Sparprogramm Nio feuert zehn Prozent seiner Mitarbeiter

Von Andreas Wehner 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Der chinesische Autobauer Nio muss die Kosten senken und streicht knapp 3.000 Stellen. Besonders betroffen sei das Telefongeschäft. Nio wolle sein Kerngeschäft schützen. War es das mit dem eigenen Smartphone?

Der Stellenabbau bei Nio soll noch im November abgeschlossen sein.(Bild:  Grimm – »kfz-betrieb«)
Der Stellenabbau bei Nio soll noch im November abgeschlossen sein.
(Bild: Grimm – »kfz-betrieb«)

Der chinesische Elektroauto-Hersteller Nio entlässt zehn Prozent seiner Mitarbeiter. Das geht aus einer Mitteilung von Nio-Gründer William Li an die Belegschaft vom Freitag (3.11.) hervor, aus der das chinesische Nachrichtenportal „Cnevpost.com“ zitiert.

Li begründete die Maßnahme mit dem intensiven Wettbewerb in einem Umfeld voller Unsicherheiten. Nio müsse effizienter werden und die nötigen Ressourcen für kritische Geschäftsbereiche sicherstellen, schrieb Li. Auf deutsch: Die Kosten müssen runter.

Der Autobauer wolle unter anderem doppelte Verantwortlichkeiten und ineffiziente Positionen abbauen. Man wolle sicherstellen, dass die geplanten neun Kernprodukte der drei Marken wie geplant auf den Markt kommen können. Nio hatte neben seinem Hauptfabrikat zuletzt zwei Submarken angekündigt, die vermutlich „Alps“ und „Firefly“ heißen werden.

Der Stellenabbau soll noch im November abgeschlossen sein. Nio hatte laut Geschäftsbericht Ende 2022 knapp 27.000 Angestellte, sodass die Stellenstreichungen mindestens 2.700 Mitarbeiter treffen dürften – aufgrund von Neuzugängen in diesem Jahr vermutlich noch einige mehr.

Hat das Nio-Smartphone eine Zukunft?

Zudem will Nio Investitionen in Projekte streichen oder verschieben, die nicht innerhalb von drei Jahren zum Ergebnis des Unternehmens beitragen. Nach einem Bericht des chinesischen Tech-Nachrichten-Portals „36kr.com“ sollen das Batterie- und das Telefongeschäft am stärksten von den personellen Einschnitten betroffen sein. Nio hatte erst im September angekündigt, ein eigene Smartphone bauen zu wollen. Ob das Projekt noch eine Zukunft hat, ist unklar.

„Wir haben eine Lücke zwischen unserer Marktperformance und unseren Erwartungen“, heißt es in der Mitteilung von William Li. Nio verkaufte in den ersten 10 Monaten dieses Jahres rund 126.000 Autos. Presseberichten zufolge hatte sich das Unternehmen für das Gesamtjahr 250.000 Einheiten vorgenommen. Dieses Ziel dürfte nicht mehr erreichbar sein.

Auch in Europa läuft das Geschäft schleppend. Vor allem auf dem wichtigen deutschen Markt kommt Nio nicht voran. 1.200 Neuzulassungen von Januar bis Oktober meldete das Kraftfahrt-Bundesamt für die Chinesen. Das entspricht einem Marktanteil von weniger als 0,1 Prozent. Zuletzt wechselte der Autobauer den Deutschland-Chef aus. Für Ralph Kranz übernahm im November Marius Hayler.

(ID:49781563)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung