Batteriewechsel Nio, Geely und Changan kooperieren für Batterietausch-Standard

Von Andreas Wehner 2 min Lesedauer

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Der chinesischen E-Auto-Hersteller Nio betreibt als einziger in Europa ein Wechselbatteriesystem. In China arbeiten mehrere Hersteller an dieser Technologie. Einen echten Standard gibt es nicht – das soll sich ändern.

Nio betreibt in Deutschland aktuell acht sogenannte Power-Swap-Stations, in denen Nio-Fahrer die Antriebsbatterie ihres E-Autos automatisch tauschen lassen können.(Bild:  Faruk Pinjo)
Nio betreibt in Deutschland aktuell acht sogenannte Power-Swap-Stations, in denen Nio-Fahrer die Antriebsbatterie ihres E-Autos automatisch tauschen lassen können.
(Bild: Faruk Pinjo)

Das chinesische E-Auto-Start-up Nio kooperiert bei seiner Batterietausch-Technologie mit zwei Partnern. Um die Standardisierung des Batterietauschs weiterzuentwickeln, arbeitet Nio künftig mit den beiden chinesischen Autokonzernen Geely und Changan zusammen. Wie das Start-up am Donnerstag (30. November) mitteilte, will es sein Batteriewechsel-Netzwerk für die beiden Unternehmen öffnen.

Die Partnerschaft mit Changan Automobile umfasse die gemeinsame Entwicklung von Standards für Wechselbatterien, den Aufbau und die gemeinsame Nutzung eines Batteriewechselsystems sowie die Förderung von Fahrzeugen mit Wechselbatterien, heißt es in einer Mitteilung. Die Partnerschaft mit Geely ziele darauf ab, die Standardisierung der Batterieaustauschtechnologie voranzutreiben, das „Power Swapping“-Netzwerk zu vergrößern und die Elektrifizierung der Automobilindustrie zu beschleunigen, heißt es weiter.

Bislang kein echter Standard für Batteriewechsel-Technik

Nio forciert den Batterietausch als Alternative zum Laden am Stecker. In Europa ist das Unternehmen der einzige Anbieter, der ein öffentliches Netz an Batteriewechselstationen aufbaut. Während europäische und koreanische Hersteller stärker darauf setzen, ihre E-Autos für möglichst kurze Stopps an Schnelladesäulen auszurüsten, spielen die Ladezeiten in China nicht so eine große Rolle.

Dafür arbeiten dort verschiedene Hersteller an Wechselsystemen für Batterien. Neben Nio, Geely und Changan bieten BAIC, SAIC und FAW Wechselsysteme an. Auch der Batteriehersteller CATL ist inzwischen dabei. Allerdings hat bislang jeder Anbieter sein eigenes System. Einen echten Standard gibt es nicht, auch wenn es erste Bemühungen in diese Richtung gibt.

Europäische Hersteller aktuell nicht am Batterietausch interessiert

Europäische Hersteller haben bislang kein Interesse an der Technologie geäußert. Ein Versuch von Renault, zusammen mit dem Start-up Better Place Batterietauschstationen zu etablieren, scheiterte vor mehr als zehn Jahren.

Nio betreibt nach eigenen Angaben derzeit 2.100 Wechselstationen weltweit. Der überwiegende Teil davon steht in China. In Europa sind es derzeit 28, davon acht in Deutschland. Weitere neun stehen kurz vor der Inbetriebnahme. Ursprünglich wollte Nio in Europa eine höhere Schlagzahl an den Tag legen. Zum Marktstart im Herbst 2022 hatte der Hersteller angekündigt, bis Ende 2023 europaweit 120 Batterietauschstationen errichten zu wollen. Nio stellt die Stationen für den europäischen Markt in einem eigenen Werk in Ungarn her.

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