nachteil. Vielmehr lässt sich die Beschleunigung gut dosieren, was den hinten Sitzenden mit einem angenehmen, flüssigen Fahrstil entgegen kommt. Passend dazu ist der Wagen eher komfortabel abgestimmt, aber auch gut gedämpft, sodass die lange Karosserie auf Bodenwellen nur kurz nachwippt.

Kunden, die sich nicht zum vollelektrischen Stromer durchringen wollen, können alternativ wieder den klassischen Diesel wählen. Der ebenfalls von Ford gelieferte TDI mit zwei Litern Hubraum ist in drei Leistungsstufen zwischen 81 kW/110 PS und 125 kW/175 PS erhältlich (ab 43.945/52.294 Euro). Alternativ könnte man bis Anfang 2026 warten. Dann bietet VW mit dem E-Hybrid einen Benziner mit Steckdosenanschluss an, der elektrisch immerhin rund 70 Kilometer weit kommen sollte. Für die lokalen Fahrten dürfte das genügen, und auf der Langstrecke übernimmt der Verbrenner. Kosten: voraussichtlich knapp 53.500 Euro (63.800 Euro brutto).

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Soll der Bus beispielsweise als Baustellenshuttle härter im Nehmen sein, bietet VW wieder eine bestuhlte Version des Transporters an, mit Gummi- statt Veloursboden, weniger USB-Anschlüssen und anderen Gimmicks. Der Transporter Kombi ist mit den gleichen Motoren erhältlich, kostet etwa 2.800 Euro (3.300 Euro brutto) weniger.

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