Nissan ist in dieser Saison mit einem eigenen Formel-E-Team am Start. Die Erfahrungen sollen die Entwicklung elektrischer Pkw pushen. Wir sprachen mit Deutschland-Chef Vincent Ricoux und Europa-Vertriebschef Jordi Vila im Rahmen des Rennwochenendes in Berlin.
Nissan ist in der Formel-E-Saison 2022/23 erstmals mit einem eigenen Team am Start.
(Bild: Simon – »kfz-betrieb«)
Nissan ist stolz auf seine Formel-E-Boliden. Für Spitzenpositionen reicht es bei den Japanern in ihrer ersten Saison als eigenständiges Team bislang aber nicht. Beim Rennen am Tempelhofer Feld in Berlin am vergangenen Wochenende landeten die beiden französischen Fahrer Sacha Fenestraz und Norman Nato in den mit Kirschblüten bemalten, roten Rennwagen auf den Rängen 12 und 13 am Samstag beziehungsweise 11 und 16 am Sonntag.
In der elektrischen Rennserie involviert ist Nissan schon seit der Saison 2018/19, zunächst aber als Partner des E.Dams-Teams, das damals Platz vier und im Jahr darauf Platz zwei in der Teamwertung erkämpfte. Zu Beginn, so erklärte es ein Mitarbeiter des Teams am Wochenende in der Nissan-Box, habe man die Erfahrung der elektrischen Pkw mit in die Formel E eingebracht. Mit dem Leaf war Nissan immerhin ein Pionier in Sachen Elektromobilität. Mittlerweile sei es umgekehrt: Jetzt lasse man die Erfahrung aus der Formel E in die Pkw-Entwicklung einfließen.
Etwas Anschub würde Nissan gut tun, denn mit vollelektrischen Pkw startet der Hersteller ebenfalls nicht mehr an der Pole Position. Der Leaf ist nicht mehr auf dem neuesten Stand. Und das neue Elektro-Flaggschiff Ariya verkaufte sich im ersten Quartal 2023 keine hundert Mal. Letzteres liege auch daran, dass Nissan bislang kaum Werbung für das SUV geschalten habe, erklärte Vertriebschefin Susanne Ziegler jüngst im Interview mit unserem Schwestermagazin »kfz-betrieb«. Nur wenige Menschen kennen das Modell. Das soll sich nun ändern.
Generell will Nissan auf dem deutschen Markt wieder eine größere Rolle spielen. Das neue Fiskaljahr, das zum 1. April gestartet ist, solle ein „Jahr des Wachstums“ werden, verkündete Vincent Ricoux, Geschäftsführer von Nissan Center Europe, bei einem Pressegespräch im Vorfeld des Formel-E-Rennens in Berlin. Im letzten Fiskaljahr verkaufte Nissan rund 32.500 Fahrzeuge. Jetzt möchte der Importeur auf 40.000 erhöhen.
Neue Elektroautos kommen 2025
Dabei helfen soll vor allem die E-Power-Vollhybrid-Technologie, die seit Kurzem im Qashqai und X-Trail zum Einsatz kommt. „Wir konnten lange keine neuen Kunden ansprechen. Jetzt können wir es“, so Ricoux. Außerdem kann der Importeur im Vergleich zum letzten Jahr auf eine bessere Verfügbarkeit zählen. Im Schnitt liefere Nissan derzeit binnen vier Monaten.
Neue Elektroautos bringt Nissan allerdings erst 2025. Dann kommt ein Elektro-Crossover, der den Leaf ersetzt, sowie ein B-Segment-Fahrzeug. Letzteres werde von Nissan designt und teile sich die Plattform mit dem Renault 5, erklärte Europa-Vertriebschef Jordi Vila bei dem Pressegespräch. Der Renault 5 startet allerdings schon nächstes Jahr; Nissan zieht nach.
Dass sich die Nissan-Händler gegenüber Renault benachteiligt sehen, ist ein älteres Problem. Kurzzeitig stand sogar die Frage im Raum, ob der Hersteller überhaupt in Europa bleibt. Vila betonte in Berlin die Relevanz des europäischen Marktes für den japanischen Autobauer: „Europa ist bei der Elektromobilität vorne dran und das ist ein Schlüssel für Nissan.“ Der Fortschritt der E-Mobilität werde sich auf andere Regionen ausbreiten. Daher brauche man die Erfahrungen des europäischen Marktes.
Das künftige Elektro-Fahrzeug im B-Segment soll dann auch Kunden für Nissan zurückholen. Etwa die Micra-Klientel. Der Kleinwagen wird nicht mehr produziert, die Händler verkaufen die letzten Fahrzeuge ab. „In der Zwischenzeit bauen wir auf den Juke und auf Leasing“, sagt Ricoux. Es soll zudem weitere Neuheiten geben, verkünden die Manager, diese könnten sie aber noch nicht öffentlich machen.
A-Segment-Auto nicht ausgeschlossen
Auf Leasing bauen will Nissan, wie viele Hersteller, auch wegen der stark gestiegenen Preise. Zuletzt zahlten Kunden bei Nissan durchschnittlich 40.000 Euro für ihren Neuwagen, berichtet Ricoux. Die Raten würden allerdings prozentual weniger steil ansteigen als die Barpreise.
Auf Nissans Heimatmarkt Japan sind Kleinstwagen, sogenannte Kei-Cars, sehr beliebt. Warum also nicht ein solches elektrisches Fahrzeug nach Europa bringen? „Wir schließen ein elektrisches Auto im A-Segment nicht aus“, sagt Jordi Vila, „aber wir müssen prüfen, ob es einen Markt dafür gibt.“ Nissan werde auch in Zukunft nicht 100 Prozent des Marktes abdecken können.
Stand: 08.12.2025
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