Viel Platz zum guten Preis: Der Opel Grandland setzt auf klassische Crossover-Tugenden und taugt auch für die Langstrecke. Wenn der passende Motor gewählt wird.
Der Grandland ist in der neuen Generation gewachsen.
(Opel)
Bisschen mehr Kombi, etwas weniger SUV – die gestreckten Proportionen und das sachlich-elegante Äußere stehen dem Opel Grandland in der frisch aufgelegten zweiten Generation gut. Mit seinem leicht pummelig wirkenden Vorgänger hat der neue Grandland optisch nichts mehr gemein. Mit 4,65 Metern Länge übertrifft er Konkurrenten wie den VW Tiguan und den Ford Kuga teils deutlich, seinem eigenen Vorgänger hat er rund 18 Zentimeter voraus. Dass er in der Höhe gleichfalls drei Zentimeter zugelegt hat, fällt da kaum auf: Der Neue wirkt deutlich gestreckter und dynamischer als die Erstauflage. Unterstützt wird das durch das puristische und weniger verspielte Karosseriedesign mit geschlossenem Kühlergrill und modernem LED-Heckband. Das große Opel-SUV ist „erwachsen“ geworden, könnte man in diesem Fall tatsächlich einmal zu Recht sagen.
Das gilt auch für den Innenraum, der nüchterner ausfällt als beim expressiver gestalteten Technikzwilling Peugeot 3008. An der Wertigkeit bei Material und Verarbeitung hält der Opel dabei locker mit: Nacktes und hartes Plastik findet sich weder im Cockpit noch in der luftigen zweiten Reihe oder im üppig mit Teppich ausgekleideten Kofferraum. Dort ist bei voller Bestuhlung Platz für 550 Liter, wer die geteilte Rückbank umklappt, bekommt 1.641 Liter Gepäck verstaut. Auch vorne gibt sich der Grandland praktisch, bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Ablagen, die von Münzen bis großen 1,5-Liter-Plastikflaschen alle denkbaren Alltagsgegenstände fassen. Besonders originell: die geschlossene Handy-Ladeschale mit dunkel getöntem Fenster, die das Telefon tarnt, aber nicht komplett verbirgt – etwa, wenn ein Anruf das Display aufleuchten lässt.
Stabiles Stellantis-Infotainmentsystem
Zentrales Bedienelement am Fahrerplatz ist ein großer Touchscreen mit der aktuellen Version der Stellantis-Infotainmentsystems. Die arbeitet mittlerweile schnell und stabil, die Bedienung läuft in der Regel trotz großer Funktionsvielfalt gut von der Hand. Einzige Ausnahme: die Sitz- und Lenkradheizung, für die es anders als für die anderen Klima-Funktionen keine physischen Knöpfe mehr gibt, sondern nur variabel platzierte Schaltflächen im Display. Dass diese zudem nicht in jeder Bildschirmeinstellung jederzeit zu sehen sind, ist in der saisonalen Übergangszeit zumindest ein kleines Manko.
Klassische Instrumente hat Opel ebenfalls nicht vorgesehen. Hinter dem Lenkrad findet sich stattdessen ein schmaler Bildschirm für die wesentlichsten Fahrtinformationen, flankiert von dem (optionalen) Head-up-Display, das ebenfalls Tempolimits und zusätzlich Navi-Anweisungen darstellt.
Bei der Fahrwerksabstimmung hat Opel versucht, sich von der eher auf Komfort ausgelegten französischen Philosophie etwas zu emanzipieren. Auch wenn die Dämpfer auf kurze Unebenheiten manchmal etwas unsensibel ansprechen, bleibt der Grandland insgesamt ausgewogen. In der Stadt bequem, handlich in Kurven und souverän auf der Autobahn – in den typischen Einsatzszenarien überzeugt er, ohne spezielle Akzente setzen zu können oder zu wollen.
Paradedisziplin ist aber trotzdem die Langstrecke – vor allem wegen der traditionell guten Sitze. Die gibt es in zwei Qualitätsstufen – auf Wunsch mit einstellbaren Seitenwangen. Aber schon die einfache Ausführung ohne Klimatisierung, Massage und elektrische Verstellung weiß zu überzeugen.
Elektromotor für den Stadtverkehr
Grundsätzlich gilt das auch für den Antrieb. Im Testwagen war die günstigste Variante mit 107 kW/145 PS Leistung eingebaut, bestehend aus einem starken 1,2-Liter-Dreizylinderbenziner und einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe sowie einem kleinen 48-Volt-Elektromotor. Letzterer unterstützt den Turbo-Verbrenner vor allem beim Anfahren und im städtischen Stop-and-go-Verkehr. Dort ist er bemerkenswert häufig ganz allein mit der Antriebsarbeit beschäftigt, während der Benziner ruhig im Hintergrund wartet, um bei leerer Batterie oder höherer Leistungsanforderung hörbar anzuspringen.
Was in der City gut funktioniert und dem großen SUV einen flinken Charakter verpasst, kommt über Land allerdings an Grenzen. Mehr als zehn Sekunden benötigt der frontgetriebene Opel bis Tempo 100, was gute Planung bei den typischen Überholvorgänger auf der Landstraße nötig macht. Ein wenig mehr Souveränität dürften viele von einem Auto dieser Größe schon erwarten. Hier merkt der Fahrer, dass der Crossover mit rund 1,6 Tonnen eben kein Leichtgewicht ist. Angesichts dessen schlägt sich der Opel beim Verbrauch ordentlich, im Mix fließen auf 100 Kilometern rund 6,4 Liter aus dem Tank. Wer es schafft, das Auto möglichst oft im elektrischen Segelmodus zu halten, erreicht vor allem in der Stadt und bei gleichmäßiger Landstraßenfahrt auch eine Fünf vor dem Komma.
Stand: 08.12.2025
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Eine überlegenswerte Alternative zum Benziner sind die stärker elektrifizierten Varianten. Der Plug-in-Hybrid auf Vierzylinderbasis ist kultivierter und deutlich durchzugskräftiger. Der E-Motor spurtet ebenfalls flotter, ist dabei komplett leise und am wenigsten klimaschädlich. Mit gut 40.000 Euro und knapp 47.000 Euro sind beide allerdings auch deutlich teurer als der Benziner.
Fairer Preis für Mildhybrid
Mit 36.400 Euro für den Mildhybrid im Basisniveau „Edition“ ist der Grandland fair eingepreist. Vor allem, wenn man auf den Konzernbruder von Peugeot schaut, der bei identischem Antrieb rund 4.000 Euro teurer ist. Dabei sparen die Rüsselsheimer nicht an Ausstattung: mit 19-Zöllern, Zweizonen-Klimaanlage und Einparkhilfe sind alle Klassen-Standards bereits an Bord. Die Top-Ausstattung „GS“ addiert noch ein paar Optik-Upgrades, Matrix-Scheinwerfer und einen größeren Zentralbildschirm (16 statt 10 Zoll). Weitere Ausstattungs-Posten gibt es auf Wunsch in weitgehend sinnvoll geschnürten und nachvollziehbar bepreisten Paketen (1.100 bis 2.900 Euro). Einzeloptionen jenseits von Felgen und Farben spart sich Opel aus Kosten- und Komplexitätsgründen weitgehend.
Der Grandland bietet, was in seiner Klasse gefordert ist: viel Platz, einen modernen Auftritt und ein erträgliches Preisniveau. Dass der Basisantrieb dabei nicht viel mehr als Hausmannskost ist, muss man verkraften wollen. Souveräner wird der Opel mit den elektrischen Antrieben, die allerdings kräftig ins Budget gehen.