Fahrbericht Der vielleicht letzte Porsche Panamera

Quelle: sp-x 4 min Lesedauer

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Porsche legt beim Oberklasse-Sportler Panamera noch eine Schippe drauf. Die vielleicht letzte Generation der Luxus-Limousine bietet Updates bei Design und Innenraum und glänzt mit stark verbessertem Komfort.

Ab März startet der neue Panamera zu Preisen ab 107.900 Euro.(Bild:  Porsche)
Ab März startet der neue Panamera zu Preisen ab 107.900 Euro.
(Bild: Porsche)

Zweifellos ist der sportive Porsche-Viertürer seit dem Jahr 2009 eine Erfolgsgeschichte. Auch wenn die Zahl von rund 385.000 in Leipzig gebauten Panamera auf den ersten Blick eher bescheiden klingt. Aber zusammen mit dem kurz danach erschienenen SUV Cayenne, der mittlerweile über eine Millionen Käufer anlockte, bewahrte die Luxus-Limousine Porsche vor der Pleite oder dem Verkauf.

Endlich Porsche für Vier, allein mit den zwei Sportwagen 911 und Boxster war kein Staat mehr zu machen. Mit Preisen, die stets knapp unter 100.000 Euro starteten und bis über 200.000 Euro reichen, spülte der recht flache Panamera viel Geld in die Kassen. Vor allem zahlungskräftige Kunden in China und den USA lieben nun mal ihren viertürigen Porsche mit den dicken Verbrennern unter der dem Klassiker 911 nachempfundenen Motorhaube.

Apropos zahlungskräftig: Der neue Panamera startet ab März zu Preisen ab 108.000 Euro, für den Panamera 4 (Allrad) werden mindestens 112.000 Euro fällig.

Für den Vortrieb sorgt ein 2,9-Liter-Sechszylinder-Turbo mit 260 kW/353 PS und 500 Nm, ein Plus von 17 kW/23 PS und 50 Nm gegenüber dem Vorgänger. Ein Zweiventil-Zweikammer-Luftfahrwerk, LED-Matrix-Hauptscheinwerfer und Parkassistent gehören unter anderem zur Serienausstattung.

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Vier Plug-in-Hybride

Insgesamt vier Plug-in-Hybride wird Porsche für den Panamera anbieten. Zum Marktstart ist der Turbo E-Hybrid ab 192.500 Euro zu haben. Dessen im Getriebegehäuse versteckter E-Motor kann jetzt gut 90 Kilometer weit ohne den Vier-Liter-V8-Verbrenner stromern. Die 70 Prozent mehr Reichweite sind der größeren Batterie von 26 kWh geschuldet, die an einer Wallbox (11 kW) andocken kann und so in gut 2,5 Stunden wieder voll unter Strom steht.

Der Fortschritt wird durch nüchterne Zahlen belegt: Bisher musste der aktuelle V6-Verbrenner nach etwa 53 Kilometern wieder zugeschaltet werden, für mehr reichte der 18-kWh-Akku nicht. Wegen der schwachen Ladeleistung stand er sich beim Aufladen dann stundenlang die Räder platt.

Der E-Motor wird größer

Die neue Kombination aus V8- und E-Motor mit 140 kW/190 PS setzt neue Bestmarken: Zusammen kommen die Triebwerke auf 500 kW/680 PS und 930 Newtonmetern an Durchzugskraft und lassen den Allradler in 3,2 Sekunden auf 100 km/h spurten. Nur der Ordnung halber: Möglich sind 315 km/h, was allerdings selbst die jetzt größere Batterie in ähnlichem Tempo leersaugen dürfte. Porsche bleibt halt Porsche.

Auf der ersten Testrunde in getarnten Neulingen rund um die Geburtsstätte Leipzig ist denn auch Alltag angesagt. Mitschwimmen auf der Landstraße, kurzes Aufbäumen beim Überholen des Truck-Hindernisses, energische Kurzzeit-Hatz auf der linken Autobahn-Spur.

Spürbar neues Fahrwerk

Das neue Fahrwerk mit seinen technischen Leckerbissen ist trotz der Zurückhaltung spürbar. Die Luftfederung hat jetzt statt drei nur noch zwei Kammern, arbeitet aber mit einem verbesserten Dämpfer zusammen. Das lässt die Limousine schneller und sensibler auf Unebenheiten reagieren, steigert den Reisekomfort.

An jedem Rad wird die elektronische Feinabstimmung des Fahrwerks bei Bedarf aktiv. Bei eher flotterer Gangart kontrolliert sie die Bewegungen der Karosserie, bügelt Seitenneigung ebenso weg wie zu heftiges Aufbäumen beim Sprint oder Eintauchen beim Verzögern oder gar Bremsen.

Komfortable Neuerungen

Je nach Gasfuß passt sich zudem die Bodenfreiheit des Panamera automatisch an, was bis zu drei Zentimeter im Fahrbetrieb bedeuten kann. Für Liebhaber des gepflegten Komforts hebt sich die Karosse beim Einsteigen um mehr als fünf Zentimeter. Hilfreich für alle mit Rücksicht auf Rücken. Schließlich ist der Porsche spürbar flacher als andere Nobellimousinen.

Umlernen müssen künftige Eigner oder auch deren Chauffeure. Der klobige Wahl-Knauf auf der Mittelkonsole hat ausgedient. Die Doppelkupplungsautomatik wird jetzt in Fingerreichweite hinterm Lenkrad bedient.

Das moderne 12,6-Display ist leicht angekurvt, wie üblich steht der digitale Drehzahlmesser im Zentrum, verrät das Tempo per Ziffer in seiner Mitte. Für Informationen rund ums Navi und mehr sorgt das vertraute mittlere 10,7-Zoll-Display.

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Ein weiterer Bildschirm kann für die Beifahrerseite bestellt werden. Der Co-Pilot hat dann wie schon beim neuen Cayenne seine eigenen Kommandozentrale, kann ein Ziel aussuchen, im Netz surfen, vielleicht aber auch nur einen Film gucken. Eine spezielle Folie versperrt dabei den Blick des Fahrers.

Äußerlich keine großen Veränderungen

Nach der Kurztour im neuen Panamera noch ein Blick auf die äußeren Veränderungen. Als neu outet er sich nur durch einen leicht umgestalteten zentralen Lufteinlass vorn und einen zusätzlichen Schlitz oberhalb des Kennzeichens. Die Kotflügel sind etwas weiter aufgestellt als bisher. Am Heck dominiert das durchgehende Leuchtenband.

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In Summe fallen die optischen Retuschen zurückhaltend aus, wohl auch um derzeitige Besitzer nicht zu verschrecken. Geblieben sind auch die Abmessungen. Porsche bietet den Panamera wie gehabt in zwei Längen (5,05 und 5,20 Meter) an.

Die Produktion der neuen und wohl letzten Generation hat bereits begonnen. Nicht mehr dabei ist der fünftürige Sport Turismo. Diese „Kombi“-Variante ist aus dem Programm geflogen. Es scheint sicher, dass es zumindest für Europa in einigen Jahren keinen neuen Panamera mehr geben wird. Für die leistungshungrigen Kunden zum Beispiel in China, den USA oder den Golfstaaten wird er aber sicher mit Verbrennungsmotoren weitergebaut.

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